Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Kreiskrankenhaus Demmin hat sich zu einer wichtigen Anlaufstelle für Familien über die unmittelbare Region hinaus entwickelt. Rund 800 Kinder und Jugendliche werden dort jährlich stationär behandelt. Weitere etwa 2.000 junge Patienten kommen zur vorstationären Untersuchung oder werden über die Notfallzentrale versorgt.

Hinzu kommt die medizinische Betreuung von rund 400 Babys, die jedes Jahr im Kreiskrankenhaus Demmin geboren werden. Die Kinderklinik verfügt über 17 Plätze in zwölf Zimmern und ist rund um die Uhr erreichbar.

Eltern nehmen teilweise weite Wege nach Demmin in Kauf

Nach Angaben von Chefärztin Dr. Anke Rappen hat sich das Einzugsgebiet der Klinik in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Eltern nähmen teilweise weite Anfahrten in Kauf, um ihre Kinder in Demmin untersuchen und behandeln zu lassen.

„Die Strukturen in der Kindermedizin sind insgesamt angespannt. Umso wichtiger ist es, leistungsfähige pädiatrische Angebote in der Fläche zu erhalten und weiterzuentwickeln“, erklärte Rappen.

Die Kinderklinik deckt im Rahmen der Grund- und Regelversorgung ein breites medizinisches Spektrum ab. Dazu gehört auch die Betreuung von Frühgeborenen ab der 32. Schwangerschaftswoche und einem Geburtsgewicht von mehr als 1.500 Gramm.

Neun Ärzte und 15 Pflegefachkräfte im Einsatz

Zum festen ärztlichen Team gehören drei Fachärzte sowie sechs Assistenzärzte. Gemeinsam mit dem Neugeborenenbereich stehen außerdem 15 Fachpflegekräfte zur Verfügung.

Das Krankenhaus sieht die personelle Kontinuität als wichtigen Bestandteil der Versorgung. Neue Pflegekräfte erhalten eine etwa dreimonatige Einarbeitung in die besonderen Anforderungen der Kinder- und Jugendmedizin. Hintergrund ist die generalistische Pflegeausbildung, die nicht ausschließlich auf die Arbeit mit Kindern vorbereitet.

Die Kinderstation befindet sich seit 24 Jahren an ihrem heutigen Standort. Die Räume wurden speziell für die Bedürfnisse junger Patienten eingerichtet und seither mehrfach modernisiert. Spielmöglichkeiten, gespendetes Beschäftigungsmaterial und selbst genähte Tröstertiere sollen den Aufenthalt erleichtern.

Bis zum neunten Lebensjahr können Eltern oder andere Angehörige grundsätzlich mit ihren Kindern aufgenommen werden. In besonderen Situationen ist dies auch bei älteren Kindern möglich.

Psychische Belastungen spielen eine größere Rolle

Infektionen, Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Kopf- und Bauchschmerzen gehören weiterhin zu den häufigsten Gründen für eine Behandlung. Gleichzeitig beobachtet das Klinikteam eine Veränderung des Krankheitsspektrums.

Psychosoziale und psychosomatische Beschwerden gewinnen nach Einschätzung der Mediziner an Bedeutung. Bei immer mehr Kindern und Jugendlichen spielten Stress, Belastungen und eine hohe Reizdichte eine Rolle.

Auf diese Entwicklung reagiert die Klinik unter anderem mit einer Regulationssprechstunde. Sie richtet sich an Familien mit Säuglingen und Kleinkindern, die übermäßig schreien, schlecht schlafen oder Schwierigkeiten beim Essen haben. Auch starkes Trotzverhalten und aggressive Reaktionen können dort thematisiert werden.

Die Betreuung erfolgt durch Kinderkrankenschwester und Säuglingstherapeutin Birgit Rischmüller. Mithilfe einer verhaltenstherapeutisch ausgerichteten und videobasierten Begleitung sollen die Eltern-Kind-Beziehung gestärkt und belastende Situationen im Familienalltag verringert werden.

Breite Diagnostik direkt im Krankenhaus

Viele Untersuchungen können unmittelbar im Kreiskrankenhaus durchgeführt werden. Zur Ausstattung gehören Ultraschall, EEG, EKG, Lungenfunktionsdiagnostik sowie Labor- und Röntgentechnik.

Bei Neugeborenen können unter anderem die Nieren, das Gehirn und die Hüften mittels Ultraschall untersucht werden. Auch eine orientierende Untersuchung des Herzens durch Echokardiografie ist möglich.

Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Neugeborene können bereits im Kreißsaal von einem Kinderarzt versorgt werden. Bei komplizierten Geburten und Kaiserschnitten ist ein Pädiater anwesend.

Zwei Pflegefachkräfte verfügen zudem über eine besondere Qualifikation im Stillmanagement. Sie unterstützen vor allem junge Mütter bei Fragen und Problemen. Als weiteres Angebot plant das Krankenhaus Stillvorbereitungskurse.

Kooperationen mit Greifswald und Neubrandenburg

Benötigen Kinder eine weiterführende Spezialbehandlung, arbeitet das Demminer Team insbesondere mit der Universitätsmedizin Greifswald und dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg zusammen. Weitere Kooperationen bestehen mit unterschiedlichen Fachabteilungen und der Kinderarztpraxis in Demmin.

Die Klinik bildet außerdem ärztlichen Nachwuchs aus. Sie verfügt über eine Weiterbildungsermächtigung für angehende Fachärzte der Kinder- und Jugendmedizin.

Neben der medizinischen Ausstattung bleibt für das Team die persönliche Betreuung entscheidend. Kinder benötigten im Krankenhaus nicht nur Diagnostik und Behandlung, sondern ebenso Vertrauen, Zuwendung und möglichst viel Normalität.

Quelle: Kreiskrankenhaus Demmin, Medieninformation vom 17. September 2026