Mecklenburg-Vorpommern steht fünf Tage vor einer Landtagswahl, die weit über Schwerin hinaus politische Folgen haben könnte.
Am Sonntag, 20. September 2026, entscheiden die Bürger über einen neuen Landtag. Die jüngsten Umfragen zeigen ein enges Duell zwischen AfD und SPD. Gleichzeitig droht der CDU ein historisches Ergebnis.
Im aktuellen ZDF-Politbarometer erreicht die AfD 37 Prozent, die SPD 34 Prozent. Die CDU kommt nur noch auf sieben Prozent.
Damit liegt die AfD zwar weiter vorn, doch ihr Vorsprung auf die Sozialdemokraten ist deutlich kleiner geworden.
Schwesig macht die Wahl zur Personenentscheidung
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig setzt im Endspurt stark auf ihre persönliche Popularität.
Das scheint zu funktionieren.
Bei einer direkten Entscheidung über das Amt des Ministerpräsidenten sprechen sich im ZDF-Politbarometer 61 Prozent für Schwesig aus. AfD-Kandidat Leif-Erik Holm erreicht 28 Prozent.
Damit zeigt sich eine bemerkenswerte politische Konstellation:
Bei der Parteienfrage liegt die AfD vorn.
Bei der Frage nach der Regierungschefin besitzt Schwesig dagegen einen klaren Vorsprung.
Die SPD versucht deshalb, den Wahlkampf zunehmend auf die Ministerpräsidentin zuzuschneiden.
CDU könnte bundesweiten Negativrekord erreichen
Besonders dramatisch ist die Situation für die CDU.
Mit sieben Prozent würde sie ihr bereits schwaches Ergebnis von 2021 nahezu halbieren. Damals erreichten die Christdemokraten 13,3 Prozent.
Nach Einschätzung des ZDF wäre ein Ergebnis von sieben Prozent sogar das schlechteste CDU-Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik.
Auch andere Erhebungen zeigen die Union deutlich unter zehn Prozent. Im Mecklenburg-Vorpommern-Trend von Infratest dimap kam die CDU zuletzt auf acht Prozent. Die AfD lag dort bei 35 Prozent und die SPD bei 32 Prozent.
Umfragen sind keine Wahlergebnisse.
Doch die Richtung ist eindeutig.
Friedrich Merz wird zum Problem für die Landes-CDU
Für CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters ist die Lage besonders schwierig.
Die Landes-CDU versucht einerseits, eigene landespolitische Themen zu setzen. Andererseits wird die Partei stark mit Bundeskanzler Friedrich Merz verbunden.
Peters selbst räumte die schwierige Situation bereits ein und betonte, am 20. September werde Landespolitik und nicht Bundespolitik gewählt.
Ob die Wähler diese Trennung ebenfalls vornehmen, ist offen.
Nach dem schweren Ergebnis der Union in Sachsen-Anhalt würde ein Absturz in Mecklenburg-Vorpommern den Druck auf Merz weiter erhöhen.
AfD könnte stärkste Partei werden und trotzdem nicht regieren
Selbst wenn die AfD am Sonntag stärkste Kraft wird, bedeutet das noch nicht automatisch eine Regierungsbeteiligung.
Die übrigen Parteien schließen eine Koalition mit der AfD bislang aus.
Damit könnte die Regierungsbildung kompliziert werden.
Die bisherige rot-rote Koalition aus SPD und Linken dürfte nach den aktuellen Umfragen keine sichere eigene Mehrheit mehr erreichen.
Je nachdem, welche Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, könnten mehrere Koalitionsvarianten notwendig werden.
Die Grünen liegen in einigen Erhebungen genau bei fünf Prozent. Das BSW wird darunter gemessen.
Schon wenige Prozentpunkte können damit über die Mehrheitsverhältnisse im gesamten Landtag entscheiden.
Entscheidung fällt am Sonntag
Deutschland blickt deshalb am 20. September nach Schwerin.
Für die SPD geht es um die Frage, ob Manuela Schwesig ihre Staatskanzlei verteidigen kann.
Für die AfD geht es um die Chance, stärkste politische Kraft im Nordosten zu werden.
Und für die CDU könnte die Wahl zum nächsten Beleg dafür werden, wie tief die Partei im Osten inzwischen gefallen ist.