Schwertransport sorgt für nächtliche Vollsperrung der B81

Riesiger Transformator für Osterweddingen: Umspannwerk Eulenberg wird weiter ausgebaut

Großtransformator erreicht die Börde

Von Andreas Feldmann 6 Min. Lesezeit

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Die neue Anlage soll künftig den High-Tech-Park und weitere industrielle Verbraucher mit Strom versorgen.
Die neue Anlage soll künftig den High-Tech-Park und weitere industrielle Verbraucher mit Strom versorgen. Foto: 50Hertz Transmission GmbH

Sülzetal. Ein aufwendiger Schwertransport steht in der Gemeinde Sülzetal im Landkreis Börde bevor. In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 2026 soll ein Großtransformator zum Umspannwerk Eulenberg gebracht werden. Dafür müssen zeitweise die Bundesstraße 81 sowie mehrere Straßen in Osterweddingen vollständig gesperrt werden. Der Transport ist Teil des Ausbaus der Stromversorgung für den High-Tech-Park Eulenberg bei Magdeburg. Das gemeinsame Infrastrukturprojekt der Netzbetreiber 50Hertz und Avacon soll künftig große Industrieunternehmen versorgen und zugleich das regionale Stromnetz stärken.

Großtransformator wird nachts zum Eulenberg transportiert

Die Gemeinde Sülzetal hat für die kommenden Tage umfangreiche Einschränkungen angekündigt.

Nach dem veröffentlichten Transportplan wird der Transformator zunächst im Bereich der Bahnhofstraße in Osterweddingen umgeladen.

Anschließend soll das schwere Bauteil zur Euroglasstraße gebracht und dort vorübergehend abgestellt werden.

In der Nacht vom Mittwoch, dem 28. Oktober, auf Donnerstag, den 29. Oktober, folgt der entscheidende Transportabschnitt.

Der Transformator wird über die Bielefelder Straße und die Bundesstraße 81 zum Umspannwerk Eulenberg gefahren.

Für die Fahrt sind umfangreiche Sicherungsmaßnahmen notwendig.

Schwere Transformatoren gehören zu den besonders anspruchsvollen Transportgütern. Aufgrund ihrer Abmessungen und ihres Gewichts können sie nicht wie gewöhnliche Fracht befördert werden.

Stattdessen kommen spezielle Schwerlastfahrzeuge zum Einsatz, deren Fahrwege im Voraus geprüft und vorbereitet werden müssen.

Das genaue Gewicht und die Abmessungen des für Osterweddingen vorgesehenen Transformators wurden in der aktuellen Verkehrsinformation nicht genannt.

Bahnübergang in Osterweddingen wird vollständig gesperrt

Bereits am Dienstagabend beginnen die ersten größeren Einschränkungen.

Am Bahnübergang Bahnhofstraße wird die Kreisstraße 1224 am 27. Oktober ab 18 Uhr vollständig gesperrt.

Die Sperrung soll bis Mittwochmorgen um 5.30 Uhr dauern.

Grund sind das Umladen des Transformators und sein anschließender Transport zur Euroglasstraße.

Für Autofahrer wird eine Umleitung über Langer Göhren und die Dodendorfer Straße eingerichtet.

Anlieger können die Bahnhofstraße aus den jeweiligen Richtungen noch bis zu bestimmten Punkten befahren.

Die Gemeinde bittet Verkehrsteilnehmer, die ausgeschilderten Umleitungen zu beachten.

Auch in der Euroglasstraße gelten besondere Regelungen.

Dort wird ab Dienstagabend um 19 Uhr ein Haltverbot eingerichtet, das bis zum 30. Oktober bestehen bleiben soll.

So sollen die notwendigen Flächen für den Schwertransport freigehalten werden.

B81 in der Nacht zum Donnerstag gesperrt

Die stärksten Auswirkungen auf den Straßenverkehr werden für Mittwochabend und die anschließende Nacht erwartet.

Die B81 wird nach Angaben der Gemeinde vom 28. Oktober um 20 Uhr bis zum 29. Oktober um 6 Uhr vollständig gesperrt.

Betroffen sind außerdem die Bielefelder Straße und die Auffahrt zur Bundesstraße.

Für den überregionalen Verkehr wird eine Umleitung eingerichtet.

Sie führt unter anderem über die Autobahn 14, die Landesstraße 50 bei Dodendorf und die Bundesstraße 246a über Stemmern, Bahrendorf und Altenweddingen.

Die Strecke ist in beiden Richtungen ausgeschildert.

Bereits seit dem 23. Oktober bestehen auf der B81 in Höhe der Siedlung Baumschule Einschränkungen.

Dort steht bis zum 30. Oktober in jeder Fahrtrichtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.

Die Gemeinde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zufahrt für Rettungs- und Löschfahrzeuge während der Maßnahmen gewährleistet bleibt.

Neues Umspannwerk soll High-Tech-Park versorgen

Der Transport steht im Zusammenhang mit einem großen Infrastrukturprojekt westlich von Magdeburg.

Am Eulenberg entsteht ein Umspannwerk, das künftig Unternehmen im geplanten High-Tech-Park mit elektrischer Energie versorgen soll.

Die Anlage wird gemeinsam vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und dem regionalen Verteilnetzbetreiber Avacon entwickelt.

Auch die Städtischen Werke Magdeburg sind in die Planungen zur regionalen Energieversorgung eingebunden.

Das Vorhaben wurde ursprünglich vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Ansiedlung des amerikanischen Halbleiterherstellers Intel bekannt.

Das Umspannwerk ist jedoch nicht ausschließlich für ein einzelnes Unternehmen vorgesehen.

Es soll langfristig auch anderen industriellen Abnehmern zur Verfügung stehen und die vorhandene Strominfrastruktur der Region verstärken.

Damit bleibt das Projekt für die wirtschaftliche Entwicklung des Magdeburger Umlands von Bedeutung.

Stromversorgung für große Industrieansiedlungen

Der High-Tech-Park Eulenberg wurde als Standort für größere Industrieansiedlungen entwickelt.

Unternehmen aus der Halbleiterindustrie und anderen technologieorientierten Wirtschaftszweigen benötigen häufig große Mengen elektrischer Energie.

Zugleich stellen industrielle Produktionsanlagen hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Stromversorgung.

Kurzfristige Unterbrechungen können Produktionsprozesse stören und erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen.

Deshalb ist eine leistungsfähige Netzanbindung eine wichtige Voraussetzung für solche Standorte.

Nach den veröffentlichten Planungen soll das Umspannwerk Eulenberg zunächst eine Leistung von 400 Megawatt bereitstellen können.

Bei entsprechendem Bedarf ist ein Ausbau auf bis zu 1.600 Megawatt vorgesehen.

Die Zahlen verdeutlichen die Größenordnung der Infrastruktur.

Die tatsächlich benötigte Leistung hängt jedoch davon ab, welche Unternehmen sich künftig im Industriegebiet ansiedeln und wie sich ihr Strombedarf entwickelt.

Transformatoren verbinden unterschiedliche Spannungsebenen

Ein zentraler Bestandteil des Umspannwerks sind die Leistungstransformatoren.

Sie ermöglichen es, elektrische Energie zwischen unterschiedlichen Spannungsebenen zu übertragen.

Im Übertragungsnetz von 50Hertz wird Strom unter anderem mit einer Spannung von 380 Kilovolt transportiert.

Für die weitere Verteilung muss die Spannung auf niedrigere Ebenen angepasst werden.

Im Umspannwerk Eulenberg ist insbesondere die Umwandlung von 380 auf 110 Kilovolt vorgesehen.

Anschließend kann der Strom über das regionale Netz und weitere technische Anlagen an industrielle Verbraucher verteilt werden.

Transformatoren übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe.

Sie verbinden die großräumige Stromübertragung mit der Versorgung von Gewerbegebieten, Städten und anderen Verbrauchern.

Die Anlieferung eines solchen Geräts ist deshalb ein wichtiger Schritt beim technischen Aufbau eines Umspannwerks.

