Die Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 rückt näher. Die Parteien kämpfen um neue Mehrheiten. Entscheidend wird die Regierungsbildung, weil klassische Bündnisse nach dem 6. September möglicherweise nicht ausreichen.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: 1,69 Millionen Menschen sind wahlberechtigt

Die Landtagswahl findet am Sonntag, 6. September 2026, statt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Nach Angaben der Landeswahlleiterin werden rund 1,69 Millionen Menschen wahlberechtigt sein; die endgültige Zahl steht erst nach Abschluss der Wählerverzeichnisse fest. Sachsen-Anhalt ist für die Wahl in 41 Wahlkreise eingeteilt.

Für die Regierungsbildung ist entscheidend, wie sich die Sitze im neuen Landtag verteilen. Der Ausgang der Wahl bestimmt damit nicht automatisch, wer Ministerpräsident wird. Erst nach der Wahl müssen sich im Parlament Mehrheiten bilden.

Sven Schulze führt die CDU erstmals als Ministerpräsident in die Wahl

Sven Schulze ist seit dem 28. Januar 2026 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Der Landtag wählte den CDU-Politiker damals mit 58 Stimmen zum Nachfolger von Reiner Haseloff; erforderlich waren 49 Stimmen. Schulze führt die Landesregierung damit erst seit wenigen Monaten und tritt nun erstmals als amtierender Ministerpräsident bei einer Landtagswahl an.

Seine Ausgangslage unterscheidet sich damit deutlich von der seines langjährigen Vorgängers. Für die CDU geht es am 6. September nicht nur um ihr Ergebnis, sondern unmittelbar um die Frage, ob sie genügend parlamentarische Unterstützung für eine weitere Regierung unter Schulze organisieren kann.

Koalitionen werden nach der Landtagswahl zur entscheidenden Frage

Die wichtigste Rechnung beginnt nach Schließung der Wahllokale. Entscheidend ist, welche Parteien in den Landtag einziehen und wie viele Mandate sie erhalten. Schon kleinere Verschiebungen können darüber bestimmen, ob eine klassische Koalition eine Mehrheit erreicht oder ob mehrere Parteien für eine Regierungsbildung benötigt werden.

Gerade bei stark verteilten Stimmenanteilen kann die Zahl der im Parlament vertretenen Parteien entscheidend werden. Je stärker sich die Sitze auf verschiedene politische Kräfte verteilen, desto schwieriger kann es werden, eine stabile Mehrheit für Regierung, Haushalt und zentrale Gesetzesvorhaben zu bilden.

Der Landtag wählt den Ministerpräsidenten

Der Spitzenkandidat der stärksten Partei wird in Sachsen-Anhalt nicht automatisch Ministerpräsident. Über das Amt entscheidet der neu gewählte Landtag in geheimer Abstimmung. In den ersten Wahlgängen ist dafür die Mehrheit aller Abgeordneten erforderlich; erst im dritten Wahlgang genügt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Damit kann eine Partei zwar stärkste Kraft werden und dennoch bei der Regierungsbildung scheitern, wenn ihr Kandidat keine ausreichende Unterstützung erhält. Umgekehrt kann ein Bewerber einer anderen Partei Ministerpräsident werden, wenn er eine parlamentarische Mehrheit hinter sich versammelt.

Die Koalitionsfrage ist deshalb mehr als eine taktische Debatte im Wahlkampf. Sie entscheidet darüber, welche politische Kraft nach dem 6. September tatsächlich die Staatskanzlei führen kann.

Landtagswahl könnte politische Kräfteverhältnisse grundlegend verändern

Die endgültige Zusammensetzung des neuen Landtags steht erst nach der Auszählung fest. Erst dann lässt sich belastbar beurteilen, welche Bündnisse rechnerisch möglich sind und welche Parteien miteinander über eine Regierung sprechen müssen.

Für Sachsen-Anhalt beginnt damit eine entscheidende Phase. Sven Schulze muss wenige Monate nach seinem Amtsantritt eine neue parlamentarische Grundlage für seine Regierung erreichen. Gleichzeitig bestimmen die Wähler über ein Parlament, dessen Mehrheitsverhältnisse die Landespolitik der kommenden Jahre prägen werden.

Der 6. September entscheidet deshalb nicht nur über Parteien und Mandate. Die Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 entscheidet darüber, wer anschließend genügend Unterstützung für eine Regierung und die Wahl des Ministerpräsidenten organisieren kann.

Quellen

Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt

Landtag von Sachsen-Anhalt