Zwickau. Für den italienischen Pianisten Luca Buratto ist Zwickau kein gewöhnlicher Konzertort. 2012 trat er hier als jüngster Teilnehmer im Fach Klavier beim Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb an, gewann den dritten Preis und zusätzlich den MDR-Figaro-Publikumspreis. Seitdem führte ihn seine Karriere in internationale Konzertsäle wie die Londoner Wigmore Hall und die Carnegie Hall in New York.

Am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr kehrt Buratto nun in das Robert-Schumann-Haus zurück. Beim sechsten Konzert der Reihe „Schumann Plus“ steht ein Programm im Mittelpunkt, das deutsche und französische Klaviertraditionen miteinander verbindet.

Schumanns „Carnaval“ bildet das Zentrum

Herzstück des Abends ist Robert Schumanns „Carnaval“ op. 9.

Das Werk gehört zu den bekanntesten Klavierkompositionen Schumanns. In kurzen Charakterstücken entwirft der Komponist einen imaginären Maskenball und lässt dabei Personen aus seinem Umfeld ebenso auftreten wie seine musikalischen Alter Egos Florestan und Eusebius.

Gerade für das Programm des Abends besitzt der „Carnaval“ eine besondere Bedeutung: Das Werk erschien nicht nur in Leipzig, sondern parallel auch in Paris. Für die französische Ausgabe nahm Schumann sogar Änderungen an der ursprünglichen Fassung vor.

Die Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich ist damit nicht lediglich ein nachträglich geschaffenes Konzertthema, sondern bereits in der Entstehungsgeschichte des Werkes angelegt.

Bach eröffnet den französischen Bogen

Den Auftakt bildet Johann Sebastian Bachs „Ouvertüre im französischen Stil“ BWV 831.

Das Werk erschien als Teil der „Clavier-Übung II“ und ist weit mehr als ein einzelner Eröffnungssatz. Auf die groß angelegte Ouvertüre folgen mehrere Tänze nach französischem Vorbild.

Damit beginnt Buratto den Konzertabend mit einem Werk, das französische Stilformen aus der Perspektive eines deutschen Barockkomponisten aufgreift.

Debussy führt ins Paris des frühen 20. Jahrhunderts

Mit Claude Debussy verändert sich anschließend die Klangwelt.

Buratto spielt die Nummern 8 und 11 aus den „Études pour piano“. Debussy komponierte seine zwölf Klavieretüden 1915 und widmete sie dem Andenken Frédéric Chopins.

Außerdem steht die dreisätzige Suite „Pour le Piano“ auf dem Programm. Das Werk entstand um die Jahrhundertwende und verbindet traditionelle Formen mit Debussys eigener, damals moderner Klangsprache.

Ravel beschließt den Abend mit „La Valse“

Den Abschluss bildet Maurice Ravels „La Valse“.

Das Werk entstand ursprünglich im Zusammenhang mit einem Ballettprojekt und wurde 1920 als „Poème choréographique“ vollendet. Ausgangspunkt ist der Wiener Walzer, dessen Rhythmus und Bewegung Ravel zunehmend verändert und verdichtet.

Buratto hat sich zuletzt intensiv mit Ravel beschäftigt und eine Gesamteinspielung des Klavierwerks des französischen Komponisten vorgelegt.

Damit schließt sich im Konzert auch ein persönlicher Kreis zwischen dem Programm und der jüngeren Arbeit des Pianisten.

Von Zwickau auf internationale Bühnen

Luca Buratto wurde 1993 geboren und gab bereits im Alter von zehn Jahren sein Debütkonzert in Mailand.

Er studierte unter anderem bei Davide Cabassi, Edda Ponti und Kirill Gerstein. Nach seinem Erfolg beim Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau gewann er 2015 den kanadischen Honens-Klavierwettbewerb.

Seither tritt er international auf und hat unter anderem Werke Robert Schumanns eingespielt.

Seine Rückkehr nach Zwickau verbindet damit zwei Ebenen: die Erinnerung an einen wichtigen frühen Wettbewerbserfolg und seine heutige internationale Konzertkarriere.

Karten für zwölf Euro erhältlich

Das Konzert beginnt am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr im Robert-Schumann-Haus Zwickau.

Eintrittskarten kosten 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Sie sind während der regulären Öffnungszeiten an der Museumskasse erhältlich.

Restkarten werden an der Abendkasse verkauft.

Vorbestellungen sind unter 0375 834406 oder per E-Mail an schumannhaus@zwickau.de möglich. Nicht abgeholte Vorbestellungen gehen 15 Minuten vor Konzertbeginn wieder in den freien Verkauf.