Bei Alstom Lokomotiven Service beginnt am Montagmorgen ein 25-stündiger Warnstreik.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat die Beschäftigten für Montag, 28. September, ab 5 Uhr zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Neben dem Hauptstandort in Stendal werden auch die Außenstandorte Chemnitz in Sachsen und Waibstadt in Baden-Württemberg bestreikt.
Der Ausstand soll bis Dienstagmorgen dauern.
Streit über die Bezahlung
Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und der Alstom Lokomotiven Service GmbH.
Im Mittelpunkt steht die Bezahlung der Beschäftigten.
Nach Angaben der EVG verdient ein Mitarbeiter im Werk Stendal derzeit bis zu 500 Euro brutto im Monat weniger als vergleichbare Beschäftigte an anderen Alstom-Standorten.
Die Gewerkschaft verlangt deshalb eine Angleichung der Entgelte.
Nach drei Verhandlungsrunden habe die Unternehmensseite bislang zwei Angebote vorgelegt, die aus Sicht der EVG nicht weit genug gingen. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft den Druck erhöhen.
Bei diesen Angaben handelt es sich um die Darstellung der Arbeitnehmervertretung.
Rund 280 Beschäftigte in Stendal
Im Alstom-Werk Stendal arbeiten nach Gewerkschaftsangaben rund 280 Menschen.
Der Standort hat eine lange Geschichte. Das Eisenbahnwerk geht auf das Jahr 1873 zurück und blickt damit auf mehr als 150 Jahre Bahntechnik zurück.
Heute werden dort unter anderem Lokomotiven instand gesetzt, repariert und modernisiert. Zum Angebot gehören außerdem Komponentenservice sowie Arbeiten an Rangier- und Diesellokomotiven.
Auch Chemnitz ist als Servicestandort von dem Warnstreik betroffen.
Nach Angaben des MDR arbeiten in der dortigen Service-Werkstatt etwa 30 Beschäftigte.
Kein Streik des regulären Bahnverkehrs
Für Bahnreisende ist eine Unterscheidung wichtig: Bei dem Arbeitskampf handelt es sich nicht um einen Streik bei der Deutschen Bahn oder bei einem großen Personenverkehrsunternehmen.
Der Warnstreik betrifft einen Betrieb, der vor allem Lokomotiven wartet, repariert und modernisiert.
Mit flächendeckenden Zugausfällen im Nah- oder Fernverkehr ist allein aufgrund dieses Warnstreiks deshalb zunächst nicht zu rechnen.
Welche Auswirkungen die Arbeitsniederlegung auf laufende Wartungs- und Reparaturaufträge haben wird, ist noch offen.
Streikposten in Stendal
Am Stammsitz in Stendal ist für Montag ein Streikposten vor dem Betrieb in der Tangermünder Straße angekündigt.
Mit dem 25-stündigen Ausstand erhöht sich der Druck auf beide Seiten, die Tarifgespräche fortzusetzen.
Ob sich Arbeitgeber und Gewerkschaft anschließend annähern, dürfte davon abhängen, ob ein neues Angebot zur Bezahlung der Beschäftigten vorgelegt wird.