Neues Weihnachtsmärchen bringt Wilhelm Hauffs Klassiker auf die Bühne

Bautzen: Der kleine Muck sucht sein Glück – Deutsch-Sorbisches Volkstheater feiert Märchenpremiere

Märchenpremiere für die ganze Familie

Von Johannes Falkenberg 5 Min. Lesezeit

Teilen
Schauspieler Paul Hölters in der Rolle des kleinen Muck bei der Märcheninszenierung am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Das neue Vorweihnachtsmärchen feiert am 31. Oktober 2026 Premiere.
Schauspieler Paul Hölters in der Rolle des kleinen Muck bei der Märcheninszenierung am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Das neue Vorweihnachtsmärchen feiert am 31. Oktober 2026 Premiere. Foto: Roman Koryzna

Bautzen. Ein kleiner Außenseiter, ein Paar wundersamer Pantoffeln und die große Sehnsucht nach Glück: Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen bringt Wilhelm Hauffs bekanntes Kunstmärchen „Die Geschichte vom kleinen Muck“ auf die Bühne. Am Samstag, dem 31. Oktober 2026, feiert die neue Inszenierung um 17 Uhr im Großen Haus Premiere. Die Bühnenfassung von Carolin Eschenbrenner erzählt von einem Jungen, der nach dem Tod seines Vaters seinen Platz in der Welt sucht. Das diesjährige Vorweihnachtsmärchen richtet sich an Kinder ab sechs Jahren und ihre Familien.

Ein kleiner Held auf der Suche nach dem Glück

Der kleine Muck hat es nicht leicht. Nach dem Tod seines Vaters steht er plötzlich allein da. Was ihm bleibt, sind die letzten Worte des Vaters: Er soll sich auf die Suche nach dem Glück machen.

Also verlässt Muck seine vertraute Umgebung und zieht hinaus in die Welt. Tagelang wandert er durch die Wüste, bis Hunger, Durst und Erschöpfung immer größer werden.

Schließlich begegnet er einer Katze namens Amarza. Sie nimmt ihn mit in das Haus ihrer Besitzerin, Frau Ahavzi. Dort leben zahlreiche weitere Katzen, um die sich Muck kümmern soll.

Für seine Arbeit erhält er Unterkunft und Verpflegung. Doch die vermeintlich sichere Bleibe wird bald zur Belastung. Die eigensinnigen Katzen machen ihm das Leben schwer und bringen ihre Besitzerin gegen den kleinen Jungen auf.

Muck muss erneut aufbrechen.

Diesmal nimmt er allerdings zwei ungewöhnliche Gegenstände mit: ein Paar Pantoffeln, mit denen er schneller laufen kann als jeder andere Mensch, und ein geheimnisvolles Stöckchen, das verborgenes Gold aufspüren kann.

Zauberschuhe führen Muck an den Hof des Sultans

Mit den wundersamen Pantoffeln beginnt für den kleinen Muck ein neues Abenteuer.

Er begegnet dem Leibläufer des Sultans, der als schnellster Mann des Reiches gilt. Dessen Aufgabe ist es, besondere Speisen und andere Köstlichkeiten für den Herrscher zu beschaffen.

Muck fordert den Läufer zu einem Wettkampf heraus.

Dank seiner Zauberschuhe gewinnt er das Rennen und erhält dessen Stellung am Hof.

Zum ersten Mal scheint sich das Blatt für den Jungen zu wenden. Aus dem einsamen Wanderer wird ein Diener des Sultans, der über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt.

Doch mit seiner neuen Stellung wachsen auch Neid und Missgunst.

Am Hof werden Intrigen gegen Muck geschmiedet. Menschen, die ihm freundlich begegnen, verfolgen nicht immer gute Absichten.

Der kleine Held muss lernen, wem er vertrauen kann und worauf es im Leben tatsächlich ankommt.

Märchen erzählt von Freundschaft und innerem Reichtum

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater setzt bei seiner neuen Produktion auf eine poetische Erzählweise.

Im Mittelpunkt steht nicht allein die fantastische Geschichte mit ihren Zaubergegenständen und ungewöhnlichen Figuren.

Vielmehr beschäftigt sich die Inszenierung mit einer Frage, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen betrifft: Was bedeutet es, glücklich zu sein?

Muck hofft zunächst, durch seine besonderen Fähigkeiten Anerkennung und Sicherheit zu finden.

Doch weder die Zauberschuhe noch seine Stellung am Hof schützen ihn vor Enttäuschungen.

Die Geschichte führt ihn immer wieder zu der Erkenntnis zurück, dass Reichtum und gesellschaftliches Ansehen nicht zwangsläufig glücklich machen.

Freundschaft, Zuneigung und das Vertrauen in andere Menschen gewinnen dagegen an Bedeutung.

Damit verbindet die neue Bühnenfassung eine klassische Märchenerzählung mit einer zeitlosen Botschaft.

