Die Glocken- und Strickstadt Apolda (Bundesland: Thüringen, Landkreis Weimarer Land) ist für viele Überraschungen gut. Doch eine Erfindung aus dieser thüringischen Kleinstadt prägt bis heute das Sortiment in fast jedem deutschen Supermarkt: das gelb verpackte Waffelbrot Filinchen.

Ob mit Butter und süßem Honig, herzhaft belegt mit Käse und Schinken oder einfach pur geknuspert – Filinchen ist das Synonym für leichtes Waffelbrot.

Inhaltsübersicht

  1. Eine Liebeserklärung in Teig: Die Erfindung von 1956

  2. Der Trick mit dem Waffeleisen: Das Geheimnis der feinen Rillen

  3. Vom VEB Dauerbackwaren zur GUTENA Nahrungsmittel GmbH

  4. Bunt und vielseitig: Wie der Klassiker modern blieb

  5. Ortspunkt Apolda: Wo du das Waffelbrot-Erbe erlebst

  6. Leser-Aufruf: Wie genießt du dein Filinchen am liebsten?

Eine Liebeserklärung in Teig: Die Erfindung von 1956

Die Geschichte begann im Jahr 1956 in der Bäckerei von Oskar Liebold in Apolda. Liebold war ein leidenschaftlicher Handwerker und Erfinder, der nach einer Bekömmlichen, hauchdünnen Alternative zu schwerem Brot suchte.

Er backte den Teig nicht wie üblich im Ofenraum, sondern presste ihn zwischen erhitzen Metallplatten – ähnlich einem Waffeleisen. So entstand ein extrem haltbares, luftiges Gebäck. Auch der Name entstammt einer berührenden Anekdote: Liebold benannte seine Erfindung nach seiner Jugendliebe Felicitas, die er liebevoll „Filinchen“ nannte.

Der Trick mit dem Waffeleisen: Das Geheimnis der feinen Rillen

Was Filinchen von herkömmlichem Knäckebrot unterscheidet, ist seine einzigartige Herstellungsweise:

  • Das Plattenbackverfahren: Flüssiger Teig wird direkt auf rotierenden, heißen Eisenplatten ausgebacken.

  • Das Rillenmuster: Gibt der dünnen Scheibe überraschende Stabilität und verhindert, dass flüssiger Belag (wie Honig oder Marmelade) beim Bestreichen verläuft.

Vom VEB Dauerbackwaren zur GUTENA Nahrungsmittel GmbH

In der DDR wurde der Betrieb 1972 zum VEB Dauerbackwaren Apolda verstaatlicht. Filinchen gehörte auf jedem Frühstückstisch zum festen Standard.

Nach 1990 übernahm die GUTENA Nahrungsmittel GmbH den Standort Apolda. Mit gezielten Investitionen in moderne Backstraßen führte GUTENA die Marke erfolgreich in den gesamtdeutschen Markt und erweiterte das Sortiment um Dinkel-, Vollkorn- und Snack-Varianten.

Ortspunkt Apolda: Wo du das Waffelbrot-Erbe erlebst

  • GUTENA Werksverkauf Apolda (Kranichfelder Straße): Bietet das gesamte Filinchen-Sortiment, Bruchware, Geschenkboxen und thüringische Feinkost direkt ab Werk.

  • Glocken- und Stadtmuseum Apolda: Zeigt neben der berühmten Glockengießer-Geschichte spannende Exponate zur Apoldaer Industrie- und Nahrungsmittelkultur.

Leser-Aufruf: Wie genießt du dein Filinchen am liebsten?

Streichst du klassisch Butter und Marmelade auf die Rillenseite, bevorzugst du herzhaften Belag oder knusperst! du die Scheiben am liebsten pur?

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