Sachsen sucht technische Antworten auf den Fachkräftemangel, und eine Delegation bringt neue Erfahrungen aus Südkorea mit, nachdem sie Kliniken und Pflegezentren besucht hat.

Künstliche Intelligenz, digitale Kontrollzentren und Roboter gehören in südkoreanischen Krankenhäusern bereits zum Alltag. Eine sächsische Delegation hat sich vom 16. bis 21. August über die dort eingesetzten Systeme informiert.

Gesundheitsministerin Petra Köpping wurde von Führungskräften sächsischer Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Wohlfahrtsverbände begleitet. Auch Vertreter des Landtages und der kommunalen Ebene nahmen teil.

Krankenhaus setzt 77 Roboter ein

Im Hallym University Sacred Heart Hospital arbeiten 77 Serviceroboter aus elf unterschiedlichen Modellreihen. Sie übernehmen Aufgaben in der Logistik, Desinfektion und Pflege.

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums haben die Geräte bereits mehr als 60.000 Einsätze absolviert. Ein digitales Kontrollzentrum überwacht zudem Patientendaten, Standorte medizinischer Geräte und Arbeitsabläufe in Echtzeit.

Die Technik soll Beschäftigte von Routineaufgaben entlasten. Dadurch bleibt mehr Zeit für medizinische und pflegerische Tätigkeiten, die menschliche Aufmerksamkeit erfordern.

Medikamente kommen automatisch auf Station

Ein weiteres Krankenhaus liefert Medikamente mithilfe von Robotern aus der Apotheke auf die Stationen. Das System soll Verwechslungen vermeiden und Transportwege für das Personal verringern.

Das Samsung Medical Center setzt zusätzlich auf papierlose Abläufe und automatisierte Logistik. Nach Angaben des Ministeriums konnte das Krankenhaus damit sein Pflegepersonal spürbar entlasten.

Die Technik ersetzt jedoch nicht die notwendigen Fachkräfte. Planung, Wartung, Datenschutz und Schulungen erfordern zunächst zusätzliche finanzielle und personelle Investitionen.

Pflegeroboter reagieren auf Bewohner

Im National Rehabilitation Center informierte sich die Delegation über Assistenztechnik für Menschen mit Behinderungen und Senioren. Die Einrichtung betreibt ein Praxislabor für Pflegeroboter und künstliche Intelligenz.

Einzelne Roboter bewegen sich selbstständig durch Pflegeeinrichtungen und können auf Bewohner reagieren. Sie sollen Beschäftigung anbieten und soziale Kontakte ergänzen.

Andere Systeme unterstützen bei körperlich belastenden Aufgaben oder überwachen wichtige Abläufe. Sachsen muss nun prüfen, welche Anwendungen sich mit den deutschen Regeln für Datenschutz, Medizinprodukte und Pflegequalität vereinbaren lassen.

Austausch soll fortgesetzt werden

Südkoreanische Einrichtungen interessieren sich zugleich für sächsische Programme zur Gewinnung von Ärzten und Pflegekräften. Dazu gehören die Landarztquote, die Zahnarztquote und Stipendienmodelle.

Die Zahl der Pflegeauszubildenden in Sachsen ist nach Angaben des Ministeriums zuletzt um 15 Prozent gestiegen. Köpping lud Vertreter der südkoreanischen Krankenhausgesellschaft zu einem weiteren Austausch nach Sachsen ein.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Medieninformation vom 24. August 2026