Bekannte Schauspieler stehen auf der Bautzener Bühne

Für die Inszenierung zeichnet Regisseur Stefan Wolfram verantwortlich.

Die Ausstattung übernimmt Barbara Blaschke. Judith Zieprig betreut die Produktion dramaturgisch.

In der Titelrolle steht Paul Hölters als kleiner Muck auf der Bühne.

Zum Ensemble gehören außerdem Ralph Hensel, Lisa Lasch, Janik Marder, Torsten Schlosser, Alexander Höchst, Alexander Diosegi und Lukas Maria Redemann.

Die Bühnenfassung stammt von Carolin Eschenbrenner, die Hauffs Märchen für die Theaterproduktion bearbeitet hat.

Mit der Kombination aus bekannten Märchenfiguren, fantastischen Elementen und einer Geschichte über menschliche Beziehungen richtet sich die Inszenierung ausdrücklich an ein generationenübergreifendes Publikum.

Wilhelm Hauffs Märchen ist fast 200 Jahre alt

„Die Geschichte von dem kleinen Muck“ gehört zu den bekanntesten Erzählungen des deutschen Schriftstellers Wilhelm Hauff.

Das Märchen erschien 1826 im „Märchen-Almanach auf das Jahr 1826“ und ist damit inzwischen rund 200 Jahre alt.

Hauff, der nur 24 Jahre alt wurde, veröffentlichte innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Erzählungen, die bis heute zur deutschsprachigen Literatur gehören.

Neben dem kleinen Muck zählen auch „Das kalte Herz“ und „Zwerg Nase“ zu seinen bekanntesten Märchen.

Charakteristisch für seine Werke ist die Verbindung fantastischer Abenteuer mit gesellschaftlichen Fragen und menschlichen Konflikten.

Auch der kleine Muck ist mehr als eine märchenhafte Figur mit Zauberschuhen.

Er steht für Menschen, die wegen ihres Aussehens oder ihrer Andersartigkeit unterschätzt und ausgegrenzt werden.

Seine Geschichte erzählt davon, wie schwierig es sein kann, Anerkennung zu finden, und wie wichtig es ist, den eigenen Wert nicht ausschließlich vom Urteil anderer abhängig zu machen.

Vorweihnachtsmärchen gehört zur Bautzener Theatertradition

Mit der Premiere setzt das Deutsch-Sorbische Volkstheater seine Tradition fort, in der Herbst- und Winterzeit ein Märchen für Familien auf die Bühne zu bringen.

Solche Produktionen gehören für viele Kinder zu den ersten Begegnungen mit dem Theater.

Besonders die Verbindung von Schauspiel, Bühnenbild und fantastischen Geschichten ermöglicht einen Zugang zur darstellenden Kunst.

Dabei sollen nicht nur die jüngsten Zuschauer unterhalten werden.

Auch Erwachsene können in den bekannten Märchen neue Aspekte entdecken.

Für das Bautzener Theater ist die Produktion zugleich ein wichtiger Bestandteil seines Spielplans in der Vorweihnachtszeit.

Neben den regulären Vorstellungen für Familien bieten Märcheninszenierungen häufig auch Schulklassen und Kindergruppen die Möglichkeit, gemeinsam eine Theateraufführung zu erleben.

Weitere Vorstellung Anfang November

Die Premiere von „Die Geschichte vom kleinen Muck“ findet am Samstag, dem 31. Oktober 2026, um 17 Uhr im Großen Haus des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen statt.

Eine weitere Vorstellung ist für Sonntag, den 8. November, ebenfalls um 17 Uhr vorgesehen.

Die Inszenierung wird für Kinder ab sechs Jahren empfohlen.

Mit der neuen Produktion lädt das Theater sein Publikum zu einer Reise in eine fantastische Märchenwelt ein, in der ein kleiner Junge seinen eigenen Weg finden muss.

Ob Muck am Ende tatsächlich das ersehnte Glück entdeckt, bleibt die entscheidende Frage seiner abenteuerlichen Suche.

Die Geschichte macht jedoch deutlich, dass die Antwort darauf nicht allein in Zauberschuhen, Gold oder einer angesehenen Stellung am Hof zu finden ist.

Themen: KulturBautzenTheaterWilhelm HauffDeutsch-Sorbisches VolkstheaterMärchenSuchmaschine & KennzeichnungDer kleine MuckOberlausitz## Adresse

Teilen

Lesen Sie als Nächstes

Schwertransport sorgt für nächtliche Vollsperrung der B81 Riesiger Transformator für Osterweddingen: Umspannwerk Eulenberg wird weiter ausgebaut Großtransformator erreicht die Börde

Ihre Meinung

Schreiben Sie uns einen Leserbrief an leserbriefe@ostdeutsche-zeitung.de. Bitte mit vollständigem Namen und Anschrift; veröffentlicht werden nur Name und Wohnort.

Meistgelesen