Die Löhne in zahlreichen Lebensmittelbetrieben Sachsen-Anhalts steigen bis 2032 deutlich. Beschäftigte bei Rotkäppchen, Ditsch und Freiberger profitieren von dem Abschluss, der die Lohnlücke zum Westen weitgehend schließen soll.
Tarifvertrag gilt für 2.300 Beschäftigte
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und die Arbeitgeber haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Der Abschluss betrifft rund 2.300 Beschäftigte in knapp einem Dutzend Betrieben.
Zu den beteiligten Unternehmen gehören Rotkäppchen in Freyburg, Ditsch in Oranienbaum und Freiberger in Osterweddingen. Auch weitere Hersteller von Backwaren, Getränken, Schokolade, Feinkost und Tiernahrung fallen unter den Tarifvertrag.
Lohnlücke beträgt bis zu 1.000 Euro
Facharbeiter verdienen nach Angaben der Gewerkschaft bislang monatlich zwischen 500 und 1.000 Euro weniger als Beschäftigte in vergleichbaren westdeutschen Tarifgebieten. Je nach Betrieb beträgt der Unterschied zwischen 16 und 35 Prozent.
Ein Anpassungsmechanismus soll diese Lücke bis 2032 vollständig oder zumindest deutlich verkleinern. Die meisten Betriebe werden schrittweise an das Tarifniveau von Niedersachsen und Bremen herangeführt.
Weitere Erhöhungen bereits im Dezember
Die Tariflöhne stiegen bereits zum 1. Juli 2026 um 3,5 Prozent. In zahlreichen Betrieben folgt im Dezember eine zusätzliche Erhöhung zwischen 1,2 und 2 Prozent.
Nicht alle Unternehmen erreichen bis 2032 eine vollständige Angleichung. Bei Füngers Feinkost und der Deutschen Tiernahrung Cremer bleibt nach Angaben der Gewerkschaft ein kleinerer Abstand bestehen. Burger Knäcke beteiligt sich nicht an der neuen Tarifgemeinschaft.
Einigung folgt auf zahlreiche Warnstreiks
Dem Abschluss gingen Arbeitsniederlegungen in zahlreichen Betrieben voraus. Die Gewerkschaft spricht vom stärksten Streikgeschehen in der Branche seit der Wiedervereinigung.
Der Arbeitgeberverband bezeichnet den Tarifabschluss als historisches Ergebnis. Für einzelne Unternehmen entstehen dadurch nach Angaben des Verbandes zusätzliche Belastungen in Millionenhöhe.
Quelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Verband der Ernährungswirtschaft und MDR Sachsen-Anhalt