Ein Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst hat am Montag die 128. Oberschule im Dresdner Stadtteil Strehlen erfasst. Nachdem zahlreiche Schülerinnen und Schüler plötzlich über Husten, Kopfschmerzen, Schwindel und gereizte Atemwege geklagt hatten, wurde das gesamte Schulgebäude geräumt. Insgesamt 101 Menschen zeigten Beschwerden. 22 Betroffene mussten zur weiteren Untersuchung und Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden.

Die ersten Notrufe gingen am Montag, 14. September 2026, gegen 11.27 Uhr ein. Einsatzort war die 128. Oberschule am Rudolf-Bergander-Ring in Dresden-Strehlen.

Wegen der zunächst unklaren Situation und der großen Zahl möglicherweise Betroffener räumten die Einsatzkräfte das komplette Gebäude. Rund 440 Schülerinnen, Schüler und weitere Personen wurden ins Freie gebracht und anschließend medizinisch gesichtet.

101 Menschen klagen über Beschwerden

Im Laufe des Einsatzes stellte sich heraus, dass 101 Personen Symptome aufwiesen. Genannt wurden insbesondere Husten, Kopfschmerzen, Schwindel sowie Reizungen der Atemwege.

Die medizinische Bilanz:

  • rund 440 Menschen aus dem Schulgebäude evakuiert,
  • 101 Personen mit gesundheitlichen Beschwerden,
  • 79 Betroffene nach Untersuchung und Versorgung vor Ort,
  • 19 Personen mit leichten Beschwerden in Krankenhäuser gebracht,
  • drei weitere Patienten mit ausgeprägteren Symptomen ebenfalls in Kliniken behandelt,
  • rund 140 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort.

Damit wurden insgesamt 22 Menschen zur weiteren medizinischen Untersuchung oder Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Aufgrund der zunächst hohen Zahl an Betroffenen lösten die Einsatzkräfte einen sogenannten Massenanfall von Verletzten (MANV) aus. Dadurch werden zusätzliche Rettungsmittel alarmiert und umliegende Krankenhäuser frühzeitig informiert, damit diese sich auf eine größere Zahl von Patienten vorbereiten können.

Messungen liefern keinen Hinweis auf Ursache

Was die Beschwerden ausgelöst hat, war zunächst völlig offen. Die Feuerwehr führte Messungen im Schulgebäude durch. Dabei wurde nach Angaben der Einsatzkräfte weder die Ursache gefunden noch konnte ein möglicherweise freigesetzter Stoff bestimmt werden.

„Wie es zu den Atemwegsreizungen kam, ist weiterhin unklar.“

Das teilte die Feuerwehr Dresden nach dem Großeinsatz mit. Auch eine eindeutige Substanz konnte durch die Messungen zunächst nicht festgestellt werden.

Damit bleibt eine der wichtigsten Fragen nach dem Einsatz offen: Warum entwickelten innerhalb kurzer Zeit mehr als 100 Menschen in der Schule ähnliche Symptome?

Spekulationen über einen bestimmten Reizstoff sind deshalb derzeit nicht angebracht. Von den Behörden liegt bislang keine entsprechende Bestätigung vor.

Rund 140 Einsatzkräfte an der Schule

Die Dimension des Einsatzes war erheblich. Rund 140 Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Dresdner Stadtteilfeuerwehren und des Rettungsdienstes waren beteiligt.

Während des Einsatzes kam es rund um den Rudolf-Bergander-Ring zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Betroffen waren insbesondere die Reicker Straße, der Rudolf-Bergander-Ring und die Hans-Jüchser-Straße.

Nachdem alle Patienten versorgt und die notwendigen Transporte in Krankenhäuser organisiert waren, konnten die Einsatzmaßnahmen vor Ort schrittweise beendet werden.

Ursache weiterhin offen

Eine nachträgliche offizielle Erklärung für die Atemwegsreizungen lag zunächst nicht vor. Entscheidend für die weitere Bewertung des Vorfalls wird daher sein, ob die Untersuchungen klären können, was die Beschwerden bei insgesamt 101 Menschen ausgelöst hat.

Bis dahin steht fest: Der Vorfall führte zu einem der größeren Rettungsdiensteinsätze an einer Dresdner Schule – mit einer vollständigen Evakuierung, mehr als 100 Betroffenen und 22 Krankenhausbehandlungen.

Quelle: Feuerwehr Dresden, Pressemitteilung vom 14. September 2026, 13.39 Uhr.