Der Bau der Berliner Mauer liegt am 13. August genau 65 Jahre zurück. Sachsen-Anhalts stellvertretender Ministerpräsident Armin Willingmann erinnerte bei einer Gedenkveranstaltung in Marienborn an die Opfer des DDR-Grenzregimes. Wie das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt mitteilte, verband Willingmann das historische Gedenken mit einem Appell zum Schutz von Freiheit und Demokratie.
Mauerbau trennte Deutschland für 28 Jahre
Willingmann bezeichnete den 13. August 1961 als Schicksalstag für Deutschland und Europa. Mit dem Bau der Berliner Mauer sei die politische Teilung des Kalten Krieges unmittelbar sichtbar geworden, Familien und Freunde seien getrennt und Millionen Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt worden.
Der Minister erinnerte zugleich an die zunehmende Abschottung der DDR durch die SED-Führung. Die Grenzanlagen hätten vor allem dazu gedient, Menschen daran zu hindern, die DDR zu verlassen; die damalige Bezeichnung als „antifaschistischer Schutzwall“ könne diesen Zweck nicht verdecken.
Opfer des Grenzregimes sichtbar halten
Menschen verloren beim Versuch, die innerdeutsche Grenze zu überwinden, ihr Leben, wurden verletzt oder nach gescheiterten Fluchten inhaftiert. Willingmann verwies darauf, dass die Grenze nicht nur eine politische Trennlinie gewesen sei, sondern Familien, Freundschaften und persönliche Lebenswege dauerhaft auseinandergerissen habe.
Besondere Bedeutung misst der stellvertretende Ministerpräsident deshalb der Erinnerung an die Opfer bei. Ihre Schicksale dürften nicht verblassen, zugleich müsse an jene Menschen erinnert werden, die sich gegen die SED-Diktatur stellten und mit ihrem Einsatz den Weg zur Friedlichen Revolution und zum Fall der Berliner Mauer mitbereiteten.
Friedliche Revolution beendete die Teilung
Willingmann würdigte die Menschen, die sich mit den politischen Verhältnissen in der DDR nicht abfanden und öffentlich für Veränderungen eintraten. Die Demonstrationen des Jahres 1989 und der friedliche Fall der Mauer am 9. November hätten gezeigt, welche historische Wirkung gesellschaftlicher Mut und Entschlossenheit entfalten können.
Nach Einschätzung des Ministers gehört zur historischen Einordnung ebenso die langfristige Wirkung der Entspannungspolitik und vertrauensbildender Maßnahmen, die den friedlichen Übergang aus der deutschen Teilung unterstützt hätten.
Willingmann warnt vor neuer Unfreiheit
Die Erinnerung an das DDR-Grenzregime ist für Willingmann zugleich eine politische Aufgabe der Gegenwart. Freiheit und Demokratie seien weder naturgegeben noch dauerhaft garantiert, weshalb ihr Schutz entschlossenes gesellschaftliches Engagement voraussetze.
Die Beschäftigung mit der DDR-Diktatur könne deshalb helfen, heutige autoritäre Gesellschaftsmodelle einzuordnen. Willingmann stellte dabei die Frage in den Mittelpunkt, welche Folgen entstehen, wenn ein Staat die Freiheit seiner Bürger nicht schützt, sondern beschränkt oder vollständig entzieht.
Marienborn erinnert an deutsche Teilung
Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn befindet sich am ehemaligen Grenzübergang Marienborn-Helmstedt, der zwischen 1972 und 1974 errichtet wurde und anschließend zum größten Grenzübergang an der innerdeutschen Grenze aufstieg. Zeitweise arbeiteten dort mehr als 1.000 Bedienstete; allein zwischen 1984 und 1989 wurden rund zehn Millionen Pkw und fünf Millionen Lastwagen abgefertigt.
Seit 1996 erinnert die Gedenkstätte an die deutsche Teilung, das DDR-Grenzregime und die damit verbundenen persönlichen Schicksale. Die Dauerausstellung wurde 2020 aktualisiert; für Willingmann bleibt der Ort Mahnung und Auftrag, die Erinnerung an die Opfer der SED-Diktatur dauerhaft wachzuhalten.
Quelle:
Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr. 141/2026 vom 13. August 2026.