Potsdam – Glücksspiel ist für Zehntausende Menschen in Brandenburg längst kein harmloser Zeitvertreib mehr.

Nach Hochrechnungen der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen sind rund 56.000 Erwachsene im Land von einer Glücksspielstörung betroffen.

Weitere etwa 140.000 Menschen zeigen ein riskantes Glücksspielverhalten.

Glücksspiel kann Mittelpunkt des Lebens werden

Von einer Glücksspielstörung wird gesprochen, wenn Betroffene zunehmend die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren.

Glücksspiel kann dann immer stärker den Alltag bestimmen. Mögliche Folgen reichen von finanziellen Problemen und Überschuldung bis hin zu Konflikten in Partnerschaft und Familie sowie psychischen Belastungen.

Besonders problematisch ist aus Sicht von Suchtexperten die ständige Verfügbarkeit vieler Angebote.

Online-Casinos, Sportwetten und andere Glücksspielangebote sind rund um die Uhr über Smartphone und Computer erreichbar.

Kritik an massiver Glücksspielwerbung

Anlässlich des Aktionstages gegen Glücksspielsucht am 30. September fordert die Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen einen stärkeren Schutz der Bevölkerung.

Kritisiert wird insbesondere die umfangreiche Werbung für Glücksspiel.

Während bei anderen gesundheitsschädlichen Produkten teilweise weitreichende Werbebeschränkungen gelten, kann Glücksspiel in Deutschland weiterhin in vielen Bereichen beworben werden.

Suchtexperten sehen darin einen Widerspruch zum Ziel, gefährdete Spieler und Jugendliche besser zu schützen.

Sportwetten besonders sichtbar

Gerade Sportwetten sind inzwischen eng mit Fußball und anderen populären Sportarten verbunden.

Werbung ist in Stadien, Fernsehübertragungen und im Internet präsent. Gleichzeitig kann der Eindruck entstehen, sportliches Fachwissen erhöhe zuverlässig die Gewinnchancen.

Doch auch Sportwetten bleiben Glücksspiel. Der Ausgang lässt sich nicht sicher kontrollieren.

Beratungsstellen bieten Unterstützung

Menschen, die ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren können, können sich an kommunale Suchtberatungsstellen wenden.

Auch Angehörige können dort Unterstützung erhalten.

Der Aktionstag soll deshalb nicht nur auf die Risiken aufmerksam machen, sondern Betroffenen auch zeigen, dass professionelle Hilfe verfügbar ist.