Die Polizei verstärkte am letzten Ferienwochenende ihre Kontrollen auf der Havel und angrenzenden Seen. Ein Bootsführer hatte 0,6 Promille, während weitere Verstöße Papiere, Beleuchtung und Naturschutz betrafen.

Die Wasserschutzpolizei war von Freitagmittag bis Samstagnachmittag zwischen Rathenow und der Hohennauener Wasserstraße im Einsatz. Die Beamten kontrollierten außerdem den Hohennauener See und den Ferchesarer See.

Anlass waren Hinweise von Bürgern auf Sportbootführer, die in diesem Bereich wiederholt zu schnell unterwegs sein sollen. Die Polizei setzte zusätzliches Personal, ein zweites Boot und spezielle Messtechnik ein.

Keine Geschwindigkeitsverstöße festgestellt

Die Beamten nutzten Lasermessgeräte und ein neues videounterstütztes Verfahren zur Geschwindigkeitsermittlung. Alle überprüften Boote hielten die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten ein.

Bei den übrigen Kontrollen stellten die Polizisten jedoch zahlreiche Mängel fest. Nach Angaben der Polizeidirektion West musste insgesamt jedes dritte überprüfte Sportboot beanstandet werden.

Einige Bootsführer konnten nicht alle erforderlichen Papiere oder Führerscheine vorlegen. An anderen Booten waren die Kennzeichnungen nicht ordnungsgemäß sichtbar.

Bootsführer hat 0,6 Promille

Am Freitag gegen 17.45 Uhr kontrollierten die Beamten auf dem Hohennauener See ein mit mehreren Männern besetztes Hausboot. Der 56-jährige Fahrer des führerscheinfreien Mietbootes erklärte, zuvor ein Bier getrunken zu haben.

Eine gerichtsverwertbare Atemalkoholanalyse ergab nach Polizeiangaben einen Wert von 0,6 Promille. Damit lag der Mann über dem geltenden Grenzwert von 0,5 Promille.

Die Polizei leitete ein Bußgeldverfahren ein und untersagte dem Mann die Weiterfahrt. Ein nüchterner Mitfahrer übernahm das Hausboot für den Rückweg.

Boot ohne Beleuchtung im Dunkeln unterwegs

Ein Sportbootfahrer kam den Polizeibooten nach Sonnenuntergang ohne vorgeschriebene Nachtbeleuchtung entgegen. Die Beamten erhoben dafür ein Verwarngeld von 55 Euro.

Ein weiteres Boot war unerlaubt an einem Baum befestigt. Auch fehlende Dokumente und schlecht erkennbare Kennzeichnungen führten zu Beanstandungen.

Die Wasserschutzpolizei kündigte weitere Kontrollen auf den schiffbaren Gewässern bis zur Landesgrenze an. Dabei sollen neben dem Sportbootverkehr auch Umwelt- und Naturschutzverstöße im Mittelpunkt stehen.

Lagerfeuer im Naturschutzgebiet entdeckt

Im Naturschutzgebiet Untere Havel Nord bemerkten die Beamten zwischen Göttlin und Grütz ein offenes Lagerfeuer. Vor Ort trafen sie zwei Angler an.

Nach Angaben der Polizei verstießen die Männer gleich gegen mehrere Vorschriften. Ihr Hund war nicht angeleint, ein Auto stand unberechtigt im Schutzgebiet und ein Zelt deutete auf unerlaubtes Campen hin.

Die Beamten ließen das Feuer löschen und nahmen die Personalien auf. Den Vorgang übergaben sie der Unteren Naturschutzbehörde, die über die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens entscheidet.

Quelle: Polizeidirektion West, Pressemeldung vom 24. August 2026