Der Waffelbrot-Kult aus Apolda: Wie Filinchen mit feinen Rillen die Frühstückstische eroberte
Hauchdünn, knusprig-leicht und mit den charakteristischen feinen Rillen: Filinchen ist das wohl bekannteste Waffelbrot Deutschlands. Was 1956 in einer kleinen Bäckerei im thüringischen Apolda als erfinderische Liebeserklärung begann, stieg rasch zum dauerhaften Star auf den ostdeutschen Frühstücks- und Abendbrottischen auf. Wie Bäckermeister Oskar Liebold mit speziellem Plattenbackverfahren die luftigen Waffelbrot-Scheiben erfand, warum der Name eine romantische Widmung an seine Jugendliebe ist
Die Glocken- und Strickstadt Apolda (Bundesland: Thüringen, Landkreis Weimarer Land) ist für viele Überraschungen gut. Doch eine Erfindung aus dieser thüringischen Kleinstadt prägt bis heute das Sortiment in fast jedem deutschen Supermarkt: das gelb verpackte Waffelbrot Filinchen.
Ob mit Butter und süßem Honig, herzhaft belegt mit Käse und Schinken oder einfach pur geknuspert – Filinchen ist das Synonym für leichtes Waffelbrot.
Inhaltsübersicht
Eine Liebeserklärung in Teig: Die Erfindung von 1956
Der Trick mit dem Waffeleisen: Das Geheimnis der feinen Rillen
Vom VEB Dauerbackwaren zur GUTENA Nahrungsmittel GmbH
Bunt und vielseitig: Wie der Klassiker modern blieb
Ortspunkt Apolda: Wo du das Waffelbrot-Erbe erlebst
Leser-Aufruf: Wie genießt du dein Filinchen am liebsten?
Eine Liebeserklärung in Teig: Die Erfindung von 1956
Die Geschichte begann im Jahr 1956 in der Bäckerei von Oskar Liebold in Apolda. Liebold war ein leidenschaftlicher Handwerker und Erfinder, der nach einer Bekömmlichen, hauchdünnen Alternative zu schwerem Brot suchte.
Er backte den Teig nicht wie üblich im Ofenraum, sondern presste ihn zwischen erhitzen Metallplatten – ähnlich einem Waffeleisen. So entstand ein extrem haltbares, luftiges Gebäck. Auch der Name entstammt einer berührenden Anekdote: Liebold benannte seine Erfindung nach seiner Jugendliebe Felicitas, die er liebevoll „Filinchen“ nannte.
Der Trick mit dem Waffeleisen: Das Geheimnis der feinen Rillen
Was Filinchen von herkömmlichem Knäckebrot unterscheidet, ist seine einzigartige Herstellungsweise:
Das Plattenbackverfahren: Flüssiger Teig wird direkt auf rotierenden, heißen Eisenplatten ausgebacken.
Das Rillenmuster: Gibt der dünnen Scheibe überraschende Stabilität und verhindert, dass flüssiger Belag (wie Honig oder Marmelade) beim Bestreichen verläuft.
Vom VEB Dauerbackwaren zur GUTENA Nahrungsmittel GmbH
In der DDR wurde der Betrieb 1972 zum VEB Dauerbackwaren Apolda verstaatlicht. Filinchen gehörte auf jedem Frühstückstisch zum festen Standard.
Nach 1990 übernahm die GUTENA Nahrungsmittel GmbH den Standort Apolda. Mit gezielten Investitionen in moderne Backstraßen führte GUTENA die Marke erfolgreich in den gesamtdeutschen Markt und erweiterte das Sortiment um Dinkel-, Vollkorn- und Snack-Varianten.
Ortspunkt Apolda: Wo du das Waffelbrot-Erbe erlebst
GUTENA Werksverkauf Apolda (Kranichfelder Straße): Bietet das gesamte Filinchen-Sortiment, Bruchware, Geschenkboxen und thüringische Feinkost direkt ab Werk.
Glocken- und Stadtmuseum Apolda: Zeigt neben der berühmten Glockengießer-Geschichte spannende Exponate zur Apoldaer Industrie- und Nahrungsmittelkultur.
Leser-Aufruf: Wie genießt du dein Filinchen am liebsten?
Streichst du klassisch Butter und Marmelade auf die Rillenseite, bevorzugst du herzhaften Belag oder knusperst! du die Scheiben am liebsten pur?
Schickt uns eure Fotos und Geschichten per E-Mail an redaktion@ostdeutsche-zeitung.de