Die insolvente Einzelhandelskette Groschen Markt kann zumindest teilweise fortgeführt werden. Für 22 der zuletzt 41 Filialen wurden Käufer gefunden, wodurch rund 80 der zuletzt 170 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

22 Groschen-Märkte werden übernommen

Die Übernahmen verteilen sich auf vier ostdeutsche Bundesländer. Zehn Filialen werden in Thüringen fortgeführt. Hinzu kommen sechs Standorte in Sachsen-Anhalt, vier in Sachsen und zwei in Brandenburg.

Welche Käufer die einzelnen Märkte übernehmen und unter welchen Namen sie künftig auftreten, wurde noch nicht für sämtliche Standorte bekannt gegeben. Nach Angaben des Insolvenzverwalters sollen die meisten Filialen mit einem veränderten Konzept oder unter einer anderen Handelsmarke weiterarbeiten.

Damit bleibt etwa die Hälfte der zuletzt 41 Märkte als Einzelhandelsstandort erhalten. Für die übrigen Filialen konnte im bisherigen Verfahren keine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann erwartet im November noch eine weitere Übernahme. Dadurch könnte sich die Zahl der fortgeführten Standorte nochmals erhöhen.

Nur drei Filialen behalten den Namen

Die Marke Groschen Markt wird trotz der Übernahmen weitgehend aus dem ostdeutschen Einzelhandel verschwinden. Lediglich drei Filialen in Thüringen sollen weiterhin unter dem bisherigen Namen geführt werden.

Die übrigen übernommenen Geschäfte wechseln ihren Namen. Für Kunden können die Standorte dennoch als Non-Food-Märkte erhalten bleiben, sofern die neuen Betreiber das bisherige Sortiment oder vergleichbare Angebote fortführen.

Groschen Markt verkaufte vor allem Haushaltswaren, Dekorationsartikel, Heimwerkerbedarf, Schreibwaren sowie saisonale Produkte. Die Kette war seit mehr als 30 Jahren im ostdeutschen Einzelhandel vertreten.

Das Unternehmen betrieb seine Filialen vor allem in kleineren Städten und ländlichen Regionen. Dort gehörten die Märkte häufig zu den wenigen verbliebenen Anbietern preisgünstiger Haushalts- und Freizeitwaren.

Rund 80 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Mit den Übernahmen können rund 80 Arbeitsplätze gesichert werden. Zuletzt waren nach Angaben des Insolvenzverwalters etwa 170 Menschen in den verbliebenen 41 Filialen beschäftigt.

Für einen erheblichen Teil der Belegschaft bedeutet die Neuordnung dennoch den Verlust des Arbeitsplatzes. Noch zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags im Dezember 2025 hatte das Unternehmen rund 200 Beschäftigte und 47 Filialen.

In den folgenden Monaten wurden bereits Standorte geschlossen und Beschäftigungsverhältnisse beendet. Die nun vereinbarten Übernahmen verhindern zumindest an 22 Standorten die vollständige Aufgabe des Geschäftsbetriebes.

Insolvenzverwalter Spiekermann bezeichnete die Verhandlungen mit möglichen Käufern als langwierig. Das schwierige Marktumfeld im stationären Einzelhandel habe die Suche nach tragfähigen Lösungen erschwert.

Ursprünglich sollten 30 Märkte bleiben

Im März 2026 hatte der Insolvenzverwalter noch eine deutlich umfangreichere Rettung angekündigt. Damals bestand die Aussicht, 30 der verbliebenen 41 Groschen-Märkte und einen größeren Teil der Arbeitsplätze zu erhalten.

Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Statt der angekündigten 30 Filialen fanden sich bislang nur für 22 Standorte Käufer. Damit bleiben acht Märkte weniger erhalten als zunächst erhofft.

Die Differenz zeigt, wie schwierig die wirtschaftliche Lage kleiner Handelsstandorte geworden ist. Steigende Personal-, Miet- und Energiekosten treffen auf zurückhaltende Verbraucher und einen wachsenden Wettbewerb durch große Onlineanbieter.

Besonders kleinere Städte sind von solchen Schließungen betroffen. Dort lassen sich neue Betreiber häufig nur schwer finden, weil die erwarteten Umsätze begrenzt und die laufenden Betriebskosten vergleichsweise hoch sind.

Kaufzurückhaltung führte zur Insolvenz

Hinter der Kette steht die DEC Handelsgesellschaft mbH mit Sitz im thüringischen Dingelstädt. Das Unternehmen meldete im Dezember 2025 Insolvenz an. Das Verfahren wurde am 1. April 2026 eröffnet.

Als Ursache nannte das Unternehmen eine anhaltende Kaufzurückhaltung. Hinzu kamen gestiegene Infrastruktur- und Personalkosten sowie die Konkurrenz preisaggressiver Onlinehändler.

Zu Beginn des Verfahrens sollten die Sanierung und der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten wurden zunächst über das Insolvenzgeld abgesichert.

Die vollständige Rettung des Unternehmens gelang nicht. Mit den Übernahmen einzelner Standorte bleibt jedoch ein Teil der Verkaufsflächen und Arbeitsplätze erhalten. Für die Marke Groschen Markt bedeutet das Verfahren trotzdem einen weitgehenden Rückzug aus dem ostdeutschen Einzelhandel.

Quelle: Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann, Brinkmann & Partner, dpa