Der Batteriespeicherhersteller Tesvolt hat an seinem Hauptsitz in Lutherstadt Wittenberg ein neues Technologie- und Logistikzentrum eröffnet. Der Gebäudekomplex erweitert die Produktions- und Lagerkapazitäten, während am Standort schrittweise bis zu 110 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen sollen.

Neubau umfasst mehr als 6.500 Quadratmeter

Das neue Zentrum besitzt eine Gesamtnutzfläche von mehr als 6.500 Quadratmetern. Tesvolt bündelt dort die Lagerung wichtiger Komponenten, die Endfertigung und die Software-Veredelung seiner Batteriespeichersysteme.

An der Eröffnung nahm Sachsen-Anhalts Energieminister und stellvertretender Ministerpräsident Armin Willingmann teil. Er bezeichnete die Erweiterung als Beispiel für wirtschaftliches Wachstum, das durch Investitionen in die Energiewende entstehen könne.

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützte den Neubau mit rund fünf Millionen Euro. Das Geld stammt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Bis zu 110 Arbeitsplätze in Wittenberg

Am Standort sollen schrittweise Kapazitäten für bis zu 110 Arbeitsplätze entstehen. Davon entfallen 68 Stellen auf die Integration der Batteriespeichersysteme.

Weitere 42 Büroarbeitsplätze sind für technische, organisatorische und administrative Aufgaben vorgesehen. Tesvolt will damit auch Fachkräfte für den Unternehmensstandort Wittenberg gewinnen.

Vorstandsvorsitzender und Mitgründer Simon Schandert bezeichnete den Neubau als langfristiges Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt. Das Unternehmen wolle moderne Arbeitsplätze und ein innovatives Arbeitsumfeld schaffen.

Hochregallager bietet 4.500 Stellplätze

Das Herzstück des neuen Zentrums ist ein vollautomatisiertes Hochregallager. Es ist 72 Meter lang, 18 Meter breit und 27 Meter hoch.

In der Anlage stehen insgesamt 4.500 Palettenstellplätze zur Verfügung. Die technische Ausstattung berücksichtigt besondere Sicherheitsanforderungen für die Lagerung von Batterien und Gefahrstoffen.

Die erweiterten Lagerkapazitäten sollen Tesvolt unabhängiger von kurzfristigen Störungen auf internationalen Beschaffungsmärkten machen. Benötigte Materialien können vorausschauend eingelagert werden, wodurch das Unternehmen auch bei Lieferproblemen kurze Produktionszeiten anstrebt.

Produktion von 80.000 Speichersystemen möglich

Der neue Gebäudekomplex ist im Zweischichtbetrieb auf eine jährliche Produktionskapazität von bis zu vier Gigawattstunden ausgelegt. Nach Unternehmensangaben entspricht das der Fertigstellung von bis zu 80.000 industriellen Speichersystemen pro Jahr.

In Wittenberg erfolgt neben der Endfertigung auch die Software-Veredelung der Anlagen. Batteriespeicher werden dabei an unterschiedliche Anforderungen von Gewerbe- und Industriekunden angepasst.

Die Systeme können überschüssigen Strom aus Windkraft- und Solaranlagen aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen. Dadurch sollen Unternehmen ihren Eigenverbrauch erhöhen, Stromspitzen reduzieren und ihre Energieversorgung stabilisieren können.

Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien steigt der Bedarf an leistungsfähigen Speichern. Wind- und Solaranlagen erzeugen ihren Strom abhängig von Wetter und Tageszeit, während Unternehmen und Haushalte kontinuierlich Energie benötigen.

Batteriespeicher können einen Teil dieser zeitlichen Unterschiede ausgleichen. Sie leisten damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze und können den Bedarf an kurzfristig zugeschalteten Kraftwerkskapazitäten verringern.

Willingmann sieht für Tesvolt deshalb Absatzmöglichkeiten über Sachsen-Anhalt hinaus. Das Unternehmen könne dazu beitragen, Strom für Haushalte, Gewerbe und Industrie verlässlich und bezahlbar bereitzustellen.

Wittenberg stärkt seinen Technologiestandort

Die Erweiterung stärkt Lutherstadt Wittenberg als Standort für Energietechnik und industrielle Produktion. Neben den neuen Arbeitsplätzen können auch regionale Dienstleister, Handwerksunternehmen und Zulieferer von der Entwicklung profitieren.

Mit der staatlichen Förderung verbindet das Land das Ziel, zusätzliche Wertschöpfung in Sachsen-Anhalt zu sichern. Das neue Zentrum zeigt zugleich, dass die Energiewende nicht allein den Bau von Windkraft- und Solaranlagen umfasst.

Auch Speichertechnik, Software, Logistik und industrielle Fertigung entwickeln sich zu bedeutenden Wirtschaftsfeldern. Tesvolt will diese Bereiche künftig stärker an seinem Unternehmenssitz in Wittenberg bündeln.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt