Der Melanchthonplatz an der Beesener Straße in Halle ist nach seiner seiner Sanierung wieder vollständig nutzbar. Im Zentrum des Platzes befindet sich nun eine ebenerdige, runde Fläche mit acht Wasserfontänen. Das frei zugängliche Wasserspiel soll besonders an heißen Tagen für Abkühlung sorgen.
Eine halbseitige Sitzmauer umschließt das Fontänenfeld. Nach Angaben der Stadt haben Kinder die neue Anlage bereits während der zurückliegenden warmen Tage intensiv genutzt.
Stadt entsiegelt 250 Quadratmeter Fläche
Neben dem Wasserspiel hat die Stadt die zentrale Platzfläche neu gepflastert und barrierefrei gestaltet. Unter den Bäumen entlang der Cansteinstraße und der Melanchthonstraße wurden insgesamt 250 Quadratmeter Fläche entsiegelt.
Dort entstanden zwei Grünstreifen mit niedrigen Sträuchern, Stauden und Gräsern. Die Entsiegelung soll zugleich die Standortbedingungen für die vorhandenen Bäume verbessern. Außerdem wurden die Beleuchtung instand gesetzt und Bänke, Abfallbehälter sowie Fahrradständer erneuert.
Gestaltung orientiert sich an der Gründerzeit
Die Neugestaltung wurde nach Angaben der Stadt mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt. Materialien und Formensprache orientieren sich an der ursprünglichen Gestaltung des Platzes aus der Gründerzeit.
Zu den ältesten erhaltenen Elementen gehören eine Platane und vier Linden. Die Bäume sind mehr als 100 Jahre alt. Auch Teile des Mosaikpflasters zwischen den Baumscheiben stammen aus der Entstehungszeit des Platzes.
Das Erscheinungsbild war zuletzt jedoch vor allem durch eine Umgestaltung aus den 1950er Jahren geprägt. Schlackepflaster und der aus Kunststein gefertigte Melanchthonbrunnen bestimmten über Jahrzehnte die Platzmitte.
Maroder Brunnen durch Fontänen ersetzt
Vor Beginn der Arbeiten war der Melanchthonplatz bis auf wenige offene Baumscheiben nahezu vollständig versiegelt. Baumwurzeln hatten Teile des Pflasters beschädigt, während Bänke und Abfallbehälter stark verschlissen waren.
Auch der vom halleschen Bildhauer Otto Leibe geschaffene Melanchthonbrunnen befand sich laut Stadt in einem baulich und technisch desolaten Zustand. Das Kunstwerk wurde deshalb durch die neue Fontänenanlage ersetzt. Leibe, der von 1913 bis 2002 lebte, war insbesondere für seine Tierplastiken bekannt.
Die Kosten der Sanierung nennt die Stadt in ihrer Presseinformation nicht. Nach ihren Angaben wurden 67 Prozent der Ausgaben durch Städtebaufördermittel finanziert.
Quelle: Stadt Halle (Saale), Presseinformation vom 16. September 2026