Die AfD bleibt vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit deutlichem Abstand stärkste Kraft. In einer neuen Forsa-Umfrage erreicht sie 37 Prozent. Die SPD verbessert sich auf 28 Prozent und verkürzt ihren Rückstand.
AfD führt vor der Landtagswahl in MV
Forsa befragte im Auftrag der „Ostsee-Zeitung“ zwischen dem 21. und 27. August insgesamt 1.047 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 2. September 2026.
Die AfD bleibt gegenüber der vorherigen Forsa-Erhebung aus dem Februar unverändert bei 37 Prozent. Die SPD legt dagegen fünf Prozentpunkte zu und erreicht nun 28 Prozent.
Die Linke kommt auf elf Prozent und liegt damit vor der CDU. Die Union verliert gegenüber Februar drei Punkte und erreicht nur noch zehn Prozent.
Grüne und BSW müssen um Einzug bangen
Die Grünen liegen in der Umfrage bei fünf Prozent. Damit steht nicht sicher fest, ob sie erneut in den Schweriner Landtag einziehen. Das BSW erreicht vier Prozent und würde nach dem aktuellen Stand an der Sperrklausel scheitern.
Weitere Parteien kommen zusammen auf fünf Prozent. Für die FDP wird in der veröffentlichten Übersicht kein eigener Wert ausgewiesen.
Die statistische Fehlertoleranz der Erhebung liegt bei bis zu drei Prozentpunkten. Besonders bei Grünen und BSW bleibt daher offen, welche Parteien am Ende tatsächlich im Landtag vertreten sein werden.
Schwierige Regierungsbildung in Schwerin
Nach den Umfragewerten hätte weder die bisherige Koalition aus SPD und Linken noch ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen eine sichere Mehrheit. Die AfD wäre trotz ihres deutlichen Vorsprungs ebenfalls auf einen Partner angewiesen.
Rechnerisch könnte eine Koalition aus AfD und CDU eine Mehrheit erreichen. Die CDU hat eine Zusammenarbeit mit der AfD jedoch ausgeschlossen. Eine Verbindung aus SPD, Linken und CDU wäre ebenfalls möglich, doch auch gegenüber der Linken gilt in der Union ein Unvereinbarkeitsbeschluss.
Damit könnte die CDU trotz ihres schwachen Umfragewertes zum entscheidenden Faktor bei der Regierungsbildung werden.
Umfrage ist keine Wahlprognose
Die Landtagswahl findet am 20. September 2026 statt. Bis dahin können sich die Mehrheitsverhältnisse noch verändern. Besonders die Wahlbeteiligung und kurzfristige Entscheidungen unentschlossener Bürger könnten das Ergebnis beeinflussen.
Wahlumfragen bilden lediglich die politische Stimmung während des Erhebungszeitraums ab. Sie erlauben keine sichere Vorhersage des Wahlergebnisses. Klar ist jedoch, dass Mecklenburg-Vorpommern vor einer schwierigen Regierungsbildung stehen könnte.
Quellen: Forsa; dpa-AFX