Zeitz wird in den kommenden Tagen zu einem zentralen Ort der Auseinandersetzung mit politischem Protest und Repression in der DDR. Am 18. August sind genau 50 Jahre vergangen, seit sich Pfarrer Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche öffentlich in Brand setzte.
Brüsewitz protestierte damit gegen die Bildungs- und Kirchenpolitik sowie das SED-Regime.
Ereignis erschütterte DDR weit über Zeitz hinaus
Am 18. August 1976 stellte Brüsewitz Protestplakate auf das Dach seines Autos.
Mitarbeiter der Staatssicherheit entfernten die Transparente, der schwer verletzte Pfarrer wurde anschließend abtransportiert. Vier Tage später starb er im Bezirkskrankenhaus Halle-Dölau.
Die DDR-Führung versuchte anschließend, die politische Dimension seines Handelns herunterzuspielen.
Gedenken beginnt bereits morgen
Am Sonntag, 9. August, findet im Museum Schloss Moritzburg eine Themenführung unter dem Titel „1976 – Und heute? Zivilcourage und Gewissen im Spiegel der Geschichte“ statt.
Dabei wird der historische Fall mit aktuellen Fragen nach Mut, Verantwortung und moralischer Entscheidung verbunden.
Zentrale Gedenkveranstaltung am 18. August
Genau 50 Jahre nach dem Ereignis beginnt um 11.55 Uhr vor der Michaeliskirche eine öffentliche Gedenkveranstaltung.
Die Uhrzeit entspricht dem Zeitpunkt der damaligen Selbstverbrennung.
Geplant sind eine Kranzniederlegung und anschließend ein evangelisches Requiem. Landesbischof Friedrich Kramer gehört zu den angekündigten Rednern.
Ausstellung läuft bis September
Im Schloss Moritzburg ist zusätzlich bis zum 20. September die Sonderausstellung „Oskar Brüsewitz – Zeichen gegen das Vergessen“ zu sehen.
Damit wird aus dem Jahrestag kein einzelner Gedenktermin.
Zeitz stellt vielmehr die Frage, welche Bedeutung der Protest eines Pfarrers gegen ein autoritäres System auch ein halbes Jahrhundert später besitzt.
Quellen
Stadt Zeitz – Veranstaltungsreihe zum 50. Jahrestag der Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz.
Museum Schloss Moritzburg Zeitz – Sonderausstellung und Themenführung.
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