Leipzig. Wo normalerweise Autos stehen, sollen an diesem Sonntag Pflanzen, Tische, Spiele und kleine Veranstaltungsflächen Platz finden. Zwischen 12 und 18 Uhr findet auf der Eisenbahnstraße der PARKING DAY 2026 statt.
Betroffen sind die Parkflächen zwischen Hermann-Liebmann-Straße und Torgauer Platz. Das Organisationsbündnis hat nach eigenen Angaben alle Parklücken in diesem Abschnitt für die Demonstration angemeldet. Sie sollen am Veranstaltungstag frei von parkenden Fahrzeugen sein.
Parklücken werden für sechs Stunden umgenutzt
Die Eisenbahnstraße selbst wird damit nicht automatisch vollständig für den normalen Verkehr gesperrt. Im Mittelpunkt stehen die Parkflächen am Straßenrand.
Dort können Teilnehmer kleine Parks, Nachbarschaftstafeln, Sitzgelegenheiten, Bühnen, Gärten oder Spielangebote einrichten.
Das Aktionsbündnis beschreibt die Veranstaltung als Demonstration für eine andere Nutzung des öffentlichen Straßenraums.
Damit ist wichtig zu unterscheiden: Beim PARKING DAY geht es nicht schlicht um ein Straßenfest. Die Veranstaltung verfolgt konkrete verkehrs- und stadtpolitische Forderungen.
Veranstalter formulieren Forderungen an die Stadt
Das Bündnis fordert nach eigenen Angaben unter anderem mehr Grün und klimaangepasste Straßen, sichere Fußwege, bessere Radinfrastruktur und einen ausgebauten öffentlichen Nahverkehr.
Außerdem verlangt es eine aus seiner Sicht gerechtere Verteilung des öffentlichen Raums und Maßnahmen gegen Verdrängung durch Stadtentwicklung. Diese Forderungen geben die Positionen der Veranstalter wieder.
Der PARKING DAY findet im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche statt.
Bereits zum vierten Mal auf der Eisenbahnstraße
Auf der Eisenbahnstraße wird die Aktion in diesem Jahr zum vierten Mal durchgeführt.
Organisiert wird sie von einem Bündnis aus Anwohnern und Initiativen, koordiniert von Verkehrswende Leipzig. Besucher müssen sich nicht anmelden und können die Aktionsflächen kostenlos besuchen.
Das internationale Vorbild entstand 2005 in San Francisco. Damals verwandelte das Kollektiv Rebar einen einzelnen Parkplatz vorübergehend in einen kleinen Park. Daraus entwickelte sich eine Aktion, die inzwischen in zahlreichen Städten aufgegriffen wird.
Auf der Leipziger Eisenbahnstraße wird diese Idee heute zwischen 12 und 18 Uhr sichtbar. Für sechs Stunden sollen Parkplätze nicht Autos, sondern Menschen und ihren Ideen zur Verfügung stehen.