Mecklenburg-Vorpommern steuert bei der Landtagswahl am 20. September 2026 auf einen Zweikampf zwischen AfD und SPD zu, während der CDU ein historischer Absturz auf nur noch acht Prozent droht.
Nach dem aktuellen MV-Trend von Infratest dimap erreicht die AfD 35 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 32 Prozent und hat den Abstand damit auf drei Punkte verkürzt.
Noch vor einem Jahr hatte die SPD bei 19 Prozent gelegen und damit fast 20 Punkte Rückstand auf die AfD. Die Aufholjagd verändert die Ausgangslage für die letzten Tage des Wahlkampfes grundlegend.
Schwesig setzt auf Amtsbonus
Die SPD richtet ihren Wahlkampf stark auf die amtierende Ministerpräsidentin aus. Schwesig stellt die Abstimmung als Entscheidung zwischen ihrer Fortsetzung der Regierung und einem Wahlsieg der AfD dar.
In einer direkten Wahl des Regierungschefs würden sich laut Umfrage 60 Prozent für Schwesig entscheiden. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm käme auf 25 Prozent.
Auch bei der Frage nach der bevorzugten Regierungsführung liegt die SPD deutlich vor der AfD. 56 Prozent der Befragten wollen, dass die Sozialdemokraten weiterhin die Landesregierung anführen. 31 Prozent bevorzugen die AfD.
Die AfD bleibt in der Sonntagsfrage dennoch stärkste Kraft. Holm verweist darauf, dass unterschiedliche Institute voneinander abweichende Ergebnisse ermitteln. Seine Partei will den Wahlkampf in den verbleibenden Tagen weiter verschärfen.
CDU fällt auf acht Prozent
Besonders dramatisch ist die Lage für die CDU. Sie erreicht im aktuellen MV-Trend nur noch acht Prozent.
Bei der Landtagswahl 2021 erzielte die Partei 13,3 Prozent. Bereits dieses Ergebnis war ein historischer Tiefstand. Sollte die CDU diesmal tatsächlich auf acht Prozent fallen, wäre das ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in der Bundesrepublik.
Nach der schweren Niederlage der CDU in Sachsen-Anhalt wächst auch im Nordosten der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz. Führende Landespolitiker kritisieren den Kurs der Bundespartei und verlangen personelle sowie inhaltliche Konsequenzen.
Linke könnte erneut mitregieren
Die Linke erreicht in der Umfrage elf Prozent und wäre damit weiterhin die drittstärkste Kraft. Gemeinsam mit SPD und Grünen könnte sie eine parlamentarische Mehrheit bilden.
Die Grünen kommen auf fünf Prozent und müssen um den Wiedereinzug in den Landtag kämpfen. Das BSW liegt bei vier Prozent und würde nach dem aktuellen Stand an der Sperrklausel scheitern.
Welche Koalitionen tatsächlich möglich werden, hängt deshalb stark vom Abschneiden der kleineren Parteien ab. Bereits geringe Verschiebungen könnten darüber entscheiden, ob Rot-Rot-Grün eine Mehrheit erreicht oder ein anderes Bündnis benötigt wird.
Wahl mit bundesweiter Bedeutung
Nach dem Rekordergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt erhält auch die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern bundesweite Bedeutung. Ein weiterer AfD-Sieg würde den politischen Druck auf die Bundesregierung und die CDU weiter erhöhen.
Gleichzeitig zeigt die Aufholjagd der SPD, dass die Wahl noch nicht entschieden ist. Umfragen bilden lediglich die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Vorhersage des Wahlergebnisses.
Entscheidend wird sein, welche Partei ihre Anhänger mobilisieren kann und wie viele bisher unentschlossene Wähler sich in den letzten Tagen festlegen.