Der Fund einer mit Sprengstoff ausgestatteten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle beschäftigt die deutschen Sicherheitsbehörden weiter. Die Bundesanwaltschaft hat den Fall wegen seiner möglichen Bedeutung für die innere und äußere Sicherheit Deutschlands übernommen.
Nach bisherigen Angaben war die Drohne mit professionellem Sprengstoff und einem Zünder ausgerüstet. Sie wurde auf dem Gelände des Flughafens entdeckt, der nicht nur für den zivilen Luftverkehr, sondern auch als bedeutender Frachtstandort genutzt wird.
Suche nach möglichem zweiten Flugobjekt
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch Hinweise auf ein weiteres unbekanntes Flugobjekt. Nach Angaben aus Sachsen wurde geprüft, ob eine zweite Drohne mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein könnte. Die Maschine soll später leichte Beschädigungen aufgewiesen haben.
Die Ermittlungen richten sich deshalb nicht nur auf Herkunft und Flugweg der gefundenen Drohne. Entscheidend ist auch die Frage, ob mehrere Fluggeräte beteiligt waren und welches konkrete Ziel verfolgt worden sein könnte.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt spricht im Zusammenhang mit dem Fall von einer neuen Bedrohungslage durch hybride Angriffe. Gleichzeitig wird von Sicherheitsbehörden davor gewarnt, ohne belastbare Beweise voreilige Schuldzuweisungen vorzunehmen.
Neues Drohnenzentrum soll Abwehr verbessern
Die Bundesregierung will die Abwehr solcher Gefahren technisch verstärken. Am 18. August soll am DLR-Testflughafen Cochstedt in Sachsen-Anhalt ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet werden.
Dort sollen Forschung und Sicherheitsbehörden gemeinsam neue Möglichkeiten zur Erkennung und Abwehr unerlaubter Drohnen entwickeln.
Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle macht deutlich, dass es dabei längst nicht nur um störende Hobbydrohnen geht. Mit Sprengstoff ausgerüstete Fluggeräte stellen eine völlig andere Gefahrenstufe dar.
Quellen
Bundesanwaltschaft Landeskriminalamt Sachsen Bundesministerium des Innern