Die Landesgartenschau beginnt im April 2027, und Wittenberge bereitet ein 20 Hektar großes Gelände vor, das mehr als 1.000 Veranstaltungen aufnehmen soll.

Landesgartenschau soll Wittenberge stärken

Die achte Brandenburgische Landesgartenschau findet vom 21. April bis zum 24. Oktober 2027 statt. Wittenberge und die Prignitz werden damit Gastgeber der voraussichtlich besucherstärksten Veranstaltung Brandenburgs.

Für die Schau entwickelt die Stadt vorhandene Parkanlagen weiter und wertet sie dauerhaft auf. Das Gelände umfasst rund 20 Hektar. Die Innenstadt und das Elbufer sind zu Fuß erreichbar.

Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement besuchte die Vorbereitungen gemeinsam mit TMB-Geschäftsführer Christian Woronka und Bürgermeister Oliver Hermann. Fünf Stationen zeigten die Verbindung von Tourismus, Wirtschaft und Stadtentwicklung.

Prignitz gewinnt mehr Übernachtungsgäste

In der Prignitz wurden 2025 rund 201.000 Übernachtungen gezählt. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl um 50 Prozent.

Kleine Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingangebote prägen die Region. Gewerbliche Betriebe mit mindestens zehn Betten verfügen zusammen über etwa 4.000 Schlafplätze. Viele Gäste besuchen die Prignitz wegen der Landschaft und der Radwege.

Bahnhof und Hafen werden ausgebaut

Der sanierte Bahnhof mit seinem historischen Mitropa-Saal wurde im Juni 2026 wiedereröffnet. Als ICE-Halt zwischen Berlin und Hamburg erfüllt er eine wichtige Funktion für die Erreichbarkeit der Region.

Im Bahnhofsgebäude befinden sich außerdem ein Technologie- und Gewerbezentrum, die Kleinstadt Akademie, das Jobcenter sowie Coworking-, Seminar- und Veranstaltungsflächen.

Auch die Erweiterung des Nedwighafens ist abgeschlossen. Neue Bootsliegeplätze, Wohnmobilstellplätze mit Elbblick, Angebote für Paddler, Iglu-Hausboote und Gastronomie sollen den Wasser- und Aktivtourismus stärken.

Industrieflächen erhalten neue Aufgaben

Das Elbe-Resort Alte Ölmühle gilt als Beispiel für den Wandel früherer Industriestandorte. Familie Lange entwickelte das Areal der ehemaligen Märkischen Ölwerke seit 2007 zu einem mehr als 38.000 Quadratmeter großen Urlaubsresort.

Die denkmalgeschützten Gebäude beherbergen heute ein Hotel, ein Restaurant, ein Brauhaus und Veranstaltungsflächen. Hinzu kommen ein Wellnessbereich sowie ein Tauch- und Kletterturm.

Auf dem Gelände der früheren Veritas-Nähmaschinenfabrik soll ein neues Quartier entstehen. Geplant ist eine Verbindung von Arbeiten, Wohnen, Tourismus, Kultur, Forschung und Innovation. Während der Landesgartenschau wird ein Gebäude vorübergehend für Kunst- und Kulturprojekte geöffnet.

Brandenburg verzeichnet weniger Übernachtungen

Im ersten Halbjahr 2026 blieb die Zahl der Gäste in Brandenburg mit 2,4 Millionen stabil. Die Übernachtungen gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 6,2 Millionen zurück.

Zu den meistbesuchten Reiseregionen gehörten das Seenland Oder-Spree mit 969.548 Übernachtungen, die Brandenburgische Seenplatte mit 948.940 Übernachtungen und der Spreewald mit 906.642 Übernachtungen. Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Lausitzer Seenland mit 10,4 Prozent.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg; TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Pressemitteilung vom 28. August 2026