Berlin steht fünf Tage vor der Abgeordnetenhauswahl vor einem offenen Rennen. Die Linke führt mit 21 Prozent knapp vor der CDU, während die AfD 18 Prozent erreicht.
Die Grünen liegen im letzten BerlinTREND vor dem Wahltag bei 16 Prozent. Für die SPD sieht es noch schlechter aus: Sie erreicht lediglich zwölf Prozent.
Das BSW käme auf vier Prozent und würde damit den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen.
Schwarz-Rot hätte keine Mehrheit mehr
Die bisherige Regierungskoalition aus CDU und SPD käme gemeinsam nur noch auf 32 Prozent.
Damit wäre eine Fortsetzung des schwarz-roten Senats nach der letzten Umfrage rechnerisch nicht möglich.
Berlin könnte deshalb nach dem 20. September vor komplizierten Koalitionsverhandlungen stehen. Je nach tatsächlicher Sitzverteilung dürften Bündnisse mit drei Parteien erforderlich werden.
CDU verliert deutlich
Die CDU hatte bei der Wiederholungswahl 2023 noch 28,2 Prozent erreicht.
Mit aktuell 20 Prozent würde sie rund ein Drittel ihrer damaligen Unterstützung verlieren. Noch schwächer fällt die Entwicklung der SPD aus, die 2023 auf 18,4 Prozent gekommen war.
Die Linke würde dagegen deutlich gewinnen. Ihr Ergebnis von 12,2 Prozent aus dem Jahr 2023 könnte auf 21 Prozent steigen.
Auch die AfD würde ihr damaliges Ergebnis von 9,1 Prozent nahezu verdoppeln.
Osten und Westen unterscheiden sich
Besonders deutlich zeigt sich die politische Spaltung der Hauptstadt bei der Frage nach der künftigen Regierung.
42 Prozent der Befragten bevorzugen einen CDU-geführten Senat. Ebenfalls 42 Prozent sprechen sich für eine Regierung unter Führung der Linken aus.
Im Berliner Westen liegt die CDU bei dieser Frage vorn. Im Osten der Hauptstadt gibt es dagegen eine stärkere Präferenz für eine Linken-geführte Regierung.
Jeder sechste Wähler noch unsicher
Die Wahl ist trotz der letzten Umfrage keineswegs entschieden.
68 Prozent der Wahlberechtigten geben an, ihre Entscheidung stehe fest. Bei 16 Prozent kann sich die Parteipräferenz noch ändern.
Weitere 16 Prozent tendieren zur Nichtwahl oder lassen bislang keine eindeutige Präferenz erkennen.
Gerade bei dem knappen Abstand zwischen Linken und CDU können die letzten Tage des Wahlkampfes deshalb entscheidend werden.
Berlin steht vor neuer Mehrheitsfrage
Der Wahlausgang entscheidet nicht nur darüber, welche Partei stärkste Kraft wird.
Viel schwieriger dürfte anschließend die Frage werden, welche Parteien gemeinsam eine stabile Mehrheit bilden können.
Nach der letzten Messung ist eines bereits klar: Die bisherige Regierungsmehrheit wäre verloren.
Quelle: infratest dimap, BerlinTREND September II 2026, veröffentlicht am 10. September 2026.