Sachsen-Anhalt ehrt sechs Persönlichkeiten mit dem Landesverdienstorden
Ministerpräsident Sven Schulze hat am 5. November sechs Persönlichkeiten mit dem Landesverdienstorden Sachsen-Anhalts ausgezeichnet. Geehrt wurden Menschen aus Magdeburg, Halle, Nebra und Wernigerode für ihr langjähriges gesellschaftliches, politisches und ehrenamtliches Engagement. Mit der Verleihung wurde der Orden zum 100. Mal vergeben.
Magdeburg. Sechs Persönlichkeiten aus Sachsen-Anhalt haben am Donnerstag, 5. November 2026, die höchste Auszeichnung des Landes erhalten. Ministerpräsident Sven Schulze überreichte ihnen in der Magdeburger Staatskanzlei den Landesverdienstorden. Gewürdigt wurden ihre Verdienste um die Integration, die Kommunalpolitik, das Vereinsleben, die Wissenschaft sowie die Aufarbeitung der DDR-Geschichte.
Mit der Ehrung würdigt die Landesregierung Menschen, die sich über viele Jahre hinweg in besonderer Weise für die Gesellschaft eingesetzt haben. Die diesjährigen Auszeichnungen gingen an drei Männer und drei Frauen.
Ministerpräsident würdigt ehrenamtliches Engagement
Bei der Verleihung betonte Ministerpräsident Sven Schulze die Bedeutung des persönlichen Einsatzes für das Gemeinwesen.
„Unser Gemeinwesen wird stärker, wenn sich viele Menschen engagieren, Verantwortung übernehmen und sich ehrenamtlich einbringen“, erklärte Schulze.
Die ausgezeichneten Persönlichkeiten stünden beispielhaft für gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Mit ihrer Arbeit hätten sie die kulturelle, soziale und politische Entwicklung Sachsen-Anhalts über viele Jahre mitgestaltet.
Die sechs Geehrten haben sich in ganz unterschiedlichen Bereichen verdient gemacht. Ihr Engagement reicht von der Integration zugewanderter Menschen über die Kommunalpolitik bis zur Erinnerung an politische Verfolgung in der DDR.
Krzysztof Blau und Frank Bornschein ausgezeichnet
Zu den Geehrten gehört der 60-jährige Magdeburger Integrationsbeauftragte Krzysztof Blau.
Er setzt sich seit vielen Jahren für die Integration zugewanderter Menschen, den interkulturellen Austausch und die deutsch-polnische Freundschaft ein. Nach Angaben der Staatskanzlei hat er sowohl durch seine berufliche als auch durch seine ehrenamtliche Tätigkeit die Integrationsarbeit in Sachsen-Anhalt wesentlich mitgeprägt.
Insbesondere sein Engagement für die Beziehungen zwischen Sachsen-Anhalt und Polen wurde hervorgehoben.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde der 66-jährige Frank Bornschein aus Nebra (Unstrut).
Der langjährige Kommunalpolitiker engagiert sich seit Jahrzehnten für das gesellschaftliche Leben in Reinsdorf und Nebra. Schwerpunkte seines Wirkens sind der Sport, die Kommunalpolitik, die Brauchtumspflege und die Unterstützung örtlicher Vereine.
Die Landesregierung würdigte insbesondere seinen Beitrag zum Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und zur Stärkung des Ehrenamtes.
Heike Brehmer und Katrin Budde für jahrzehntelange Arbeit geehrt
Eine weitere Auszeichnung erhielt die 64-jährige Heike Brehmer aus Wernigerode.
Die ehemalige Landrätin und Bundestagsabgeordnete hat sich über Jahrzehnte in verschiedenen politischen Funktionen und Ehrenämtern engagiert. Ihr Einsatz galt insbesondere der Entwicklung ihrer Heimatregion im Harz.
Als Bundestagsabgeordnete unterstützte sie unter anderem Projekte im Denkmalschutz, im Tourismus und im sozialen Bereich.
Auch die 61-jährige frühere Wirtschaftsministerin Katrin Budde aus Magdeburg wurde mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet.
Budde war über viele Jahre Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt, bekleidete das Amt der Ministerin für Wirtschaft und Technologie und gehörte später dem Deutschen Bundestag an.
Neben ihrer politischen Laufbahn hob die Landesregierung ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement hervor. Gewürdigt wurde außerdem ihr Beitrag zur Entwicklung Sachsen-Anhalts als Wirtschafts- und Kulturstandort.
Dagmar Szabados engagiert sich weiterhin für Halle
Mit Dagmar Szabados wurde auch eine frühere Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale) ausgezeichnet.
Die 78-Jährige setzte sich während ihrer Amtszeit besonders dafür ein, Halle als Standort für Forschung, Wissenschaft und Hochschulbildung weiterzuentwickeln.
Ein wichtiges Anliegen war ihr die dauerhafte Verankerung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Stadt.
Auch nach dem Ende ihrer Amtszeit engagiert sich Szabados weiterhin ehrenamtlich.
Sie unterstützt unter anderem den Verein Leopoldina Akademie Freundeskreis, den Verein „Wir helfen“ sowie die TelefonSeelsorge Halle.
Die Landesregierung würdigte damit sowohl ihren langjährigen politischen Einsatz als auch ihre fortgesetzte Unterstützung sozialer und wissenschaftlicher Einrichtungen.
Carl-Gerhard Winter setzt sich für Opfer der SED-Diktatur ein
Der sechste Landesverdienstorden ging an den 81-jährigen Arbeitsmediziner und Toxikologen Dr. Carl-Gerhard Winter aus Magdeburg.
Winter engagiert sich seit vielen Jahren für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Erinnerung an Menschen, die in der DDR aus politischen Gründen verfolgt wurden.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Unterstützung und öffentliche Anerkennung der Betroffenen.
Insbesondere sein Wirken für den Verband der Opfer des Stalinismus in Sachsen-Anhalt wurde bei der Ordensverleihung hervorgehoben.
Nach Einschätzung der Landesregierung hat Winter wesentlich dazu beigetragen, den Verband als Stimme der Opfer politischer Verfolgung zu etablieren.
Sein Einsatz umfasst auch die historische Bildung und die Vermittlung der DDR-Geschichte an nachfolgende Generationen.
Landesverdienstorden inzwischen 100-mal verliehen
Der Landesverdienstorden ist die höchste staatliche Auszeichnung Sachsen-Anhalts.
Mit ihm werden Menschen geehrt, die sich über einen längeren Zeitraum durch außergewöhnliche Leistungen um das Bundesland und die Allgemeinheit verdient gemacht haben.
Die Auszeichnung kann für Verdienste in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen verliehen werden. Dazu zählen unter anderem Politik, Wissenschaft, Kultur, Soziales und ehrenamtliches Engagement.
Die Verleihung am 5. November hatte auch eine besondere Bedeutung für die Geschichte des Ordens: Mit den sechs neuen Ehrungen wurde der Landesverdienstorden nach Angaben der Staatskanzlei inzwischen insgesamt 100-mal verliehen.