Gefahrgut-Einsatz in Mecklenburg-Vorpommern

Quecksilber in Blumenlieferung: Zwei Frauen in Neustadt-Glewe im Krankenhaus

Eine online bestellte Blumenlieferung hat in Neustadt-Glewe einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. In dem Paket wurde Quecksilber entdeckt. Zwei Frauen mussten medizinisch behandelt werden, ein Teil eines Mehrfamilienhauses wurde geräumt. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen Unbekannt.

Von Jan-Hendrik Peters 2 Min. Lesezeit

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Gefahrgut-Einsatz nach Quecksilberfund in einer Blumenlieferung in Neustadt-Glewe
Gefahrgut-Einsatz nach Quecksilberfund in einer Blumenlieferung in Neustadt-Glewe Symbolbild · Foto: adobe.stock

Neustadt-Glewe. Eine Blumenlieferung hat in Neustadt-Glewe im Landkreis Ludwigslust-Parchim einen umfangreichen Gefahrgut-Einsatz ausgelöst. In einem Paket mit einem online bestellten Blumenstrauß wurde Quecksilber entdeckt. Zwei Frauen kamen nach dem Öffnen der Sendung in ärztliche Behandlung. Feuerwehr und Polizei waren seit Freitagnachmittag in der Otto-Lilienthal-Straße im Einsatz.

Nach ersten Angaben hatten die beiden Frauen im Alter von 19 und 28 Jahren die Lieferung geöffnet. Dabei trat eine silbrig erscheinende Flüssigkeit aus. Anschließend klagten sie über Übelkeit und Kopfschmerzen und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Spezialkräfte rückten an, um die unbekannte Substanz zu untersuchen.

Spezialkräfte aus Hamburg untersuchen Blumenlieferung

Wegen des Verdachts auf eine Kontamination wurden die betroffene Wohnung und der dazugehörige Aufgang des Mehrfamilienhauses geräumt. Feuerwehr und Polizei sperrten den Bereich ab. Zur Untersuchung wurden Spezialkräfte der Feuerwehr aus Hamburg hinzugezogen. Sie bestätigten schließlich, dass es sich bei der gefundenen Flüssigkeit tatsächlich um Quecksilber handelte.

Die beiden betroffenen Frauen konnten das Klinikum in Rostock noch in der Nacht zum Samstag wieder verlassen. Nach Angaben der Polizei bestand für die übrigen Bewohner des Hauses keine Gefahr. Der geräumte Aufgang wurde am Samstag gegen 9.30 Uhr wieder freigegeben.

Die unmittelbar betroffene Wohnung bleibt allerdings vorsorglich für eine Woche gesperrt.

Blumen waren im Internet bestellt worden

Inzwischen steht auch fest, dass die Blumen nicht überraschend an die Bewohnerin geschickt worden waren. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand hatte die Geschädigte die Lieferung selbst online bestellt. Wie das Quecksilber in das Paket gelangte und an welcher Stelle der Lieferkette die Verunreinigung erfolgte, ist bislang ungeklärt.

Auch die Herkunft der Blumen ist Bestandteil der laufenden Ermittlungen. Damit richtet sich der Blick nun unter anderem auf den Versandweg und die Umstände, unter denen die Sendung zusammengestellt und transportiert wurde.

Kriminalpolizei ermittelt gegen Unbekannt

Der ungewöhnliche Fund beschäftigt inzwischen die Kriminalpolizei. Sie ermittelt gegen Unbekannt wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Stoffen sowie des Versuchs der gefährlichen Körperverletzung.

Ob das Quecksilber absichtlich oder auf andere Weise in die Blumenlieferung gelangte, ist damit noch nicht geklärt. Weitere Einzelheiten zur Herkunft der Sendung oder zu einem möglichen Verursacher hat die Polizei bislang nicht veröffentlicht.

Der Einsatz selbst ist inzwischen beendet. Für die Bewohner des Mehrfamilienhauses besteht nach Angaben der Polizei keine weitere Gefahr. Die Ermittlungen zur ungewöhnlichen Blumenlieferung dauern jedoch an.

Themen: Mecklenburg-VorpommernFeuerwehrPolizeiNeustadt-GleweLudwigslust-ParchimGroßeinsatzKriminalpolizeiBlaulichtQuecksilberBlumenlieferungGefahrgutMeldungen vom 18. und 19. September 2026.

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