Halle (Saale) – Die Pflegebranche in Sachsen-Anhalt erlebt einen deutlichen Anstieg bei den Ausbildungszahlen.
Im Jahr 2025 haben 1.899 Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann abgeschlossen.
Das waren 306 Neuverträge mehr als ein Jahr zuvor und entspricht einem Anstieg von 19,2 Prozent.
Auch zum Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres berichten Einrichtungen von einer starken Nachfrage nach Pflegeberufen.
Fast 4.900 Menschen in Pflegeausbildung
Ende 2025 befanden sich insgesamt 4.878 Menschen in Sachsen-Anhalt in der Ausbildung zur Pflegefachkraft.
Knapp drei Viertel der Auszubildenden waren Frauen.
Damit entwickelt sich die Pflege entgegen dem allgemeinen Trend auf dem Ausbildungsmarkt. Insgesamt war die Zahl der neu abgeschlossenen dualen Ausbildungsverträge in Sachsen-Anhalt 2025 leicht zurückgegangen.
Ausbildungsvergütung deutlich gestiegen
Auch finanziell hat sich die Ausbildung verändert.
Bei neu abgeschlossenen Vollzeitverträgen lag die durchschnittlich vorgesehene Vergütung 2025 im ersten Ausbildungsjahr bei 1.371 Euro monatlich.
Im zweiten Jahr waren es durchschnittlich 1.446 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1.559 Euro.
Alle drei Werte lagen deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
Mehr Nachwuchs wird dringend gebraucht
Der zusätzliche Nachwuchs kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt.
Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste suchen weiterhin qualifiziertes Personal. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren zahlreiche ältere Beschäftigte aus dem Berufsleben ausscheiden.
2025 schlossen in Sachsen-Anhalt 1.065 Menschen ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft erfolgreich ab.
Auch der Pflegestudiengang an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gewinnt an Bedeutung. Dort waren 2025 insgesamt 75 Pflegestudierende gemeldet.
Pflege bietet vergleichsweise sichere Berufsperspektive
Der Bedarf an Pflegepersonal dürfte angesichts der alternden Bevölkerung langfristig hoch bleiben.
Für junge Menschen kann das einen entscheidenden Vorteil darstellen: Während Unternehmen in einigen Industriebranchen Stellen abbauen, werden Pflegefachkräfte in praktisch allen Regionen benötigt.
Der kräftige Anstieg bei den Ausbildungszahlen zeigt, dass diese Perspektive offenbar bei immer mehr jungen Menschen ankommt.