Schwerin, 6. September 2026. In Mecklenburg-Vorpommern beginnt am Montag eine landesweite U16-Wahl. Kinder und Jugendliche können ihre Stimme abgeben, obwohl ihr Ergebnis keinen unmittelbaren Einfluss auf die Zusammensetzung des Landtags hat.

Die Abstimmung findet vom 7. bis 11. September 2026 statt. Einzelne Wahllokale können außerhalb dieses Zeitraums öffnen. Organisiert wird die U16-Wahl vom Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern.

Teilnehmen dürfen alle Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren, die in Mecklenburg-Vorpommern leben. Mehr als 25 Wahllokale waren bereits vor Beginn der Wahlwoche angemeldet.

U16-Wahl folgt dem Ablauf einer echten Wahl

Die jungen Teilnehmer erhalten Stimmzettel und geben ihre Stimme anonym in einer Wahlkabine ab. Anschließend kommt der Stimmzettel in eine Wahlurne. Die Auszählung erfolgt öffentlich und wird von Jugendlichen vor Ort übernommen.

Bei der landesweiten Auswertung zählt grundsätzlich die Zweitstimme für eine Partei. Die Wahllokale können zusätzlich mit Erst- und Zweitstimme arbeiten und die Erststimmen für ihre eigene Auswertung erfassen. Auf den Stimmzetteln stehen alle Parteien, die auch zur regulären Landtagswahl zugelassen wurden.

Wahllokale können unter anderem in Schulen, Jugendclubs, Sportvereinen oder öffentlichen Einrichtungen eingerichtet werden. Entscheidend sind die jeweils veröffentlichten Öffnungszeiten. Nicht jede Abstimmungsstelle ist während der gesamten Wahlwoche geöffnet.

Wahlalter in Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 16 Jahren

Die frühere U18-Wahl trägt 2026 erstmals die Bezeichnung U16-Wahl. Hintergrund ist das abgesenkte Wahlalter. Bei der Landtagswahl am 20. September dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige regulär abstimmen.

Damit richtet sich die begleitende Jugendwahl nur noch an diejenigen, die noch nicht wahlberechtigt sind. Sie soll politische Beteiligung nicht lediglich erklären, sondern praktisch erfahrbar machen.

Für viele Teilnehmer ist es die erste Gelegenheit, sich systematisch mit Parteien, Wahlprogrammen und politischen Streitfragen zu beschäftigen. Dazu gehören Bildung, öffentlicher Nahverkehr, Freizeitangebote, Klimaschutz und Möglichkeiten der Jugendbeteiligung.

Parteiencheck erklärt politische Positionen

Der Landesjugendring hat für die U16-Wahl eine Broschüre mit dem Titel „POV: Du hast die Wahl“ erstellt. Darin werden die Positionen von SPD, AfD, CDU, Linken, Grünen, FDP und BSW zu jugendrelevanten Themen zusammengefasst.

Die gedruckte Ausgabe erscheint nach Angaben des Landesjugendrings in einer Auflage von 4.000 Exemplaren. Sie wird unter anderem in den Wahllokalen verteilt. Zusätzlich steht eine digitale Fassung zur Verfügung.

Der Parteiencheck ersetzt keine eigene Meinungsbildung. Er kann jedoch dabei helfen, Unterschiede zwischen den Programmen sichtbar zu machen. Gerade bei landespolitischen Themen ist für junge Menschen nicht immer unmittelbar erkennbar, welche Entscheidungen der Landtag trifft und wofür Kommunen oder der Bund zuständig sind.

Ergebnis erscheint am 15. September

Die landesweiten Ergebnisse der U16-Wahl sollen am 15. September veröffentlicht werden. Einzelne Wahllokale werden dabei nicht gesondert ausgewiesen. Geplant sind zusammengefasste Ergebnisse für die Wahlkreise und für ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Die Abstimmung ist rechtlich nicht bindend und stellt keine Wahlprognose dar. Die Beteiligung ist freiwillig und kann deshalb nicht mit der regulären Landtagswahl verglichen werden. Sie zeigt aber, welche Parteien bei den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen Unterstützung finden.

Für Politik und Öffentlichkeit liefert die U16-Wahl außerdem Hinweise auf Themen, die junge Menschen beschäftigen. Ob Parteien daraus Konsequenzen ziehen, wird sich nach der Veröffentlichung der Ergebnisse zeigen.

Quelle: Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern