Schönwalde-Glien will mehrere größere Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte vorantreiben. Bei einem Arbeitsbesuch von Havelland-Landrat Roger Lewandowski am 5. August standen unter anderem ein rund 37 Hektar großes neues Gewerbegebiet in Perwenitz, eine geplante Rettungswache auf dem Schafstallgelände sowie der Ausbau der Kreisstraße K6333 auf der Tagesordnung. Für Letzteren zeichnet sich wegen der angespannten Haushaltslage des Landkreises allerdings keine schnelle Umsetzung ab.

Ausbau der K6333 muss offenbar warten

Ein zentrales Thema der Gespräche war die Kreisstraße K6333 im Ortsteil Perwenitz.

Landrat Roger Lewandowski machte nach Angaben der Gemeinde deutlich, dass der Landkreis im kommenden Jahr aufgrund seiner finanziellen Situation nur unabweisbare und unaufschiebbare Maßnahmen umsetzen könne.

Für den geplanten Ausbau der K6333 bedeutet das, dass derzeit nicht mit einer zeitnahen Realisierung gerechnet werden kann.

Für die Gemeinde ist dies ein Rückschlag, weil eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur auch für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Ortsteils von Bedeutung ist.

Neues Gewerbegebiet soll rund 37 Hektar umfassen

Besonders intensiv wurde über das geplante Gewerbegebiet Perwenitz II gesprochen.

Die Gemeinde möchte dort auf rund 37 Hektar zusätzliche Gewerbe- und Industrieflächen entwickeln. Hintergrund ist nach ihren Angaben eine hohe Nachfrage von Unternehmen.

Die bereits bestehenden Gewerbegebiete seien vollständig ausgelastet.

Damit steht Schönwalde-Glien vor der Frage, wie zusätzliche Flächen geschaffen werden können, ohne bestehende Schutzinteressen außer Acht zu lassen.

Eine wesentliche Schwierigkeit besteht darin, dass sich das geplante Areal im Landschaftsschutzgebiet befindet.

Bürgermeister Bodo Oehme warb deshalb für eine Lösung, die wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz miteinander verbindet.

Tesla-Interesse an Schnellladenetz für Elektro-Lkw

Im Zusammenhang mit der Gewerbeentwicklung wurde auch ein mögliches Vorhaben von Tesla angesprochen.

Nach Angaben aus dem Arbeitsgespräch besteht Interesse, im Bereich der Autobahn ein öffentliches Schnellladenetz für Elektro-Lkw zu errichten.

Konkrete Angaben zu einem Standort, dem Umfang der Anlage oder einem möglichen Zeitplan wurden in der vorliegenden Presseinformation nicht gemacht.

Damit befindet sich das Thema bislang offenbar in einem frühen Stadium.

Für die Gemeinde könnte ein solches Vorhaben jedoch zusätzliche Bedeutung gewinnen, wenn sich der Standort als Gewerbe- und Logistikstandort weiterentwickelt.

Rettungswache, Feuerwehr und Sporthalle auf einem Gelände

Ein weiteres großes Vorhaben betrifft das Schafstallgelände in Schönwalde-Siedlung.

Dort soll gemeinsam mit dem Landkreis ein neuer Standort für verschiedene Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge entstehen.

Vorgesehen sind eine Rettungswache des Landkreises, ein neues Feuerwehrdepot für die Freiwillige Feuerwehr Schönwalde-Siedlung sowie eine Sporthalle.

Damit würden mehrere kommunale und kreisliche Funktionen an einem Standort gebündelt.

Bürgermeister Oehme bat den Landkreis insbesondere um Unterstützung bei der Bereitstellung der für die Rettungswache benötigten Fläche.

Nach Darstellung der Gemeinde ist dies wichtig, damit die weiteren Planungen vorangetrieben und potenziellen Investoren verlässliche Rahmenbedingungen geboten werden können.

Eselfreunde suchen Fläche im Erlebnispark

Bei der Rundfahrt standen nicht nur klassische Infrastrukturprojekte auf dem Programm.

In Paaren im Glien besuchten die Teilnehmer den Verein Eselfreunde im Havelland e.V.

Der Verein betreut derzeit 32 Esel und bereitete zum Zeitpunkt des Besuchs das 36. Esel- und Mulitreffen vor, das am 15. und 16. August im MAFZ stattfinden soll.

Die Vereinsmitglieder informierten den Landrat über ihre Arbeit und bekundeten Interesse an einer Teilfläche im Erlebnispark Paaren im Glien.

Nach Einschätzung des Vereins würde sich die Fläche insbesondere als Weideland eignen.

Sanfter Tourismus im Krämer Forst im Blick

Eine weitere Station war der neu gestaltete Ziegenkrug im Krämer Forst.

Dort stellte Odett Schnegula, Schatzmeisterin und Geschäftsführerin des Regionalparks Osthavelland-Spandau e.V., die Arbeit des Vereins vor.

Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung eines sanften Tourismus im Havelland sowie Investitionen in Radwege und historische Ausflugsziele.

Solche Projekte sollen die Region touristisch attraktiver machen, ohne den Charakter der Landschaft durch stark belastende Angebote zu verändern.

Gerade für Schönwalde-Glien spielt die Nähe zu Berlin und gleichzeitig zu großen Natur- und Waldflächen eine wichtige Rolle bei der touristischen Entwicklung.

Letztes offizielles Treffen mit Bürgermeister Bodo Oehme

Der Arbeitsbesuch hatte auch eine persönliche Komponente.

Es handelte sich um das letzte offizielle Treffen des Landrates mit dem scheidenden Bürgermeister Bodo Oehme.

Zum Abschluss verabschiedete Oehme den Landrat im Rathaus und überreichte ihm eine junge Eiche.

Der Baum soll an die langjährige Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Landkreis erinnern und zugleich auf die waldreiche Umgebung Schönwalde-Gliens verweisen.

Lewandowski kündigte an, die Eiche an einem gut sichtbaren Ort in der Nähe der Kreisverwaltung zu pflanzen.

Mehrere Großprojekte bleiben für Nachfolger auf der Agenda

Mit dem Besuch wurde zugleich deutlich, dass Schönwalde-Glien vor mehreren langfristigen Aufgaben steht.

Das Gewerbegebiet Perwenitz II, der Ausbau der K6333 und die Entwicklung des Schafstallgeländes werden sich nicht kurzfristig abschließen lassen.

Damit werden diese Projekte auch die künftige Gemeindespitze beschäftigen.

Insbesondere bei den Verkehrs- und Rettungsinfrastrukturprojekten bleibt die Gemeinde auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis angewiesen.

Der Arbeitsbesuch zeigte damit nicht nur, was bereits geplant ist, sondern auch, an welchen Stellen Finanzierung, Flächenfragen und Genehmigungen noch geklärt werden müssen.

Quellen

Gemeinde Schönwalde-Glien – Pressemitteilung zum Arbeitsbesuch von Landrat Roger Lewandowski am 5. August 2026