In Netzeband in Mecklenburg-Vorpommern ist der Bohrplatz für die Suche nach einem möglichen Heliumvorkommen fertiggestellt worden. Anfang 2027 soll die Tiefbohrung „Wolgast 8“ beginnen. Sie soll klären, ob im Untergrund genügend Helium für eine wirtschaftliche Nutzung vorhanden ist.
Das Vorhaben trägt den Namen „Brimir“. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Wolfgang Blank informierte sich am Samstag, 12. September 2026, vor Ort über den Stand des Projekts.
Helium ist für Medizin und Halbleiter wichtig
Helium wird unter anderem in der Medizintechnik, der Halbleiterindustrie und der Forschung eingesetzt. Wegen seiner besonderen Eigenschaften lässt sich der Rohstoff in zahlreichen technischen Anwendungen nur schwer ersetzen.
Deutschland und andere europäische Staaten sind bei der Versorgung weitgehend auf Einfuhren angewiesen. Die Europäische Union stuft Helium deshalb als kritischen Rohstoff mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung und einem erheblichen Versorgungsrisiko ein.
Ein nutzbares Vorkommen in Vorpommern könnte die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten verringern. Zugleich könnte sich daraus eine wirtschaftliche Perspektive für die Region ergeben. Ob tatsächlich ausreichend Helium vorhanden ist, muss die Tiefbohrung jedoch erst zeigen.
Bergamt genehmigte die Erkundungsbohrung
Das Bergamt Stralsund ließ den Hauptbetriebsplan für die Tiefbohrung bereits im November 2025 zu. Dem Verfahren gingen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums umweltfachliche Untersuchungen sowie wasser- und naturschutzrechtliche Prüfungen voraus.
Beteiligt wurden die zuständigen Behörden, die Gemeinde, der Landkreis sowie Energie- und Wasserversorgungsunternehmen. Zudem fand eine Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Während der Arbeiten ist ein Grundwassermonitoring vorgesehen.
Noch keine Erlaubnis zur Förderung
Die bestehende Genehmigung erlaubt ausschließlich die Erkundung des möglichen Vorkommens. Eine kommerzielle Förderung ist damit nicht gestattet.
Sollte die Bohrung ein wirtschaftlich nutzbares Heliumvorkommen nachweisen, wären weitere Prüfungen und Genehmigungsverfahren erforderlich. Erst danach könnte über eine Förderung entschieden werden. Bis dahin bleibt offen, ob aus dem Projekt tatsächlich eine neue Rohstoffquelle für Mecklenburg-Vorpommern entsteht.
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, Pressemitteilung vom 12. September 2026