Sachsen-Anhalt hat eine neue Ausschreibungsrunde für Lehrkräfte gestartet. Insgesamt stehen 418 Stellen an weiterführenden und berufsbildenden Schulen zur Verfügung, die sich auch an Bewerber für den Seiteneinstieg richten.
Sekundarschulen haben den größten Bedarf
Der Schwerpunkt der Ausschreibung liegt deutlich auf den Sekundarschulen. Für diese Schulform sucht das Land insgesamt 261 Lehrkräfte. Das entspricht mehr als 62 Prozent aller angebotenen Stellen.
An Gemeinschaftsschulen sollen 74 Stellen besetzt werden. Für Gymnasien sind 52 Stellen vorgesehen. Weitere 21 Ausschreibungen betreffen berufsbildende Schulen.
Das Land sucht außerdem acht Lehrkräfte für Gesamtschulen. Zwei Stellen sind den Regionalstellen zugeordnet. Zusammen ergeben die einzelnen Ausschreibungen die vom Bildungsministerium genannten 418 Stellen.
Die Verteilung zeigt, an welchen Schulformen der Personalbedarf besonders groß ist. Sekundar- und Gemeinschaftsschulen vereinen zusammen 335 Stellen auf sich. Damit entfallen rund vier von fünf ausgeschriebenen Stellen auf diese beiden Schulformen.
Zulagen für schwer zu besetzende Stellen
Innerhalb der aktuellen Ausschreibungsrunde weist das Bildungsministerium 182 sogenannte G-Stellen aus. Diese Stellen betreffen Schulen mit einer besonderen Bedarfslage. Für eine erfolgreiche Bewerbung kann deshalb eine zusätzliche Zulage gewährt werden.
Mit diesem finanziellen Anreiz will das Land die Besetzung von Stellen erleichtern, für die sich erfahrungsgemäß nur wenige geeignete Bewerber finden. Die Ausschreibung nennt jedoch keine einheitliche Höhe der möglichen Zulage. Entscheidend sind die Bedingungen der jeweiligen Stelle.
Die hohe Zahl der G-Stellen macht deutlich, dass sich der Bedarf nicht gleichmäßig über das Land und die verschiedenen Schulformen verteilt. Fast 44 Prozent der ausgeschriebenen Stellen sind mit diesem besonderen Merkmal versehen.
Seiteneinsteiger können sich ebenfalls bewerben
Die Ausschreibung richtet sich nicht nur an vollständig ausgebildete Lehrkräfte. Auch Bewerber aus anderen Berufen können über den Seiteneinstieg Zugang zum Schuldienst erhalten. Dafür müssen sie die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen des Landes erfüllen.
Der Seiteneinstieg erweitert den Kreis möglicher Bewerber. Er eröffnet insbesondere Menschen mit einem geeigneten Hochschulabschluss oder einschlägigen Fachkenntnissen die Möglichkeit, beruflich in eine Schule zu wechseln.
Bildungsminister Jan Riedel verbindet die Ausschreibung mit einem Appell an Interessierte:
„Lehrkräfte eröffnen jungen Menschen Wege in ihre Zukunft.“
Schulen benötigten Menschen, die Wissen vermittelten, Orientierung gäben und Verantwortung übernehmen wollten, erklärte Riedel. Die neue Ausschreibung schaffe Chancen für ausgebildete Lehrkräfte und für Bewerber, die über einen Seiteneinstieg in den Schuldienst gelangen möchten.
Bewerbungsfrist endet am 30. September
Bewerbungen für die Stellen an weiterführenden und berufsbildenden Schulen sind bis zum 30. September 2026 möglich. Das Land nimmt die Unterlagen ausschließlich über sein digitales Bewerbungsportal entgegen.
Am selben Tag endet die Bewerbungsfrist für eine weitere Ausschreibungsrunde. Diese betrifft Stellen an Grund- und Förderschulen, die das Bildungsministerium bereits am 4. August 2026 veröffentlicht hatte.
Interessierte müssen ihre Bewerbung vollständig und fristgerecht übermitteln. Bewerbungen auf anderem Weg sind nach Angaben des Ministeriums nicht vorgesehen.
Quellen
Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 8. September 2026