Im Herrenkrug wurden 3,4 Kilometer Elbdeich saniert. Das Land verbindet die Hochwasservorsorge mit umfangreichen Pflanzungen, die den denkmalgeschützten Park wiederherstellen sollen.
Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann und Bundesumweltminister Carsten Schneider haben sich am Montag über die Maßnahmen informiert. Im Mittelpunkt des Besuchs standen der erneuerte Deich und die ökologischen Ausgleichsarbeiten.
Die Gesamtkosten für Deichsanierung, Planung sowie Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen liegen bei rund 11,8 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 600.000 Euro auf die aktuellen Pflanzungen.
Elbdeich wurde auf 3,4 Kilometern saniert
Die Arbeiten am Deich erfolgten zwischen 2016 und 2020 in fünf aufeinanderfolgenden Bauabschnitten. Die Verantwortlichen passten die Anlagen an das aktuelle Bemessungshochwasser an.
Einige Abschnitte erhielten neue Deichverteidigungswege oder Wege auf der Deichkrone. Sie ermöglichen bei Hochwasser einen besseren Zugang zu den Schutzanlagen.
Umweltminister Willingmann sieht in den sanierten Deichen einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Landeshauptstadt. Der Hochwasserschutz müsse zugleich mit Naturschutz und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel verbunden werden.
Mehr als 6.000 Sträucher und 226 Bäume
Die Deichsanierung griff in Natur und Landschaft ein. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft musste deshalb Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen umsetzen.
Das Land und die Stadt Magdeburg entschieden sich für Pflanzungen im Herrenkrugpark. Auf rund 4.500 Quadratmetern entstehen mehrere neue Strauchflächen.
Insgesamt werden etwa 6.200 Sträucher und 226 Bäume gepflanzt. Darunter befinden sich 111 Parkbäume und 115 Bäume, mit denen historische Alleen wiederhergestellt werden sollen.
Der rund 65 Hektar große Landschaftspark entstand im frühen 19. Jahrhundert und steht als Gesamtensemble unter Denkmalschutz. Hochwasser, Stürme, lange Trockenperioden und der Asiatische Laubholzbockkäfer hatten die Anlage in den vergangenen Jahren stark geschädigt.
Weitere Hochwasserschutzprojekte sind geplant
Seit 2002 flossen nach Angaben des Umweltministeriums rund 57,3 Millionen Euro in den Magdeburger Hochwasserschutz. Sieben Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von etwa 53,7 Millionen Euro sind abgeschlossen.
Fünf weitere Projekte befinden sich derzeit in der Planung. Das Ministerium rechnet bei diesen Vorhaben mit Investitionen von rund 24 Millionen Euro.
Bundesumweltminister Schneider verwies beim Besuch auf die zunehmenden Schwankungen im Wasserhaushalt. Hochwasserschutz und natürliche Wasserspeicher müssten gemeinsam entwickelt werden.
Elbe erreicht vorläufiges Rekordtief
Die Elbe führte in Magdeburg zuletzt außergewöhnlich wenig Wasser. Am 18. August 2026 registrierte der Pegel Magdeburg-Strombrücke einen Stand von 34 Zentimetern über Pegelnullpunkt.
Damit lag der Wasserstand elf Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 2019. Nach Einschätzung des Ministeriums trugen geringe Schneerücklagen im Winter, ein trockenes Frühjahr im tschechischen Einzugsgebiet sowie unterdurchschnittliche Niederschläge zu dieser Entwicklung bei.
Willingmann fordert deshalb einen umfassenden Blick auf den Wasserhaushalt. Neben leistungsfähigen Deichen brauche Sachsen-Anhalt mehr Wasserrückhalt in der Landschaft, stabile Auen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser.
Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 24. August 2026