Allerdings bedeutet die Ankunft des Transformators noch nicht, dass die gesamte Anlage unmittelbar danach vollständig betriebsbereit ist.

Vor einer regulären Nutzung sind weitere Montagearbeiten, technische Prüfungen und gegebenenfalls Inbetriebnahmeverfahren erforderlich.

Ausbau könnte bis zu 28 Hektar umfassen

Das neue Umspannwerk entsteht westlich der Autobahnanschlussstelle Magdeburg-Sudenburg.

Die Anlage wird nach den Planungen eine besondere L-förmige Struktur erhalten.

Damit soll die verfügbare Fläche möglichst effizient genutzt werden.

Im möglichen Endausbau kann das gemeinsame Umspannwerk bis zu 28 Hektar umfassen.

Neben den Transformatoren werden unter anderem Schaltanlagen, Leitungsportale, Blitzschutzmasten und technische Einrichtungen zur Steuerung und Überwachung benötigt.

Die Netzbetreiber wollen außerdem bei der Gestaltung der Freiflächen ökologische Anforderungen berücksichtigen.

Dazu gehören Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt sowie der möglichst weitgehende Verzicht auf besonders klimaschädliche Isoliergase.

Für das Vorhaben erhielt 50Hertz bereits im Juni 2024 die erforderliche immissionsschutzrechtliche Genehmigung.

Damit wurde eine wesentliche Voraussetzung für die Errichtung der Anlage geschaffen.

Region soll auch unabhängig von Intel profitieren

Die ursprünglichen Planungen für den High-Tech-Park waren eng mit dem angekündigten Bau einer großen Intel-Fabrik verbunden.

Seitdem haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die internationale Halbleiterindustrie verändert.

Für die Entwicklung des Eulenbergs bleibt deshalb entscheidend, welche industriellen Ansiedlungen langfristig tatsächlich verwirklicht werden.

Das Umspannwerk ist jedoch grundsätzlich auf eine breitere Nutzung ausgelegt.

Die Netzbetreiber planen die Anlage so, dass neben größeren Industriekunden auch die umliegenden Versorgungsnetze profitieren können.

Zugleich soll die Infrastruktur die Aufnahme und Verteilung erneuerbarer Energien unterstützen.

Damit erfüllt das Projekt Aufgaben, die über die Versorgung eines einzelnen geplanten Werks hinausgehen.

Für die Region Magdeburg und den Landkreis Börde ist eine leistungsfähige Stromversorgung eine wichtige Voraussetzung, um weitere Industrie- und Gewerbeunternehmen anzuziehen.

Schwertransport als sichtbarer Schritt beim Netzausbau

Mit dem für Mittwochabend vorgesehenen Transport wird der Ausbau des Umspannwerks auch für die Menschen in Sülzetal unmittelbar sichtbar.

Die Anlieferung großer technischer Bauteile erfordert eine sorgfältige Koordination zwischen Transportunternehmen, Straßenverkehrsbehörden, Polizei und weiteren Beteiligten.

Für die Anwohner und Pendler bedeutet dies vorübergehende Einschränkungen.

Besonders die nächtliche Vollsperrung der B81 dürfte sich auf den Verkehr zwischen Magdeburg und dem südlichen Umland auswirken.

Die Gemeinde hat die Maßnahmen deshalb frühzeitig angekündigt und Umleitungsstrecken veröffentlicht.

Nach dem derzeitigen Zeitplan sollen die wesentlichen Sperrungen bis Donnerstagmorgen aufgehoben werden.

Die einspurige Verkehrsführung auf einem Abschnitt der B81 bleibt voraussichtlich noch bis zum 30. Oktober bestehen.

Für das Umspannwerk Eulenberg ist die Anlieferung ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer leistungsfähigen Energieversorgung.

Ob und wann die Anlage in ihrem geplanten Umfang genutzt werden kann, hängt von den weiteren technischen Arbeiten und der Entwicklung des Industriegebiets ab.

Fest steht jedoch, dass mit dem Transformator ein wichtiger Bestandteil der künftigen Strominfrastruktur seinen Bestimmungsort erreichen soll.

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