In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD fünf Tage vor der Landtagswahl mit 38 Prozent vorn. Die CDU fällt auf sieben Prozent zurück, während die SPD 33 Prozent erreicht.

Für die politische Landschaft im Nordosten zeichnet sich damit eine deutliche Verschiebung ab. Der letzte Mecklenburg-VorpommernTREND vor der Wahl sieht die AfD klar als stärkste Kraft.

Die SPD bleibt trotz eines leichten Zuwachses fünf Prozentpunkte dahinter. Besonders schwer wiegt das Ergebnis für die CDU: Sie würde ihr ohnehin schwaches Wahlergebnis von 2021 noch einmal deutlich unterschreiten.

AfD hat Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt

Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD 16,7 Prozent. In der letzten Erhebung vor der Wahl kommt sie nun auf 38 Prozent.

Die SPD würde von 39,6 auf 33 Prozent zurückfallen. Die Linke erreicht neun Prozent, die Grünen liegen bei fünf Prozent. Das BSW würde mit vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Damit wäre die bisherige rot-rote Landesregierung ohne eigene Mehrheit.

CDU droht bundesweiter Negativrekord

Für die CDU ist die Lage besonders schwierig. 2021 hatte sie in Mecklenburg-Vorpommern 13,3 Prozent erzielt – bereits damals ein sehr schwaches Ergebnis.

Mit sieben Prozent würde sie nun noch einmal fast die Hälfte ihrer damaligen Unterstützung verlieren. Infratest dimap weist darauf hin, dass der Partei damit ein bundesweiter Tiefstand bei Landtagswahlen droht.

Auch Spitzenkandidat Daniel Peters kann die Partei bislang kaum nach oben ziehen. Nur 13 Prozent der Befragten äußern sich positiv über ihn.

Schwesig bleibt deutlich beliebter

Anders sieht es bei Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aus. 58 Prozent der Befragten bewerten die SPD-Politikerin positiv.

AfD-Spitzenpolitiker Leif-Erik Holm kommt auf 27 Prozent Zustimmung. Bei einer direkten Entscheidung zwischen Schwesig und Holm bevorzugen 59 Prozent die Amtsinhaberin, 28 Prozent den AfD-Politiker.

Das erklärt einen auffälligen Widerspruch: Obwohl die AfD in der Sonntagsfrage vorn liegt, wünschen sich 55 Prozent weiterhin eine SPD-geführte Landesregierung. 32 Prozent sprechen sich für eine AfD-geführte Regierung aus.

Zehn Prozent können sich noch umentscheiden

Vollständig entschieden ist die Wahl dennoch nicht.

74 Prozent der Befragten geben an, ihre Parteipräferenz stehe bereits fest. Bei zehn Prozent könnte sich die Entscheidung bis zum Wahltag noch ändern. Weitere 16 Prozent tendieren zur Nichtwahl oder haben bislang keine klare Parteipräferenz.

Gerade bei Grünen und BSW können deshalb bereits geringe Verschiebungen darüber entscheiden, wie der nächste Landtag zusammengesetzt sein wird.

Mecklenburg-Vorpommern vor politischer Zäsur

Sollte sich die aktuelle Stimmung am Sonntag bestätigen, wäre das Ergebnis eine politische Zäsur.

Die AfD würde erstmals bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft. Gleichzeitig würde die CDU auf ein historisches Tief fallen.

Die entscheidende Frage wäre anschließend jedoch nicht allein, wer die meisten Stimmen erhalten hat. Entscheidend wäre, welche Parteien überhaupt noch eine mehrheitsfähige Regierung bilden können.

Quelle: infratest dimap, Mecklenburg-VorpommernTREND September II 2026, veröffentlicht am 10. September 2026.