Ein Gefahrstoffaustritt auf einer Eisenbahnfähre hat im Rostocker Überseehafen einen Großeinsatz ausgelöst. Feuerwehr und Polizei räumten das Schiff und sperrten den betroffenen Hafenbereich weiträumig ab. Insgesamt mussten 215 Menschen die Fähre verlassen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen trat der Stoff im Bereich eines Eisenbahnwaggons aus. Was genau freigesetzt wurde und wodurch es zu dem Zwischenfall kam, war zunächst unklar.

164 Passagiere von Bord gebracht

Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich 164 Passagiere und 51 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff. Alle Menschen wurden vorsorglich von Bord gebracht und in einen sicheren Bereich geführt.

Drei Personen berichteten nach ersten Angaben über leichte gesundheitliche Beschwerden. Ob ihre Symptome tatsächlich auf den ausgetretenen Stoff zurückzuführen sind, muss noch geklärt werden.

Die Einsatzkräfte errichteten einen Sicherheitsbereich rund um die Eisenbahnrampe. Feuerwehrleute betraten den betroffenen Abschnitt in Chemikalienschutzanzügen. Sie führten Messungen durch und versuchten, die undichte Stelle zu lokalisieren.

Ursache und Stoff zunächst unbekannt

Besondere Vorsicht war erforderlich, weil weder die genaue Substanz noch deren mögliche Wirkung sofort feststanden. Bei solchen Einsätzen müssen die Kräfte zunächst davon ausgehen, dass von dem Stoff eine Gefahr für Menschen und Umwelt ausgehen könnte.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den betroffenen Waggon und dessen Ladung. Geprüft wird außerdem, ob der Transport ordnungsgemäß gesichert und gekennzeichnet war.

Der Zwischenfall dürfte auch Auswirkungen auf den Fähr- und Hafenbetrieb haben. Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, hängt von den weiteren Messungen und der Beseitigung des ausgetretenen Stoffes ab.

Rostocker Hafen ist wichtiger Verkehrsknoten

Der Überseehafen gehört zu den bedeutendsten Fähr- und Güterverkehrsstandorten an der deutschen Ostseeküste. Neben Passagieren werden dort täglich große Mengen an Fahrzeugen, Gütern und Eisenbahnwaggons abgefertigt.

Der Gefahrstoffeinsatz zeigt, wie schnell ein Zwischenfall in einem einzelnen Waggon den gesamten Hafenbetrieb beeinträchtigen kann. Weitere Angaben zur Substanz, zur Ursache und zu möglichen Verletzten werden nach Abschluss der Untersuchungen erwartet.

Quelle: Polizei Rostock, 16. September 2026