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Bischofswerda bereitet sich auf eines der größten Feste seiner jüngeren Stadtgeschichte vor. 2027 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung der Stadt zum 800. Mal. Statt eines einzelnen Festwochenendes soll das Jubiläum über zwölf Monate hinweg mit Veranstaltungen, Aktionen und Projekten gefeiert werden.

Dabei setzt die Stadt ausdrücklich auf die Beteiligung ihrer Einwohner. Mehr als 50 Ehrenamtliche arbeiten inzwischen in zehn Arbeitsgruppen an den Vorbereitungen. Sie kümmern sich unter anderem um Sponsoring, Marketing, Kinder- und Jugendangebote, Sport, die Programmgestaltung und sogar einen eigenen Schiebocker Podcast.

Vereine und Bürger sollen das Jubiläumsjahr mitgestalten

Der Veranstaltungskalender soll nicht allein aus zentral organisierten Höhepunkten bestehen. Vereine, Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen können mit eigenen Veranstaltungen und Projekten zum Festjahr beitragen.

Oberbürgermeister Holm Große sieht darin einen wesentlichen Teil des Jubiläumskonzepts. Das 800-jährige Bestehen solle nicht nur gefeiert, sondern gemeinsam gestaltet werden. Die Stadt verweist dabei auf das bereits jetzt hohe ehrenamtliche Engagement.

Das Ziel ist ein Programm, das historische Traditionen ebenso aufgreift wie neue Veranstaltungsformen.

Schiebock-Rennen trifft auf große Silvesterparty

Ein Beispiel dafür ist das traditionelle Schiebock-Rennen, das auch im Jubiläumsjahr eine Rolle spielen soll. Gleichzeitig plant Bischofswerda neue Formate.

Dazu gehört nach Angaben der Stadt die erste große Silvesterparty auf dem Altmarkt. Tradition und moderne Veranstaltungen sollen bewusst miteinander verbunden werden und dem Jubiläumsjahr einen eigenen Charakter geben.

Der umgangssprachliche Name „Schiebock“ für Bischofswerda hat selbst historische Wurzeln. Er geht vermutlich auf schubkarrenähnliche Gefährte zurück, die während früherer Messe- und Handelstage zahlreich auf dem Altmarkt standen.

Mehr als 117.000 Euro von Sponsoren zugesagt

Auch finanziell nimmt das Festjahr bereits Gestalt an.

Bis Mitte September kamen nach Angaben der Stadt mehr als 117.000 Euro an Sponsoringleistungen zusammen. Die Unterstützung stammt vor allem aus der regionalen Unternehmerschaft.

Zusätzlich sind private Spenden möglich. Die Stadt will damit möglichst viele Projekte und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr ermöglichen.

Symbolisch wurde die Vorbereitung bereits mit einer Geburtstagstorte eingeläutet. Oberbürgermeister Holm Große schnitt sie gemeinsam mit ehrenamtlich Beteiligten und einem Premiumsponsor an.

Erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1227

Der Anlass für das Jubiläum liegt im Mittelalter.

Die Geschichte der Besiedlung reicht nach Angaben der Stadt wesentlich weiter zurück. Nach einer sorbischen Besiedlung wurde der Ort zwischen 970 und 1076 durch die Bischöfe von Meißen ausgebaut. Am 26. März 1227 wurde Bischofswerda erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1361 darf sich der Ort offiziell Stadt nennen.

In den folgenden Jahrhunderten wurde Bischofswerda mehrfach von schweren Ereignissen getroffen. Brände, Pest und kriegerische Auseinandersetzungen hinterließen ihre Spuren.

Besonders prägend war der große Stadtbrand vom 12. Mai 1813. Der anschließende Wiederaufbau bestimmte maßgeblich das heutige Erscheinungsbild der Innenstadt. Zu den markanten Gebäuden gehört das 1818 im klassizistischen Stil errichtete Rathaus.

Ein Festjahr für Geschichte und Zukunft

Mit dem Jubiläumsprogramm will Bischofswerda deshalb nicht nur auf acht Jahrhunderte Stadtgeschichte zurückblicken.

Das Festjahr soll zugleich zeigen, wie sich die Stadt künftig entwickeln will. Entscheidend dürfte dabei sein, ob es gelingt, die vielen Vereine, Initiativen, Unternehmen und Einwohner tatsächlich über zwölf Monate hinweg einzubinden.

Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen: Mehr als 50 Ehrenamtliche arbeiten bereits an den Vorbereitungen, und die ersten größeren Sponsorengelder stehen fest.

2027 dürfte Bischofswerda damit nicht nur Geburtstag feiern. Die Stadt macht ihr Jubiläum zu einem Gemeinschaftsprojekt.

Quelle: Stadt Bischofswerda