Magdeburg, 6. September 2026. In Sachsen-Anhalt sind am Sonntag rund 1,7 Millionen Menschen zur Landtagswahl aufgerufen. Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet, bevor die erste Prognose veröffentlicht wird.
Die Abstimmung wird bundesweit und international aufmerksam verfolgt. Nach der jüngsten Umfrage geht die AfD als deutlicher Favorit in den Wahltag. Ob daraus eine Regierungsbeteiligung oder sogar eine eigene Mehrheit entsteht, entscheidet jedoch allein das Wahlergebnis.
Insgesamt treten 15 Parteien mit Landeslisten an. Etwa 22.000 Wahlhelfer betreuen die Abstimmung und die anschließende Auszählung in rund 2.600 Wahlbezirken.
Rund 1,7 Millionen Menschen dürfen wählen
Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Jeder Wahlberechtigte verfügt über zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird ein Direktkandidat in einem der 41 Wahlkreise gewählt. Die Zweitstimme bestimmt maßgeblich die Kräfteverhältnisse im neuen Landtag.
Der Landtag umfasst regulär mindestens 83 Sitze. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann das Parlament größer werden. Die endgültige Zahl hängt von den Direktmandaten und dem Zweitstimmenergebnis ab.
Viele Menschen haben bereits vor dem Wahltag abgestimmt. Bis zum 25. August waren rund 335.000 Briefwahlunterlagen ausgegeben worden. Das entsprach ungefähr einem Fünftel aller Wahlberechtigten.
Wahlbriefe müssen spätestens am Sonntag um 18 Uhr bei der zuständigen Stelle eingegangen sein. Danach können sie nicht mehr berücksichtigt werden.
AfD liegt in letzter Umfrage deutlich vorn
Im jüngsten Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap erreichte die AfD 42 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kam auf 22 Prozent. Dahinter folgten die Linke mit elf Prozent, die SPD mit acht Prozent und die Grünen mit sechs Prozent.
Das BSW wurde bei vier Prozent gesehen, die FDP bei drei Prozent. Beide Parteien lagen damit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Umfragen bilden allerdings nur die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab. Sie sind keine Vorhersage des Wahlergebnisses.
Besonders offen ist, wie viele Parteien tatsächlich in den Landtag einziehen. Bereits geringe Abweichungen von den Umfragewerten können die Sitzverteilung deutlich verändern.
Fünf-Prozent-Hürde entscheidet über Mehrheiten
Parteien benötigen grundsätzlich mindestens fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen, um bei der Sitzverteilung berücksichtigt zu werden. Scheitern mehrere Parteien an dieser Grenze, verteilen sich die Mandate auf weniger politische Kräfte.
Dadurch kann der Sitzanteil einer Partei deutlich höher ausfallen als ihr Anteil an allen abgegebenen Stimmen. Die Fünf-Prozent-Hürde beeinflusst deshalb auch die Frage, ob eine Alleinregierung rechnerisch möglich wird.
Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP dürfte nach den letzten Umfragen ihre Mehrheit verlieren. Die AfD könnte erstmals stärkste Kraft bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden. Eine Regierungsübernahme folgt daraus jedoch nicht automatisch.
Der Ministerpräsident wird vom neu gewählten Landtag bestimmt und benötigt eine parlamentarische Mehrheit. Die übrigen bisher im Landtag vertretenen Parteien haben eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen.
Regierungsbildung könnte schwierig werden
Erreicht die AfD keine eigene Mehrheit, hängt die Regierungsbildung davon ab, welche weiteren Parteien in den Landtag einziehen. Auch die CDU könnte für eine Mehrheit mehrere Partner oder eine anderweitige parlamentarische Unterstützung benötigen.
Eine entscheidende Rolle spielen deshalb die Ergebnisse von Grünen, BSW und FDP. Ihr Einzug oder Ausscheiden verändert nicht nur die Zusammensetzung des Parlaments, sondern auch die möglichen Bündnisse.
Nach Schließung der Wahllokale wird um 18 Uhr eine erste Prognose erwartet. Sie beruht auf Befragungen von Wählern nach der Stimmabgabe. Im Laufe des Abends folgen Hochrechnungen, in die bereits ausgezählte Wahlbezirke einfließen.
Erst das amtliche Ergebnis zeigt, welche Partei den Regierungsauftrag für sich beanspruchen kann. Bis dahin bleiben Aussagen über Mehrheiten und Koalitionen vorläufig.
Quelle: Infratest dimap