Die Westlausitz erweitert ihr Angebot für Ausflügler, Familien und Einheimische. Am Sonnabend, 19. September 2026, gehen vier weitere sogenannte Erlebnisschleifen an den Start. Neue Touren gibt es dann in Pulsnitz, Rammenau, Steina und Großharthau. Bereits seit Ende August können fünf andere Orte auf diese Weise mit dem Smartphone erkundet werden.
Hinter dem Projekt steht die Idee, Ortsgeschichte nicht nur auf Informationstafeln oder während einer klassischen Führung zu vermitteln. Stattdessen bewegen sich die Teilnehmer selbstständig durch die jeweiligen Orte. GPS-geführte Stationen, Hörgeschichten, historische Informationen, Bilder, Aufgaben und Rätsel bilden gemeinsam eine digitale Entdeckungstour.
Die ersten fünf Erlebnisschleifen wurden am 29. August eröffnet. Sie befinden sich in Elstra, Wachau, Lichtenberg, Burkau und Großröhrsdorf. Mit den vier neuen Angeboten wächst die Zahl am Wochenende auf neun. Bischofswerda, Arnsdorf, Frankenthal und Ohorn sollen bis zum 10. Oktober folgen. Danach umfasst das Projekt 13 Touren in der Westlausitz.
Erlebnisschleifen erzählen Geschichte vor Ort
Jeder beteiligte Ort erhält eine eigene Geschichte und einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt. Die digitalen Touren sollen deshalb nicht nach einem einheitlichen Muster funktionieren, sondern Besonderheiten der jeweiligen Städte und Gemeinden aufgreifen.
In Elstra führt die Strecke durch die Geschichte der Stadt. Handwerk, Töpferei und historische Spuren spielen dabei eine Rolle. Im Burkauer Taucherwald wird daraus eine Spurensuche: Unter dem Titel „Akte Taucherwald“ führt die Tour zu Relikten und Orten, deren Vergangenheit heute nicht mehr ohne Weiteres zu erkennen ist.
Großröhrsdorf greift mit „Das Band der Stadt“ seine lange Tradition der Bandweberei auf. Die Industriegeschichte des Ortes wird dabei mit seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung verbunden. In Lichtenberg stehen unter dem Titel „Folge dem Licht“ unter anderem Kirche, Landschaft und Aussicht im Mittelpunkt.
Auch Wachau und Seifersdorf verbinden historische Orte mit Landschaft und Natur. Schloss, Park und weitere Stationen werden dort in die digitale Route eingebunden.
Napoleon wird in Großharthau Teil des Spiels
Mit den vier neuen Touren kommen weitere sehr unterschiedliche Themen hinzu. In Großharthau führt „Die falsche Depesche“ gedanklich in das Jahr 1813 zurück. Die Teilnehmer begleiten die Geschichte der jungen Marie und müssen Hinweise sammeln, Entscheidungen treffen und Informationen miteinander verbinden.
Dabei geht es um Napoleon und die Zeit der Befreiungskriege. Teile der Route führen durch Großharthau und den historischen Schlosspark. Geschichte wird damit nicht nur erzählt, sondern zum Bestandteil eines Spiels.
Rammenau stellt dagegen einen der bekanntesten Söhne des Ortes in den Mittelpunkt. Die Erlebnisschleife „Wo eine Idee groß wurde“ verbindet Schloss und Dorfgeschichte mit dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte. Die Tour soll zeigen, wie eng die Biografie Fichtes mit seinem Herkunftsort verbunden war und welche Wirkung seine Gedanken weit über die Region hinaus entwickelten.
Pulsnitz setzt auf Pfefferkuchen und Industriegeschichte
In Pulsnitz trägt die neue Erlebnisschleife den Namen „Süß und Blau“. Die Route verbindet Handwerks- und Industriegeschichte miteinander. Dabei geht es auch um jene Tradition, für die die Stadt bis heute weit über die Lausitz hinaus bekannt ist: den Pulsnitzer Pfefferkuchen.
Steina richtet den Blick dagegen auf seine geologische Vergangenheit. „Die Suche nach dem besonderen Stein“ behandelt den traditionellen Granitabbau, ehemalige Steinbrüche und den Schwedenstein. Damit wird ein Teil der Ortsgeschichte aufgegriffen, der eng mit Landschaft, Arbeit und wirtschaftlicher Entwicklung verbunden ist.
Die unterschiedlichen Themen zeigen den Ansatz des Gesamtprojekts: Nicht eine allgemeine Geschichte der Westlausitz soll erzählt werden. Stattdessen erhält jeder Ort eine eigene digitale Route, die unmittelbar an seine Vergangenheit, seine Landschaft oder seine wirtschaftlichen Traditionen anknüpft.
Smartphone reicht für die digitalen Touren aus
Für die Nutzung ist keine besondere technische Ausrüstung notwendig. Nach Angaben des Regionalmanagements genügt ein Smartphone. Eine zusätzliche Anwendung aus einem App-Store muss nicht installiert werden.
Vor Ort weisen Starttafeln und QR-Codes auf die Touren hin. Anschließend werden die Nutzer digital von Station zu Station geführt. Die Rundgänge können selbstständig und ohne feste Startzeiten absolviert werden. Auch das Tempo bestimmen die Teilnehmer selbst.
Zusätzlich sollen Flyer in Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie in den Tourist-Informationen der Region erhältlich sein.
Mit den Erlebnisschleifen will der Westlausitz e.V. bestehende Wege und Sehenswürdigkeiten mit neuen digitalen Vermittlungsformen verbinden. Das Angebot richtet sich dabei nicht ausschließlich an Touristen. Auch Einwohner sollen ihre Heimatorte aus einer anderen Perspektive kennenlernen und auf Geschichten aufmerksam werden, die im Alltag leicht übersehen werden.
Bis zum 10. Oktober soll das Netz vollständig sein. Mit den dann 13 Erlebnisschleifen entsteht ein gemeinsames Angebot, das zahlreiche Orte der Westlausitz miteinander verbindet.
Quelle
Pressemitteilung der LEADER-Region Westlausitz / Regionalmanagement Westlausitz vom 17. September 2026