Die Hochschule Nordhausen wird am 26. und 27. August 2026 zum Treffpunkt für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Umweltorganisationen aus der Recyclingwirtschaft. Beim vierten Innovationsforum „Recyclingregion Harz“ sollen aus fachlichem Austausch konkrete Projekte und neue wirtschaftliche Kooperationen entstehen.
Veranstalter ist das Recyclingnetzwerk REWIMET. Eingeladen sind Akteure aus der Region zwischen Hannover, Magdeburg, Leipzig und Kassel.
Kreislaufwirtschaft wird zum Standortfaktor
Rohstoffe wie Metalle, Kunststoffe, mineralische Baustoffe und industrielle Reststoffe werden für Unternehmen zunehmend wertvoll. Steigende Preise, unsichere Lieferketten und politische Vorgaben erhöhen den Druck, Materialien länger zu nutzen und nach Gebrauch zurückzugewinnen.
Das Innovationsforum bringt deshalb nicht nur klassische Entsorgungsbetriebe zusammen. Auch Maschinenbauer, Bauunternehmen, Forschungseinrichtungen, Verwaltungen und Umweltverbände sind angesprochen.
Für Nordhausen bietet die Veranstaltung die Chance, sich als Hochschul- und Technologiestandort innerhalb einer wachsenden Zukunftsbranche zu positionieren.
Aus Ideen sollen konkrete Geschäfte werden
Nach Angaben von REWIMET ist das Forum ausdrücklich als Netzwerktreffen für Wirtschaft und Wissenschaft angelegt. Unternehmen sollen Geschäftspartner, Lieferanten, Forscher und Wirtschaftsförderer kennenlernen.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Vorträge. Gezielte Gespräche und Matchmaking-Formate sollen dazu führen, dass Teilnehmer gemeinsame Vorhaben entwickeln und später praktisch umsetzen.
Mögliche Projekte können neue Sortierverfahren, die Rückgewinnung wertvoller Metalle, Recyclingbaustoffe oder digitale Systeme zur Erfassung von Materialströmen betreffen.
Hochschule verbindet Forschung und regionale Wirtschaft
Die Hochschule Nordhausen bietet Studiengänge und Forschungsbereiche mit Bezug zu Umwelttechnik, Ressourcenmanagement, Energie und Recycling. Der Veranstaltungsort passt damit unmittelbar zum Thema des Forums.
Für Studierende und Wissenschaftler entsteht die Möglichkeit, Forschungsergebnisse mit den Anforderungen realer Unternehmen abzugleichen. Firmen wiederum können neue Technologien frühzeitig kennenlernen und Kontakte zu Fachkräften aufbauen.
Diese Verbindung ist für Nordthüringen besonders wichtig. Viele mittelständische Unternehmen verfügen nicht über eigene große Forschungsabteilungen und sind auf Kooperationen mit Hochschulen angewiesen.
Region Harz will Rohstoffe länger im Kreislauf halten
Die Harzregion besitzt eine lange Tradition im Bergbau, in der Metallverarbeitung und in der Nutzung mineralischer Rohstoffe. Das heutige Recycling knüpft teilweise an diese industrielle Erfahrung an, richtet den Blick aber auf moderne Kreisläufe.
Statt Materialien nach einmaliger Nutzung zu entsorgen, sollen wertvolle Bestandteile möglichst zurückgewonnen und erneut eingesetzt werden. Dadurch können Abhängigkeiten von Rohstoffimporten sinken und regionale Wertschöpfung entstehen.
Das Forum in Nordhausen ist deshalb nicht nur eine Fachveranstaltung. Es kann Ausgangspunkt für Investitionen, Forschungsaufträge und neue Arbeitsplätze werden.
Nordhausen profitiert vom überregionalen Netzwerk
Das Einzugsgebiet des Forums reicht weit über Thüringen hinaus. Unternehmen aus mehreren mitteldeutschen und niedersächsischen Wirtschaftsräumen sollen in Nordhausen zusammenkommen.
Davon profitieren zunächst Hochschule, Hotellerie und Gastronomie. Langfristig ist jedoch entscheidender, ob aus den Kontakten dauerhafte Projekte und Unternehmenskooperationen entstehen.
Die vierte Auflage zeigt, dass sich die Veranstaltung etabliert hat. Nun muss das Forum beweisen, dass die angekündigte Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft auch messbare Ergebnisse hervorbringt.
Quellen
REWIMET: Termin, Veranstaltungsort und Ziel des vierten Innovationsforums Recyclingregion Harz.
Veranstaltungs- und Unternehmensinformationen: Austausch, Matchmaking und Entwicklung konkreter Projekte.
Hochschule Nordhausen und REWIMET: Zusammenarbeit von Wirtschaft, Forschung und regionalen Netzwerken.