Brandenburgs Digitalminister Benjamin Grimm hat sich in Wildau über aktuelle Technologieprojekte informiert. Im Mittelpunkt standen Start-ups, Künstliche Intelligenz und Robotik, die stärker in Unternehmen und Behörden eingesetzt werden sollen.

Start-up-Zentrum unterstützt junge Unternehmen

Die erste Station der digitalpolitischen Sommerreise führte Grimm zum Start-up-Zentrum REAKTOR.Wildau. Dort sprach der Minister mit Gründerinnen und Gründern über die Bedingungen für innovative Unternehmen in Brandenburg.

Zu den zentralen Themen gehörten der Zugang zu öffentlichen Aufträgen und der Abbau bürokratischer Hürden. Junge Unternehmen benötigen häufig Referenzprojekte, um ihre Produkte am Markt etablieren zu können. Aufträge von Kommunen und Landesbehörden können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Der REAKTOR.Wildau gehört zu den sechs Start-up-Zentren des Landes Brandenburg. Inhaltlich konzentriert sich die Einrichtung unter anderem auf Mobilität, Künstliche Intelligenz und Energie.

Grimm fordert weniger Bürokratie

Nach Ansicht des Digitalministers besitzt Brandenburg gute Voraussetzungen für die Entwicklung neuer Technologien. Forschungseinrichtungen, innovative Unternehmen und eine wachsende Start-up-Szene bildeten dafür eine wichtige Grundlage.

Gute Ideen müssten jedoch schneller in die praktische Anwendung gelangen. Dafür seien einfachere Verwaltungsverfahren und bessere Zugänge zu öffentlichen Aufträgen notwendig.

Grimm warb für eine Verwaltung, die innovative Lösungen ermöglicht. Der Austausch mit den Gründern sollte zeigen, an welchen Stellen bestehende Vorschriften oder komplizierte Verfahren junge Unternehmen ausbremsen.

Technische Hochschule zeigt digitale Anwendungen

Anschließend besuchte der Minister den European Digital Innovation Hub pro_digital an der Technischen Hochschule Wildau. Die Einrichtung unterstützt kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups sowie öffentliche Verwaltungen bei ihrer digitalen und nachhaltigen Transformation.

Grimm informierte sich über die Forschungs- und Transferbereiche iC3@Smart Production, RoboticLab Telematik und das Zentrum für Digitale Verwaltung. Dort entwickeln Wissenschaftler und Projektpartner Lösungen für automatisierte Produktionsabläufe, Robotik und moderne Verwaltungsprozesse.

Im Mittelpunkt steht der praktische Einsatz digitaler Technologien. Unternehmen können Anwendungen testen, bevor sie größere Investitionen tätigen. Behörden erhalten Unterstützung bei der Einführung digitaler Verfahren und neuer technischer Systeme.

KI und Robotik sollen Wirtschaft stärken

Künstliche Intelligenz kann Unternehmen dabei helfen, Produktionsprozesse auszuwerten und Ressourcen effizienter einzusetzen. Robotik ermöglicht die Automatisierung wiederkehrender oder körperlich belastender Arbeiten.

Gerade kleine und mittlere Betriebe verfügen jedoch nicht immer über eigene Forschungsabteilungen. Einrichtungen wie der European Digital Innovation Hub sollen deshalb Wissen aus den Hochschulen in die Unternehmen übertragen.

Auch die öffentliche Verwaltung soll von den Projekten profitieren. Digitale Verfahren können Bearbeitungszeiten verkürzen und Beschäftigte bei standardisierten Aufgaben entlasten. Voraussetzung sind sichere Systeme, klare Zuständigkeiten und ausreichend qualifiziertes Personal.

Wildau verbindet Forschung und Wirtschaft

Die Technische Hochschule Wildau besitzt durch ihre Nähe zu Berlin und zum Flughafen BER günstige Bedingungen für Kooperationen. Forschung, Start-ups und etablierte Unternehmen können hier gemeinsam an praktischen Anwendungen arbeiten.

Grimm sieht in dieser Zusammenarbeit einen wichtigen Baustein für die Modernisierung Brandenburgs. Digitalisierung entstehe nicht allein durch politische Konzepte, sondern vor allem durch konkrete Projekte in Unternehmen, Hochschulen und Verwaltungen.

Die digitalpolitische Sommerreise dient dem direkten Austausch mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen in die weitere Digitalpolitik des Landes Brandenburg einfließen.

Quelle: Ministerium der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg