Gesundheitsversorgung der Lausitz im Mittelpunkt
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem lädt am 1. und 2. Oktober 2026 zur zweiten Ausgabe ihres Zukunftsforums „kuMULativ“ nach Cottbus ein.
Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie die Gesundheitsversorgung in der Lausitz zukunftsfähig gestaltet werden kann und wie Reformen, neue Versorgungsmodelle sowie Künstliche Intelligenz konkret in der Region eingesetzt werden können. Das Forum bringt Vertreter aus Politik, Medizin, Wissenschaft und Versorgung zusammen.
Erster Tag: Reformen und Modellregion Gesundheit Lausitz
Der erste Veranstaltungstag steht unter dem Titel „Von der Vision zur Umsetzung – Gesundheit gemeinsam gestalten“.
Diskutiert werden aktuelle Gesundheitsreformen, zukunftsfähige Versorgungsstrukturen und die weitere Entwicklung der Modellregion Gesundheit Lausitz. Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Praxis sollen dabei konkrete Perspektiven für die medizinische Versorgung der Region entwickeln.
Gerade für eine ländlich geprägte Region wie die Lausitz ist diese Frage von besonderer Bedeutung. Neben dem demografischen Wandel spielen Fachkräfte, Erreichbarkeit medizinischer Angebote und neue digitale Versorgungsformen eine immer größere Rolle.
Zweiter Tag ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz
Am zweiten Veranstaltungstag richtet sich der Blick ausdrücklich auf Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen.
Unter dem Titel „Versorgung sichern, Zukunft gestalten – KI für ein innovatives Universitätsklinikum und eine starke Modellregion Gesundheit Lausitz“ geht es um Chancen und Grenzen von KI, internationale Erfahrungen und konkrete Anwendungen für den Versorgungsalltag.
Im Zentrum steht damit nicht nur die technische Frage, was KI grundsätzlich leisten kann. Entscheidend soll vielmehr sein, wie neue Technologien tatsächlich in Kliniken, Praxen und Versorgungsstrukturen eingesetzt werden können.
Nagel: Zukunft entsteht dort, wo Menschen zusammenarbeiten
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT, betont den praktischen Charakter des Forums.
> „Die Gesundheitsversorgung der Zukunft entsteht nicht am Reißbrett.“
Sie entstehe dort, wo Menschen, Institutionen und Ideen zusammenkommen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Das Forum solle unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und konkrete Impulse für die Lausitz, Deutschland und den internationalen Dialog liefern.
Damit positioniert sich die Medizinische Universität Lausitz zunehmend auch als Plattform für gesundheitspolitische und technologische Debatten.
Gesundheitsminister und Kassenärztliche Vereinigung beteiligt
Eröffnet wird die Veranstaltung von Eckhard Nagel. Am zweiten Tag übernimmt zusätzlich Martin Peuker, Digitalisierungsvorstand der MUL – CT, eine zentrale Rolle.
Zu den weiteren Mitwirkenden gehören Vertreter des Landes Brandenburg, der Stadt Cottbus, der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg sowie Fachleute aus Medizin, Wissenschaft und Digitalisierung.
Auch Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke ist mit einem Statement angekündigt. Ebenfalls beteiligt ist Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg und Mitglied des Innovations- und Netzwerkrates.
Zwei Tage Diskussion in Cottbus
„kuMULativ 2026“ findet am Donnerstag, 1. Oktober, von 10.30 bis 18.30 Uhr sowie am Freitag, 2. Oktober, von 9 bis 14 Uhr im Holiday Inn Cottbus am Berliner Platz statt.
Damit erhält Cottbus für zwei Tage eine zentrale Bühne für die Debatte über die Zukunft der regionalen Gesundheitsversorgung.
3,7 Milliarden Euro für die neue Universitätsmedizin
Die Bedeutung des Forums hängt eng mit dem Aufbau der Medizinischen Universität Lausitz zusammen.
Die MUL – CT wurde am 1. Juli 2024 als erste und einzige staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs gegründet. Bund und Land fördern das Projekt bis 2038 mit insgesamt 3,7 Milliarden Euro. Es gilt als eines der größten Strukturwandelprojekte im Zuge des Kohleausstiegs.
Die Universität verbindet Gesundheitsversorgung, Forschung und Lehre. Zu den zentralen Forschungsschwerpunkten gehören die Gesundheitssystemforschung und die Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Erste Medizinstudierenden starten jetzt
Der Aufbau der Universitätsmedizin wird inzwischen auch im Studienbetrieb sichtbar.
Zum Wintersemester 2026/27 starten die ersten 36 Studierenden im Modellstudiengang Humanmedizin. Ab 2028 sind zusätzlich die Masterstudiengänge Advanced Nursing Practice, Medical Data Science und Gesundheitssystemwissenschaften geplant.
Die MUL – CT beschäftigt derzeit rund 4.300 Menschen aus mehr als 60 Nationen.
Von der Kohle- zur Gesundheitsregion
Damit steht hinter „kuMULativ“ eine größere Entwicklung.
Die Lausitz befindet sich mitten im Strukturwandel. Neben Energie, Industrie und Infrastruktur wird auch Gesundheitsversorgung zu einem zentralen Zukunftsfeld der Region.
Die Modellregion Gesundheit Lausitz soll dabei zeigen, wie moderne Versorgung im ländlichen Raum mit Digitalisierung, neuen Berufsbildern und innovativen Strukturen verbunden werden kann.
Das Zukunftsforum Anfang Oktober soll dafür konkrete Ideen liefern.