Wirtschaft und Politik legen Zielbild bis 2040 vor

Sachsen verliert 19.000 Industriearbeitsplätze

Sachsens Industrie steht unter erheblichem Druck. Arbeitgeber sprechen von 19.000 verlorenen Arbeitsplätzen innerhalb von drei Jahren.

Von Christian Richter 2 Min. Lesezeit

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Vertreter von Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern beraten über Sachsens Wirtschaft
Vertreter von Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern beraten über Sachsens Wirtschaft Symbolbild · Foto: adobe.stock

In der sächsischen Industrie sind nach Angaben der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft innerhalb von drei Jahren rund 19.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Eine Entwarnung sei nicht in Sicht. Landesregierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften haben deshalb ein gemeinsames Zielbild für die Wirtschaft bis 2040 vorgelegt.

Das Papier entstand nach mehreren Gesprächsrunden und der Arbeit von vier thematischen Gruppen. Beteiligt waren Vertreter der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Regierungsfraktionen.

Sachsen will beim Wachstum unter die besten Länder

Sachsen soll langfristig zu den drei Bundesländern mit dem stärksten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gehören. Dafür sollen industrielle Wertschöpfung, Mittelstand, Handwerk und Forschung enger miteinander verbunden werden.

Als wichtige Zukunftsfelder nennt das Papier Mikroelektronik, künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Biowissenschaften. Sachsen solle sich von der Rolle einer verlängerten Werkbank lösen und mehr eigene Produkte, Technologien und wachsende Unternehmen hervorbringen.

Dafür sollen Genehmigungen beschleunigt, Verwaltungsleistungen digitalisiert und bürokratische Vorgaben reduziert werden. Die staatliche Wirtschaftsförderung soll einfacher aufgebaut und stärker auf Investitionen, Innovationen und Beschäftigung ausgerichtet werden.

Jährlich fehlen 15.000 Menschen im Erwerbsalter

Neben dem Verlust von Industriearbeitsplätzen verschärft die demografische Entwicklung die Lage. Bis 2040 werden dem sächsischen Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Beteiligten jedes Jahr etwa 15.000 Menschen im Erwerbsalter weniger zur Verfügung stehen.

Das Zielbild sieht deshalb einen leichteren Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf vor. Zudem sollen Weiterbildungen ausgebaut, internationale Fachkräfte gewonnen und Menschen mit Vermittlungshemmnissen stärker in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Gewerkschaften fordern zugleich sichere Arbeitsplätze, Tarifverträge und Investitionen in Bildung und soziale Infrastruktur. Gute Arbeits- und Lebensbedingungen seien notwendig, damit Fachkräfte in Sachsen bleiben.

Energiepreise bleiben ein Standortproblem

Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung gehört zu den zentralen Forderungen. Benötigt werden nach Einschätzung der Beteiligten schnellere Stromnetze, wettbewerbsfähige Energiepreise und bessere Voraussetzungen für Wasserstofftechnologien.

Das vorgelegte Zielbild setzt langfristige Schwerpunkte, enthält aber noch keine Garantie für neue Arbeitsplätze. Entscheidend wird sein, welche Maßnahmen die Staatsregierung umsetzt und ob Unternehmen wieder stärker in sächsische Standorte investieren.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Medieninformation vom 11. September 2026

Themen: EnergiepreiseIndustrieWirtschaft SachsenArbeitsplätzeFachkräftemangelMittelstand

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