Das geplante Karls Erlebnis-Dorf in Wernigerode erreicht die nächste planungsrechtliche Etappe. Seit dem 6. Juli läuft die frühzeitige Beteiligung zum Bebauungsplan Nr. 81 und zur notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans. Einwohner, Unternehmen und weitere Betroffene können die Unterlagen bis zum 9. August einsehen und Stellungnahmen abgeben.
Die Beteiligung ermöglicht es der Öffentlichkeit, Hinweise zu Verkehr, Lärm, Umwelt, Flächenverbrauch und weiteren Auswirkungen des Projekts einzureichen. Die Stellungnahmen werden anschließend im weiteren Planverfahren geprüft.
Dauerhafter Standort soll bis 2028 entstehen
Karls plant in Wernigerode sein erstes dauerhaftes Erlebnis-Dorf in Sachsen-Anhalt. Nach bisherigen Unternehmensangaben soll der Standort im Frühjahr 2028 eröffnen. Vorgesehen ist eine Investition von rund 30 Millionen Euro.
Das Projekt soll auf einer etwa zwölf Hektar großen Fläche entstehen. Geplant sind Fahrgeschäfte, Manufakturen, Gastronomie, Verkaufsangebote und weitere familienorientierte Attraktionen. Karls rechnet mit rund 180 dauerhaften Arbeitsplätzen sowie zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für Schüler, Studenten und Saisonkräfte.
Für die Stadt wäre es nach Einschätzung des Oberbürgermeisters eine der größten touristischen Ansiedlungen der vergangenen Jahre. Das Vorhaben soll zusätzliche Besucher nach Wernigerode bringen und Familien einen weiteren Anlass für längere Aufenthalte im Harz bieten.
Pop-up-Dorf testet bereits die Nachfrage
Seit Mai betreibt Karls in Wernigerode ein vorläufiges Erlebnisangebot. Das Pop-up-Dorf umfasst unter anderem einen Markt, eine Traktorbahn und eine kleine Familienattraktion. Es soll bis Oktober geöffnet bleiben und dem Unternehmen erste Erfahrungen mit dem Standort ermöglichen.
Das zeitlich begrenzte Angebot ersetzt das Planverfahren für das dauerhafte Dorf nicht. Die endgültige Anlage ist erheblich größer und benötigt eine geordnete städtebauliche, verkehrliche und umweltrechtliche Vorbereitung.
Die laufende Testphase kann jedoch Hinweise darauf liefern, wie viele Besucher kommen, welche Angebote besonders gefragt sind und welche Belastungen durch Verkehr oder Parkraumsuche entstehen.
Verkehr und Flächenverbrauch dürften zentrale Fragen werden
Ein Ausflugsziel dieser Größenordnung verändert nicht nur die touristische Wahrnehmung der Stadt. Es erzeugt zusätzlichen Autoverkehr, benötigt Parkplätze und muss an Straßen, Radwege und öffentliche Verkehrsmittel angebunden werden.
Im weiteren Verfahren wird deshalb zu prüfen sein, wie Besucherströme geführt und Belastungen für benachbarte Wohn- und Gewerbebereiche begrenzt werden können. Ebenso wichtig sind der Umgang mit Boden, Regenwasser, Naturflächen und Energieversorgung.
Die frühzeitige Beteiligung findet bewusst zu einem Zeitpunkt statt, an dem noch Änderungen möglich sind. Bürger sollten ihre Einwände deshalb möglichst konkret begründen und auf einzelne Planungsunterlagen beziehen.
Tourismus und Handel hoffen auf zusätzliche Gäste
Wernigerode gehört bereits zu den besucherstärksten Orten im Harz. Karls könnte neue Zielgruppen ansprechen, insbesondere Familien mit jüngeren Kindern. Davon könnten Hotels, Ferienwohnungen, Gastronomie und Einzelhandel profitieren.
Gleichzeitig besteht die Aufgabe, das neue Angebot mit der historischen Innenstadt, dem Schloss, der Schmalspurbahn und bestehenden Freizeiteinrichtungen zu verbinden. Nur dann bleiben zusätzliche Gäste nicht ausschließlich auf dem Gelände des Erlebnis-Dorfes.
Die Bürgerbeteiligung läuft bis zum 9. August. Danach werden die Hinweise ausgewertet und in die weitere politische und fachliche Beratung einbezogen.
Quellen
Stadt Wernigerode und Beteiligungsportal Sachsen-Anhalt: Frühzeitige Beteiligung zum Bebauungsplan Nr. 81 „Karls Erlebnis-Dorf“.
Karls Erlebnis-Dörfer: Informationen zum geplanten Standort Wernigerode.
Deutsche Presse-Agentur: Investition, Arbeitsplätze, Pop-up-Dorf und geplanter Eröffnungstermin.