Für das geplante Großgewerbegebiet zwischen Upahl und Grevesmühlen ist ein wesentlicher Teil der Finanzierung gesichert. Mehr als 21 Millionen Euro sollen in Straßen, Leitungen und weitere Infrastruktur fließen. Für erste Flächen gibt es bereits konkrete Anfragen und Kaufvertragsverhandlungen. Bis zu 450 neue Arbeitsplätze könnten entstehen.

Förderbescheide über mehr als 21 Millionen Euro

Die Stadt Grevesmühlen erhält nach Angaben der Verwaltung rund 13,6 Millionen Euro. Weitere knapp 7,9 Millionen Euro gehen an den zuständigen Zweckverband. Zusammen stehen damit mehr als 21 Millionen Euro für die Erschließung des Standorts zur Verfügung.

Finanziert werden sollen unter anderem Straßen sowie Wasser- und Abwasserleitungen. Hinzu kommen weitere technische Anlagen, die erforderlich sind, bevor Unternehmen auf den Flächen bauen und ihren Betrieb aufnehmen können.

Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Das Programm wird aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes gespeist. Das Vorhaben erhält die umfangreiche Förderung, weil das Land Mecklenburg-Vorpommern den Standort als landesbedeutsam eingestuft hat.

Zwölf Hektar bereits konkret nachgefragt

Das geplante Gewerbegebiet umfasst insgesamt rund 38 Hektar. Für etwa zwölf Hektar gibt es nach Angaben der Stadt bereits konkrete Anfragen oder Gespräche über Grundstückskäufe.

Zu den vorgesehenen Projekten gehört ein Regionalzentrum der Drogeriemarktkette Rossmann. Außerdem sollen das neue Gefahrenabwehrzentrum des Landkreises Nordwestmecklenburg sowie ein Autohof mit einem Schnellrestaurant auf dem Gelände entstehen.

Allein diese bislang bekannten Vorhaben könnten nach Berechnungen der Stadt rund 450 Arbeitsplätze schaffen. Weitere Ansiedlungen würden das wirtschaftliche Gewicht des Gebiets zusätzlich erhöhen.

Lage an der A20 als Standortvorteil

Das Areal liegt verkehrsgünstig an der Autobahn A20. Dadurch sind sowohl die Ostseeküste als auch Lübeck, Wismar und das weitere norddeutsche Autobahnnetz gut erreichbar.

Diese Lage ist insbesondere für Unternehmen aus Logistik, Handel und Produktion von Bedeutung. Auch die Nähe zu Grevesmühlen bietet Vorteile, weil die Stadt bereits über Schulen, Verwaltungen, Versorgungsangebote und bestehende Gewerbestrukturen verfügt.

Für die Region könnte das Projekt zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und die kommunalen Einnahmen langfristig stärken. Gleichzeitig entsteht ein größerer Bedarf an Wohnungen, Verkehrsanbindungen und sozialen Angeboten für neue Beschäftigte.

Erschließung soll Mitte 2027 beginnen

Die Bauarbeiten für die Erschließung sind nach derzeitiger Planung ab Mitte 2027 vorgesehen. Zunächst müssen die notwendigen Straßen und Leitungsnetze geschaffen werden. Erst anschließend können die einzelnen Grundstücke bebaut werden.

Die Idee für das gemeinsame Gewerbegebiet reicht nach Angaben von Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler bis in das Jahr 2010 zurück. In den vergangenen fünf Jahren wurden die Planungen besonders intensiv vorangetrieben.

Dass die Förderbescheide nun vorliegen, schafft für Stadt, Zweckverband und mögliche Investoren mehr Planungssicherheit. Bis zur vollständigen Entwicklung des Gebiets bleiben dennoch mehrere Schritte erforderlich.

Chancen und Belastungen gemeinsam betrachten

Neben den wirtschaftlichen Chancen wird es darauf ankommen, die Auswirkungen auf Verkehr, Umwelt und benachbarte Orte zu berücksichtigen. Neue Unternehmen und ein Autohof führen voraussichtlich zu mehr Pkw- und Lastwagenverkehr.

Für die Kommunen stellt sich deshalb die Aufgabe, das Gewerbegebiet nicht isoliert zu entwickeln. Straßenanschlüsse, öffentlicher Nahverkehr, Energieversorgung und Ausgleichsmaßnahmen müssen aufeinander abgestimmt werden.

Mit der zugesagten Förderung erreicht das Vorhaben nun eine entscheidende Etappe. Gelingt die geplante Ansiedlung, könnte zwischen Upahl und Grevesmühlen einer der bedeutendsten neuen Gewerbestandorte im westlichen Mecklenburg-Vorpommern entstehen.

Quellen

Stadt Grevesmühlen, Bericht zum Großgewerbestandort, 11. September 2026