Vier der fünf Hellweg-Baumärkte in Thüringen stehen vor der Schließung. Bis zu 140 Arbeitsplätze könnten verloren gehen, wenn sich für die betroffenen Standorte keine Investoren finden.
Vier Thüringer Standorte betroffen
Nach dem bisherigen Sanierungsplan soll Hellweg den Betrieb in Arnstadt, Leimbach bei Bad Salzungen, Nordhausen und Greiz voraussichtlich im November einstellen. Die Filialen könnten nur weitergeführt werden, wenn kurzfristig Käufer für die einzelnen Standorte gefunden werden.
Die betroffenen Beschäftigten haben nach Angaben des Unternehmens bereits Kündigungen erhalten. Wie viele Menschen ihren Arbeitsplatz tatsächlich verlieren, steht noch nicht abschließend fest. Im Durchschnitt arbeiten in jeder Hellweg-Filiale etwa 30 bis 35 Beschäftigte.
Bei vier gefährdeten Märkten könnten damit bis zu 140 Stellen betroffen sein. Neben den Beschäftigten trifft die Entwicklung auch Handwerksbetriebe, Gewerbekunden und private Käufer, die auf die Standorte angewiesen sind.
Schmalkalden bekommt voraussichtlich einen Käufer
Für den fünften Thüringer Hellweg-Markt in Schmalkalden besteht eine bessere Perspektive. Ein anderes Unternehmen will die Filiale übernehmen und auch die dort beschäftigten Mitarbeiter weiterbeschäftigen.
Teile der geplanten Übernahme stehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Auch endgültige Vereinbarungen mit Eigentümern und Vermietern können für den Abschluss erforderlich sein.
Bundesweit sollen mehrere Hellweg-Standorte an verschiedene Baumarktunternehmen verkauft werden. Eine Fortführung der gesamten Kette unter einem einzigen neuen Eigentümer ist dagegen nicht vorgesehen.
Insolvenz führt zur Aufteilung der Baumarktkette
Hellweg und das verbundene Unternehmen BayWa Bau und Garten befinden sich in Insolvenzverfahren. Für einen Teil der mehr als 110 Filialen liegen Übernahmeangebote vor. Zahlreiche andere Standorte besitzen bislang keine gesicherte Zukunft.
Die einzelnen Käufer wollen ausgewählte Märkte in ihre bestehenden Filialnetze integrieren. Dadurch können Standorte und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Für Thüringen zeichnet sich bislang jedoch nur in Schmalkalden eine gesicherte Lösung ab.
Die übrigen Märkte sollen bis zum vorgesehenen Schließungstermin weitergeführt werden. Bis dahin besteht grundsätzlich noch die Möglichkeit, dass Investoren einzelne Standorte übernehmen.
Städte verlieren wichtige Handelsstandorte
Eine Schließung hätte über den Arbeitsplatzverlust hinaus Folgen für die betroffenen Kommunen. Baumärkte versorgen nicht nur Privatkunden, sondern auch kleinere Handwerksbetriebe, Hausverwaltungen und Vereine mit kurzfristig benötigtem Material.
Besonders in ländlich geprägten Regionen verlängern wegfallende Standorte die Wege für Kunden. Andere Baumärkte könnten einen Teil der Nachfrage übernehmen, doch nicht an jedem Ort stehen vergleichbare Angebote in unmittelbarer Nähe zur Verfügung.
Für die Beschäftigten beginnt eine schwierige Übergangsphase. Solange keine weiteren Käufer feststehen, bleibt offen, wie viele Arbeitsplätze tatsächlich erhalten werden können. Die kommenden Wochen werden deshalb für die vier Thüringer Standorte entscheidend.
Quelle: Hellweg-Gruppe