Das Landeszentrum Wald warnt vor einer weiter steigenden Waldbrandgefahr in Sachsen-Anhalt. Hohe Temperaturen und ausbleibende Niederschläge haben die Wälder und angrenzenden Flächen stark ausgetrocknet.

In weiten Teilen des Landes gilt bereits die Waldbrandgefahrenstufe 4. Das ist die zweithöchste Warnstufe. Nach Einschätzung des Landeszentrums könnte sich die Lage zunächst weiter verschärfen. Eine Entspannung wird erst mit möglichen Niederschlägen am Wochenende erwartet.

Rauchen und offenes Feuer verboten

Das Landeszentrum Wald ruft die Bevölkerung zu besonderer Wachsamkeit auf. In Wäldern gilt ein striktes Rauchverbot. Offene Feuer dürfen nicht entzündet werden.

Auch öffentliche Grillplätze und andere Feuerstellen im Wald dürfen bei der derzeitigen Gefahrenlage nicht genutzt werden.

Wer Rauch oder einen möglichen Waldbrand entdeckt, soll umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 verständigen.

Die jeweils aktuelle Gefahrenstufe kann über die App „Meine Umwelt“ oder das Waldbrand-Dashboard des Landes Sachsen-Anhalt abgerufen werden.

Besondere Gefahr durch die Getreideernte

Eine zusätzliche Brandgefahr besteht während der laufenden Getreideernte. Erntemaschinen können auf trockenen Feldern durch heiße Bauteile oder Funken Brände auslösen.

Ab den Waldbrandgefahrenstufen 4 und 5 gelten deshalb besondere Vorgaben. Befindet sich ein Getreidefeld weniger als 30 Meter von einem Wald entfernt, muss auf der dem Wald zugewandten Seite ein fünf Meter breiter Wundstreifen angelegt werden.

Dieser Streifen soll verhindern, dass sich ein Feldbrand unmittelbar auf den angrenzenden Wald ausbreitet.

Waldbrandzentrale erweitert Bereitschaft

Die Bereitschaftszeiten der zuständigen Waldbrandmitarbeiter in den Forstämtern und in der Waldbrandzentrale wurden wegen der erhöhten Gefahr verlängert.

Zum vorbeugenden Waldbrandschutz gehören unter anderem:

  • die Festlegung der Gefahrenstufen,
  • die Überwachung gefährdeter Waldgebiete,
  • die Abstimmung mit den örtlichen Feuerwehren,
  • das Anlegen von Schutz- und Wundstreifen,
  • die frühzeitige Erkennung von Rauchentwicklungen.

„Fire Watch“ überwacht große Waldgebiete

Bei der Überwachung setzt Sachsen-Anhalt auf das automatisierte Früherkennungssystem „Fire Watch“. An insgesamt 16 Standorten sind optische Sensorsysteme auf Feuerwachtürmen, Funkmasten und anderen hohen Bauwerken installiert.

Jeder Sensor kann eine Fläche von bis zu 700 Quadratkilometern beobachten. Erkennt das System eine Rauchentwicklung, werden die Aufnahmen an die Waldbrandzentrale in Annaburg übermittelt.

Dort prüfen Mitarbeiter die Daten. Bestätigt sich ein möglicher Brand, wird die Einsatzleitstelle der Feuerwehr informiert. Gleichzeitig können die geografischen Koordinaten des vermuteten Brandortes übermittelt werden.

Schon kleine Funken können Brände auslösen

Bei großer Trockenheit reicht bereits ein kleiner Funke, um trockenes Gras, Laub oder Waldstreu zu entzünden. Gefährlich sind unter anderem weggeworfene Zigaretten, heiße Fahrzeugteile oder offen verwendetes Feuer.

Besucher sollten Fahrzeuge deshalb nur auf ausgewiesenen Flächen abstellen. Trockene Vegetation kann sich insbesondere durch heiße Auspuff- oder Katalysatorteile entzünden.

Das Landeszentrum Wald bittet alle Einwohner und Besucher, die Verbote ernst zu nehmen und verdächtige Rauchentwicklungen sofort zu melden.

Quelle

Pressemitteilung des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt vom 29. Juli 2026: „Warnung vor Waldbränden in Sachsen-Anhalt“.