Zehn Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in einer neuen Umfrage bei 38 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht 33 Prozent. Besonders dramatisch fällt das Ergebnis für die CDU aus: Sie kommt nur noch auf sieben Prozent und müsste mit einem historischen Tief rechnen.
Für die Erhebung befragte Infratest dimap im Auftrag der ARD zwischen dem 7. und dem 9. September insgesamt 1.556 Wahlberechtigte. Die Landtagswahl findet am Sonntag, 20. September 2026, statt.
Im Vergleich zur vorausgegangenen Umfrage gewinnt die AfD drei Prozentpunkte hinzu. Die SPD verbessert sich um einen Punkt. Damit wächst der Abstand zwischen den beiden stärksten Parteien wieder von drei auf fünf Prozentpunkte.
CDU droht bundesweit historisches Tief
Die Linke erreicht neun Prozent und verliert zwei Punkte. Die CDU fällt auf sieben Prozent. Ein solches Ergebnis wäre nicht nur für den Landesverband eine schwere Niederlage.
Nach Angaben des NDR wäre es zugleich das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Den bisherigen Tiefpunkt verzeichnete die Partei 1951 in Bremen mit neun Prozent.
Die Grünen liegen in der Umfrage bei fünf Prozent und müssten um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Das BSW erreicht vier Prozent und würde damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Rund zehn Prozent der befragten Wahlberechtigten waren zum Zeitpunkt der Erhebung noch unentschlossen. Weitere 16 Prozent wollten nicht wählen oder äußerten keine Parteineigung. Das tatsächliche Ergebnis kann daher weiterhin von den Umfragewerten abweichen.
AfD vorn – Schwesig bei Direktwahl deutlich stärker
Obwohl die AfD in der Sonntagsfrage den höchsten Wert erreicht, liegt Manuela Schwesig bei einer fiktiven Direktwahl des Ministerpräsidenten deutlich vor ihrem AfD-Herausforderer.
Nach der Erhebung würden 59 Prozent für Schwesig stimmen. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm erreicht 28 Prozent. Zudem sprechen sich 55 Prozent für eine von der SPD geführte Landesregierung aus. Eine AfD-geführte Regierung bevorzugen 32 Prozent.
Damit zeigt sich ein widersprüchliches Stimmungsbild: Bei der Parteienfrage liegt die AfD vorn, bei der Frage nach der Regierungsführung besitzt die amtierende Ministerpräsidentin weiterhin einen deutlichen persönlichen Vorsprung.
Rot-Rot-Grün könnte rechnerisch möglich sein
Auf Grundlage der Umfrage hätte die bisherige rot-rote Koalition aus SPD und Linken keine eigene Mehrheit mehr. Gemeinsam mit den Grünen könnte ein Dreierbündnis jedoch rechnerisch eine Mehrheit erreichen.
Für die AfD wäre trotz ihres deutlichen Vorsprungs kein offensichtlicher Koalitionspartner im Landtag erkennbar. Ob die Partei nach der Wahl tatsächlich den Regierungschef stellen könnte, hängt daher nicht nur von ihrem Stimmenanteil, sondern auch von der Sitzverteilung und den Entscheidungen der übrigen Parteien ab.
Die Umfrage wurde mit 861 Telefoninterviews und 695 Onlineinterviews durchgeführt. Die statistische Schwankungsbreite beträgt bei größeren Parteien ungefähr drei Prozentpunkte. Die Werte bilden daher die politische Stimmung während des Befragungszeitraums ab und sind keine Prognose des endgültigen Wahlergebnisses.
Quelle: Infratest dimap, veröffentlicht am 10. September 2026