Eine neue ferngesteuerte Mähraupe soll künftig schwer zugängliche Naturschutzflächen im Saalekreis pflegen. Die Maschine kommt dort zum Einsatz, wo gewöhnliche Mähtechnik wegen steiler Hänge, kleiner Flächen oder schwieriger Zufahrten nicht eingesetzt werden kann.
MERSEBURG. Staatssekretär Dr. Steffen Eichner hat die neue Maschine nahe Merseburg besichtigt. Die Anschaffung wurde mit gut 40.000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützt.
Einsatz in mehreren Naturschutzgebieten
Die Mähraupe soll ab sofort in verschiedenen Schutzgebieten des Saalekreises eingesetzt werden. Gepflegt werden vor allem kleinere Offenlandflächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden und ohne regelmäßige Mahd zunehmend mit Sträuchern und Gehölzen zuwachsen würden.
Betroffen sind unter anderem Magerrasen, Trocken- und Feuchtwiesen sowie Kalk-Trockenrasen. Diese Flächen bilden wichtige Lebensräume für seltene und geschützte Pflanzenarten.
Das Umweltministerium nennt beispielhaft die Sibirische Schwertlilie, das Frühlings-Adonisröschen und mehrere Orchideenarten.
Technik für steile und isolierte Flächen
Die ferngesteuerte Maschine kann auch an Steilhängen und auf unebenem Gelände arbeiten. Die Bedienperson steuert die Raupe aus sicherer Entfernung.
Staatssekretär Eichner erklärte, der Landkreis setze mit der Technik auf eine moderne Lösung, um wertvolle Offenlandflächen auch unter schwierigen Bedingungen zu erhalten.
Sabine Faulstich, Dezernentin für Kreisentwicklung des Saalekreises, bezeichnete die Mähraupe als wichtigen Baustein für die Pflege der Naturschutzgebiete und den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Region.
Förderung überwiegend aus EU-Mitteln
Die Förderung erfolgte über das Programm „Biodiversität, Schutzgebietssystem Natura 2000“.
Die Finanzierung setzt sich zusammen aus:
- 80 Prozent Mitteln der Europäischen Union,
- 20 Prozent Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt.
Die EU-Mittel stammen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Bewilligt wurde die Förderung durch das Landesverwaltungsamt.
Quelle
Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt: Pressemitteilung Nr. 131/2026 „Biotop-Pflege auf schwierigem Gelände: Saalekreis setzt auf ferngesteuerte Mähraupe“ vom 27. Juli 2026.