Schipkau. Seit dem 10. Juni 2026 steht Thomas Nützsche an der Spitze der Gemeinde Schipkau. Nach seinen ersten 100 Tagen im Amt zieht der Bürgermeister eine Zwischenbilanz. Die vergangenen Monate seien vor allem von der Einarbeitung in Verwaltungsabläufe, zahlreichen Gesprächen und den großen Entwicklungsprojekten der Gemeinde geprägt gewesen. Die Gemeinde bestätigte den Amtsbeginn zum 10. Juni; einen Tag zuvor war Nützsche offiziell in sein Amt eingeführt worden und hatte seinen Amtseid abgelegt.
Dabei macht Nützsche deutlich, dass er bestehende Strukturen nicht grundsätzlich infrage stellen will. Vielmehr gehe es darum, die Verwaltung weiterzuentwickeln und Abläufe dort zu verbessern, wo sich Möglichkeiten für mehr Effizienz, Transparenz und Bürgerfreundlichkeit ergeben.
„100 Tage sind erst der Anfang unseres gemeinsamen Weges“, schreibt der Bürgermeister in seiner Bilanz.
Industriegebiet Schipkau-Schwarzheide bleibt zentrales Thema
Einen erheblichen Teil seiner bisherigen Amtszeit nimmt nach Angaben Nützsches die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde ein. Im Mittelpunkt steht dabei das geplante Industriegebiet Schipkau-Schwarzheide.
Das Vorhaben betrifft den ehemaligen Sonderlandeplatz zwischen Schipkau und Schwarzheide. Die beiden Kommunen und die BASF Schwarzheide GmbH hatten bereits 2025 eine gemeinsame Initiative zur Entwicklung und Vermarktung der Flächen angekündigt. Das rund 130 Hektar große Areal soll langfristig für Industrie- und Gewerbeansiedlungen entwickelt werden.
Mit dem Projekt sind umfangreiche planerische, verkehrliche und wirtschaftliche Fragen verbunden. Anfang 2026 verwiesen Schipkau und Schwarzheide zudem auf rechtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der angestrebten Umnutzung des bisherigen Sonderlandeplatzes.
Für Nützsche gehört die weitere Entwicklung des Gebietes deshalb zu den Aufgaben, die seine tägliche Arbeit besonders stark bestimmen.
Mehr persönliche Gespräche in den Ortsteilen
Neben den großen Entwicklungsprojekten will der Bürgermeister den direkten Austausch mit den Einwohnern verstärken. In seiner Zwischenbilanz räumt Nützsche ein, dass dafür während der ersten Wochen im Amt weniger Zeit geblieben sei, als ursprünglich geplant.
Nun sollen Gesprächsrunden in den einzelnen Ortsteilen folgen. Den Auftakt bildet Drochow. Weitere Termine sollen anschließend in den übrigen Ortsteilen der Gemeinde angeboten werden. Die Gemeinde hatte bereits Mitte September entsprechende persönliche Gesprächsangebote angekündigt.
Nützsche will dabei erfahren, welche Probleme die Einwohner vor Ort beschäftigen und welche Vorschläge sie für die weitere Entwicklung ihrer Ortsteile haben.
Verwaltung soll transparenter und bürgerfreundlicher werden
Auch innerhalb des Rathauses sieht der Bürgermeister Aufgaben für die kommenden Monate. Nach seiner Darstellung sollen Verwaltungsabläufe schrittweise überprüft und weiterentwickelt werden. Ziel sei eine Verwaltung, deren Entscheidungen und Prozesse für die Einwohner möglichst nachvollziehbar und deren Angebote gut erreichbar sind.
Dabei betont Nützsche, dass es nicht um einen grundlegenden Bruch mit bisherigen Strukturen gehe. Vielmehr wolle er funktionierende Abläufe erhalten und zugleich Möglichkeiten für Verbesserungen nutzen.
Nach den ersten 100 Tagen zeichnet der Bürgermeister damit drei Schwerpunkte für seine weitere Amtszeit: die Weiterentwicklung der Verwaltung, die wirtschaftliche Entwicklung rund um Schipkau und Schwarzheide sowie einen stärkeren direkten Austausch mit den Einwohnern.