Für die CDU könnte die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zu einer ihrer schwierigsten Abstimmungen im Osten werden. Drei Tage vor der Wahl am 20. September liegt die Union in der jüngsten veröffentlichten Projektion der Forschungsgruppe Wahlen bei lediglich sieben Prozent.

Die AfD wird mit 37 Prozent ausgewiesen, die SPD mit 34 Prozent. Die Linke erreicht zehn Prozent, die Grünen fünf Prozent und das BSW vier Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Befragung von 1.053 Wahlberechtigten zwischen dem 7. und 10. September. Der statistische Fehlerbereich liegt bei größeren Parteien bei gut drei Prozentpunkten. Die Werte sind deshalb ein Stimmungsbild und ausdrücklich keine Prognose des Wahlergebnisses.

Von 13,3 auf sieben Prozent

Bei der Landtagswahl 2021 hatte die CDU noch 13,3 Prozent erreicht. Selbst dieses Ergebnis war bereits deutlich schwächer als in früheren Jahren. Die aktuelle Projektion würde den Anteil nahezu halbieren.

Besonders auffällig ist der Abstand zu SPD und AfD. Während beide Parteien um Werte jenseits der 30 Prozent kämpfen, bewegt sich die CDU nur knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde.

Gleichzeitig zeigt die Befragung eine Besonderheit des Wahlkampfes: Persönliche Zustimmung und Parteipräferenz fallen deutlich auseinander. 61 Prozent der Befragten nannten Manuela Schwesig als gewünschte Ministerpräsidentin, 28 Prozent Leif-Erik Holm.

Bundespolitik spielt im Land eine große Rolle

Der Wahlkampf wird nicht allein von landespolitischen Themen geprägt. Neben Schulen, Infrastruktur und Wirtschaft spielen auch Migration, Unterstützung für die Ukraine, Renten und hohe Kraftstoffpreise eine Rolle.

Damit wird die Abstimmung auch zu einem Test dafür, wie stark bundespolitische Unzufriedenheit auf die Landesparteien durchschlägt.

Für die CDU ist die Ausgangslage besonders schwierig: Sie muss nicht nur gegenüber AfD und SPD Boden gutmachen. Sie muss zugleich erklären, weshalb sie in einem Land, in dem sie jahrzehntelang zu den prägenden politischen Kräften gehörte, derzeit nur einen einstelligen Wert erreicht.

Am Ende entscheiden jedoch nicht Umfragen, sondern die Wähler am Sonntag.

Quelle

Forschungsgruppe Wahlen, Politbarometer Extra Mecklenburg-Vorpommern