Im Mai 2026 lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden 7,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Straßenbau betrug das Plus sogar 9,5 Prozent, während einzelne Ausbauarbeiten noch stärker anzogen.
Baupreise in Brandenburg steigen weiter
Bauen bleibt in Brandenburg ein erheblicher Kostenfaktor. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, erhöhten sich die Bauleistungspreise allein zwischen Februar und Mai 2026 um 2,3 Prozent.
Im Vergleich zum Mai 2025 verteuerte sich der Neubau von Wohngebäuden durchschnittlich um 7,1 Prozent. Rohbauarbeiten kosteten 6,7 Prozent mehr. Bei Ausbauarbeiten lag der Anstieg bei 7,4 Prozent.
Auch andere Gebäudetypen sind betroffen. Die Preise für neue Bürogebäude stiegen binnen eines Jahres um 7,2 Prozent. Gewerbliche Betriebsgebäude verteuerten sich um 6,8 Prozent.
Straßenbau kostet 9,5 Prozent mehr
Besonders deutlich fällt die Entwicklung im Straßenbau aus. Die Preise lagen im Mai 9,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber Februar 2026 betrug der Anstieg bereits 4,3 Prozent.
Damit betrifft die Verteuerung nicht allein private Bauherren und Unternehmen. Auch öffentliche Straßenprojekte stehen unter einem höheren Preisniveau. Die tatsächlichen Kosten einzelner Vorhaben hängen allerdings von Ausschreibungen, Umfang und Bauweise ab.
Für Städte, Gemeinden und Landkreise gewinnt die Preisentwicklung dadurch zusätzliche Bedeutung. Bei unveränderten Haushaltsansätzen können steigende Baupreise den finanziellen Spielraum für geplante Infrastrukturprojekte verringern.
Einzelne Bauarbeiten verteuern sich zweistellig
Noch stärker als der allgemeine Baupreisindex stiegen die Kosten bestimmter Gewerke. Betonwerksteinarbeiten verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 18,6 Prozent. Zimmer- und Holzbauarbeiten lagen 14,8 Prozent über dem Vergleichswert.
Auch Rollladenarbeiten verzeichneten mit 12,2 Prozent einen kräftigen Anstieg. Tischlerarbeiten kosteten 11 Prozent mehr.
Schönheitsreparaturen in Wohnungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 12 Prozent. Für die Instandhaltung von Wohngebäuden insgesamt weist die Statistik ein Plus von 8,1 Prozent aus.
Hohe Preise treffen Neubau und Sanierung
Die Zahlen zeigen einen breiten Preisauftrieb in nahezu allen wichtigen Bereichen des Bauens. Neubauten sind davon ebenso betroffen wie Sanierungen, Reparaturen und öffentliche Infrastruktur.
Besonders für den Wohnungsbau ist die Entwicklung relevant. Höhere Baukosten beeinflussen die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte und erhöhen den Kapitalbedarf von Investoren und privaten Bauherren.
Auch bestehende Immobilien bleiben von der Entwicklung nicht verschont. Instandhaltung und Modernisierung werden teurer. Damit wächst der finanzielle Aufwand für Eigentümer, Wohnungsunternehmen und öffentliche Gebäudeträger.
Amt erhebt 173 verschiedene Bauleistungen
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg berechnet die Baupreisindizes auf Grundlage von 173 ausgewählten Bauleistungen bei repräsentativ ausgewählten Unternehmen. Die Preise werden viermal jährlich in den Monaten Februar, Mai, August und November erhoben.
Erfasst werden unter anderem der konventionelle Hochbau, Wohngebäude, Bürogebäude, gewerbliche Betriebsgebäude, Straßen, Brücken und Ortskanäle. Hinzu kommen die Instandhaltung von Wohngebäuden sowie verschiedene einzelne Bauleistungen.
Die Mai-Zahlen zeigen damit nicht nur einzelne Preisbewegungen. Sie dokumentieren einen weiterhin deutlich steigenden Kostendruck in Brandenburgs Bauwirtschaft.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg